Blut am Baum und Schlaflose Nächte

Gestern beim schmücken des Tannenbaums, fanden wir in unserer Dekokiste ein original verpacktes Lametta, ein sog. Flower Lametta. Ich bin ja kein Lametta-Fan, aber in der Familie meines Freundes mußte der Baum darunter begraben liegen, sonst war er nicht schön! Also dachte ich mir, hey – „Flower-Lametta“ ist der Kompromiß, nach dem wir gesucht haben! Das silbrige Zeug hang völlig verwuschelt aneinander und beim zerheddern schoß mir ein kurzer scharfer Schmerz durch den Daumen, dann begann es zu tropfen. Autsch. Der Schnitt war tief und blutete ziemlich doll. Das seltsame war, dass ich zuvor an alte Wintersonnenwendfeiern und kultische Opfer denken mußte. Ein wenig Hexenblut am Baum, wie passend. Ich klebte erstmal ein Pflaster auf und hörte dann ein lautes „Verfluchte …..“ aus dem Wohnzimmer. Der Lametta-Fan hatte meine Arbeit weitergeführt und „man fasst es nicht“ – er hatte sich ebenfalls an dem Zeug den Daumen aufgeschnitten! Nun, jetzt ist der Baum hoffentlich zufrieden 😉

Blutopfer

Die Katzen juckt der Störfaktor dieses Jahr nicht wirklich. Es flogen auch noch keine Kugeln durch die Gegend, ebensowenig wurde der Versuch unternommen, den Baum als Kratzbaum zu nutzen. Aber es ist ja auch noch nicht Weihnachten – ich nehme noch Wetten an, was ihre Schandtaten angeht.

Heute Nacht bekam ich kein Auge zu. Ich sah die Schatten an der Decke tanzen, wenn das Scheinwerferlicht vorbeifahrender Autos ins Zimmer fiehl. Als klar wurde, dass ich mich nur weiter herumwälzen würde, stand ich auf, um mir einen Schlaftee mit Baldrian und Melisse aufzubrühen. Das blasse Mondlicht fiehl ins Küchenfenster und obwohl er nur knapp halb voll am schwarzen Nachthimmel stand, war es in der Küche hell genug, um kein Licht machen zu müssen.

Während der Tee durchzog, ging ich ins Badezimmer und öffnete weit das Fenster. Ich setzte mich auf den Wannenrand und sah hoch zu meinem alten Freund. Alles schlief. Am Himmel glitten kleine Wolken vorüber, manche verdeckten kurz den Mond, bevor sie weiterzogen in die Stille der Nacht. Ich hatte fast das Gefühl, der Mond wollte, dass ich hier saß.

Als es anfing, kalt zu werden, nahm ich meinen Tee und ging hinüber ins Wohnzimmer, setzte mich an den Tisch und legte Karten. Ich legte sie mit dem ersten Deck, das ich je besessen hatte und strich gedankenverloren  über die Narbe an meinem Arm, die aus derselben Zeit stammte. Die Karten antworteten auf meine Frage mit einer Gegenfrage: „Woher weißt du was du willst, bevor du siehst, was du tust?“ Die Zeit des heranreifens wird bald schon abgelöst von einer Zeit des aktiven Handelns. Viel Feuer war in den Karten. Feuer, welches sich seinen Weg im Innern sucht, wenn man es nicht kontrolliert frei läßt.

Ich trank meinen Tee in Ruhe aus und legte mich wieder ins Bett. Naja, ich hatte Mühe, mir einen Platz zu schaffen – mein Freund lag auf seiner Seite und auf meiner hatten es sich beide Katzen gemütlich gemacht. Ich schob sie so gut es ging ans Fußende und vollführte wahre akrobatische Leistungen, um mich irgendwie unter die Decke zu bugsieren. Es klappte 😉 Der Schlaf kam schnell und er wurde von seltsamen Träumen begleitet. Geld brannte, verlor aber nicht seinen Wert für die Teilnehmenden. Ich war auf einem Schiff, auf dem ich nicht sein wollte. Als der Wecker klingelte, war ich müde, aber auch dankbar.

Draußen in der kalten Morgenluft sah ich hoch zum blauen Himmel und dort stand, noch immer gut sichtbar, der Mond. Dann ging es ab zum einkaufen, doch bereits jetzt in der Frühe waren die Geschäfte brechend voll. Ich bin froh, dass ich jetzt alles habe und nicht mehr los muss. Weihnachten kann kommen…

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3 Gedanken zu “Blut am Baum und Schlaflose Nächte

  1. Ich hatte heute Nacht üble Albträume und dann hat mich auch noch unsere kleinste Karte mit ganz unheimlichen Geräuschen und ebensolchen Gesten geweckt… Wegen ihr gibt es auch in diesem Jahr noch einmal keinen Baum… Dafür ist sie noch zu wild 😉
    Ein frohes Fest für Dich und Deine Lieben wünsche ich 🙂

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