Lammas

An diesem Wochenende haben wir Lammas gefeiert. Dazu habe ich, wie jedes Jahr, ein Kräuterfladenbrot gebacken, welches wir abends im Kreise der Familie gegessen haben. Wir haben das Fest nicht mit großem Ritual an einem Tag begangen, sondern wie so oft Stück für Stück, Tag für Tag, eben um die Energie dieser Jahreszeit bestmöglich einzufangen.

Heute sind wir in einen meiner Lieblingswälder gefahren. Herrlich, wenn einem auf dem Roller der Wind um die Nase weht und man nicht in einer geschlossenen Blechbüchse sitzt. Vorbei an frisch gemähten, goldgelben Feldern, rüber über´n Berg mit den vielen, tückischen, engen Kurven, den kleinen Waldfriedhof passiert, die Aussicht auf´s Kloster genossen und ab auf den Parkplatz nahe des Waldes.

Dort hab ich erstmal den Fenchel und die Schafgarbe begutachtet, während mein Freund die ersten, reifen Brombeeren entdeckte und sich einverleibte. Ich hab meistens Getier in den Beeren, also verzichte ich immer mit langem Gesicht 😉

Schafgarbe und Fenchel

Dann ging es ab in den Wald, nicht auf den breiten Hauptwegen, sondern auf den kleinen, engen Pfad, der zwischen Vogelbeerbäumen und hohen Fahnen hindurch führte, die unter der Last ihrer orangeroten Beeren richtig durchhangen. Wir fanden eine Kreuzung, die uns zusagte, und packten unsere Gaben, Kräuterbrot und Met, aus. Wir gruben eine flache Mulde in die Mitte der Kreuzung und legten dort das Brot hinein. Dazu gossen wir Met und flüsterten unsere persönlichen Worte an die alten Götter.

Rund um die Opfergaben zeichnete ich mit Mehl eine Sigille, bestehend aus 2 Runen. Dann warfen wir das restliche Mehl hoch in die Luft in alle vier Himmelsrichtungen und liefen davon, ohne uns umzudrehen.

Einige hundert Meter weiter erklang der Ruf eines Bussards, kurz darauf sahen wir ihn über den Baumwipfeln kreisen. Die Gabe war angenommen worden. Wir machten eine kleine Pause an einer schönen Holzsitzgruppe unter alten Buchen und tranken erstmal Wasser, denn es war wieder ziemlich heiß. So ließen wir den Tag ausklingen.

Auf dem Rückweg fand ich Springkraut – packt man es an, schießt es die Samen in alle Richtungen – das macht so Spaß, dass ich vor Freude „quietsche“ (sagt mein Freund). Ich fand wieder eine kleine Bussardfeder, die ich zu meiner Sammlung gelegt habe. Natürlich ging es wieder nicht ohne Insektenstiche…während ich schreibe, liegt mein Fuß in Eis gepackt auf dem Couchtisch – ich sah das Monster noch wegfliegen, aber da war´s schon zu spät. Ich reagier leider allergisch auf viele Gifte und wo andere ein Jucken und ne leichte Rötung kriegen, schwillt bei mir alles an, als wächst mir ein da ein dritter Fuß. Morgen wird es wieder weg sein, heile heile Gänschen 😉

Ich hoffe, ihr hattet alle ein wunderschönes Lammas und genießt den Hochsommer in seiner ganzen Fülle!

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