Im Mondlicht wandeln

Gestern Abend lockte der Mond mich raus ins Freie. Mein Freund lag k.o. auf dem Bett (er war seit 04:00 Uhr morgens wach!) und grinste frech „wieder hibbelig?!“ Ja, bin ich. Er kennt mich, ich wär auch allein losmarschiert, und sein Beschützerinstinkt brachte ihn dann doch dazu, mir zu folgen 😉 Wir wollten eigentlich nur einen kleinen Spaziergang machen und einen kurzen Stop bei meinen Eltern einlegen, weil meine Mutter auf die Herausgabe ihres geliehenen Topfes bestand. Ich zog also nur meine Riemchensandalen an, für die paar Meter.

Die Abendluft war herrlich, süß und schwer, die perfekte Sommernacht. Der Mond stand hoch am Himmel und das schwindende Sonnenlicht machte Platz für die funkelnden Sterne. Ach, wir können ja wenigstens bis zu den Feldern laufen…und von da aus ist es ja auch nicht soooo weit bis zum Waldrand…und wenn wir schon bis da laufen, können wir auch bis zur Lichtung gehen. Neugierige kleine Fledermäuse sausten nur knapp an uns vorbei und trotz des Mondlichts wurde es so dunkel, dass wir den Weg nicht mehr erkennen konnten. Hier und da leuchtete es blass grün auf, die Glühwürmchen wünschten einen guten Abend.

Ich war dankbar für das Taschenlampen-App am Handy. Die Sinne auf so einer Nachtwanderung sind unheimlich geschärft, jedes rascheln neben dir im Gebüsch und im Wald treibt dir Adrenalin ins Blut. Es ist wirklich nicht vergleichbar mit der Energie des Ortes bei Tag. Als wir die Lichtung erreicht hatten und uns dort hinsetzten, war es, als wären wir in die Zeit zurück versetzt. Wir redeten darüber, dass schon unsere Vorfahren die Sterne am Himmel betrachtet hatten, die wir nun sahen und ein tiefes Gefühl von Frieden und Glück strömte durch uns hindurch. Mir wurde klar, dass es zu keiner Zeit möglich gewesen ist, Magie zu wirken, ohne die Angst vor Mißtrauen und Ächtung durch die Gesellschaft. Deshalb gehörte die Nacht schon immer uns…

Mir gind immer wieder ein Satz durch den Kopf: Seltsam ist es, im Mondlicht zu wandeln, die Sterne leuchten am hellsten in der größten Finsternis.

Wir blieben dort, bis es zu kühl wurde für Caprihosen und T-Shirts und tasteten uns mehr vor, als dass wir liefen. Der Mond tauchte den schmalen Feldweg, der zurück zur „Zivilisation“ führte, in sein geheimnisvolles Licht und als wir die Hauptstraße erreichten, tat das Licht der Straßenlaterne uns in den an die Dunkelheit gewöhnten Augen weh. Aber nicht so weh, wie meine Füßte…das Malheur sah ich zu Hause – ich hatte mir an beiden Füßen Blasen in der Größe eines 20 Cent Stücks gelaufen.

Ich hätte gern mehr Gelegenheiten, wie diese, um durch die Nacht zu streifen, aber dazu bleiben mir nur die Wochenenden und da bald meine nebenberufliche Ausbildung beginnt, die am Wochenende stattfindet, wird auch das nur selten möglich sein. Sehr schade, denn ich fühle, dass ich dieser Seite zu wenig Aufmerksamkeit schenke. Ich bin zur Frühlingstag- und Nachtgleiche geboren, bei Vollmond und vielleicht ist das der Grund, warum Balance von Licht und Dunkelheit so eine essentielle Rolle in meinem Leben spielt.

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2 Gedanken zu “Im Mondlicht wandeln

  1. Huhuu 🙂

    Die Nacht hat etwas ganz spezielles, ich mag sie auch gerne. Noch viel lieber habe ich allerdings Morgen- und Abenddämmerung, die Zeiten des Überganges. Da werde ich dann immer ganz hibbelig… *g*

    Ich möchte dir weiter auch noch einen wunderbaren Start für deine neue Ausbildung wünschen und hoffe, dass sie dir den richtigen Ausgleich bringt und auch wenn deine Posts hier eher selten sind, das Warten ist es mir jedes Mal wert! 😉

    Übrigens….ich bin zur Herbsttag- und Nachtgleiche geboren, auch für mich spielt Balance eine nicht unerhebliche Rolle im Leben. 😉

    Alles Liebe
    Nicky

    • Danke Nicky. Ich weiß nicht, ob das Zufall ist, aber ich hab festgestellt, dass so manche Hexe an einem dieser aus astrologischer Sicht besonderen Daten geboren wurden. Natürlich ist jeder Tag etwas besonderes, deshalb sag ich auch aus astrologischer Sicht. Bei mir spielt das definitiv eine Rolle. Klingt vielleicht komisch, aber bei deinen Beiträgen hab ich oft so einen „Aha-Moment“, als könnte ich da etwas finden, was mir an einer anderen Stelle gefehlt hat. Sorry, dass die Beiträge so rar sind, das nervt mich selbst. Ich schau öfter bei dir vorbei, will dann kommentieren (dein Post zum Mond hat mir so gut gefallen) und dann kommt wieder was dazwischen, das ist zum Mäusemelken. Trotzdem versuch ich, am Ball zu bleiben. Ganz liebe Grüße, Claudia

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