Ganz neues Terrain

Das Titelbild zeigt einen „Brennpeter“, der sich dem Lidl sei Dank, seit heute in meinem Besitz befindet. Ich dachte immer, ich sei ein wahrer Kunstbanause, jemand, der 2 linke Hände hat (weil Kunst in der Schule in ein Benotungssystem passen mußte) und ich, wie viele andere Kinder, in einem Umfeld aufwuchs, welches der festen Überzeugung war, von Kunst kann keiner leben.

Ich lernte Gitarre spielen und alle waren begeistert – du willst das aber nicht beruflich machen?!

Ich schrieb Songs und Gedichte und alle waren begeistert – du weißt aber, dass man davon nicht leben kann?!

Also suchte ich mir einen „vernünftigen“ Job und begrub meine Träume, zusammen mit meiner Spiritualität.

Da ich schon in der Schule dafür bekannt war, dass ich zwar sehr sensibel, aber auch sehr stur sein konnte, war es kein Wunder, dass sich das im Berufsleben fortsetzte. Ich hasse Ungerechtigkeit und ich schweige nicht dazu. Ich beendete (fast) immer, was ich begonnen hatte, kann also mittlerweile auf einen ordentlichen und lückenlosen Lebenslauf zurückblicken. Die Jahre in Firmen, in denen ich immer wieder als Problemlöser fungierte und stets Struktur ins Chaos brachte, um dann, wenn alles „lief“ wieder weiterzuziehen, waren eine harte, aber gute Schule. Jetzt, wo ich meine Fähigkeiten keinem Chef mehr zur Verfügung stelle, sondern es selbst versuche, tauchen viele der alten Themen wieder auf.

So dachte ich, ich sei der typische 9-5 Typ. Mittlerweile aber verlagert sich mein Tag in Richtung später Abend. Alles ist neu und es ist so ungewohnt, dass da niemand mehr korrigiert und Grenzen setzt. So zeigt sich jetzt plötzlich wieder das Interesse, etwas mit meinen Händen zu gestalten, zu singen, zu spielen, zu schreiben. Als mein letzter Job sein jähes Ende fand, hatte ich das Gefühl, ich sei aus dem Gefängnis entlassen worden, stehe da und warte, dass mich jemand abholt, aber da war keiner. Also bin ich einfach losgelaufen…viele schlaflose Nächte später mußte ich einsehen, dass ich mich nicht für immer festlegen kann, sondern meine Erfüllung nur in der Vielseitigkeit liegen kann. Das ist nicht leichter, als ein Job mit festen Vorgaben, aber es ist 3mal befriedigender. Keine Sicherheit oder nur sehr wenig für jemanden mit einem Jungfrau Aszendent kann schon beängstigend wirken, aber wir sind nicht hier wegen der Sicherheit, sondern um Erfahrungen zu sammeln.

Wenn wir schon beim Horoskop sind (und ich gerade in Plauderlaune), hier ein paar Infos zu mir: Ich bin ein Fisch mit Hörnern 😉 d.h., ich bin ziemlich genau zu dem Zeitpunkt geboren, wo die Sonne vom Fisch zum Widder wandert. Dann schien da noch der Vollmond ins Zimmer und er stand gerade in der Waage. Den Aszendeten Jungfrau hatten wir weiter oben schon und er sorgt dafür, dass die uferlose Wasserwelt der Fische bzw. das aufbrausende Temperament des Widders (es ist tatsächlich so, dass ich beides in mir finde) sich die meiste Zeit in Grenzen halten 😉

Es sind die kleinen Dinge, die mich glücklich machen. Ein Baum, an dem schon die Knospen für´s nächste Frühjahr sichtbar sind, obwohl er gerade alle Blätter fallen lassen mußte, um den kalten Winter überleben zu können und alle Kräfte in Stamm und Wurzeln konzentriert. So trägt jeder von uns sein Potenzial schon in sich, egal wie kalt der Winter wird, egal wie finster es manchmal aussieht. Ich bin gespannt, wie sich dieses Potenzial noch ausdrücken wird.

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2 Gedanken zu “Ganz neues Terrain

  1. Ein sehr schöner Beitrag, dem ich mich zufällig leider – oder besser gesagt zum Glück – ziemlich genau anschließen kann. Was das jähe Ende des sicheren Jobs in diesem Jahr und als Folge den Sprung in die Selbständigkeit anbelangt z.B…. Und das wo ich (Steinbock, Asz. Krebs) doch so ein sicherheitsbedürftiges Hascherl und so ein Gewohnheitstier bin… ;o) Aber jetzt bin ich glücklich. Und ich habe gelernt dass Pläne nicht die einzige Basis im Leben sind. Hekate hat mir dabei sehr geholfen…
    Schön und faszinierend zu hören und zu lesen wie vielen Menschen es doch in diesem Jahr so absolut ähnlich ergangen ist. Viel Glück und Alles Gute weiterhin, ich wünsche Dir eine zauberhafte Festzeit!

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