Salben herstellen

Vergangene Woche habe ich meinen Vorrat an Ringelblumensalbe aufgestockt und auch eine Salbe der etwas anderen Art hergestellt, nämlich eine Waldgeister Salbe. Zuerst zur Ringelblumensalbe. Diese eignet sich gut zur Behandlung trockener und entzündeter Haut, Schürfwunden, Sonnenbrand bis hin zu Ekzemen. Für 6 Tiegel Salbe à 30ml benötigt man folgende Mengen:

500g Flomen (Schweinefett vom Metzger)

10 g Bienenwachs (Apotheke)

2 Hände voll getrocknete oder frische Ringelblumenblüten (Apotheke, Markt)

Salbentiegel (Apotheke)

Das Flomen wird in der Pfanne bei mittlerer Hitze ausgelassen, was am besten klappt, wenn man es zuvor in kleine Würfel geschnitten hat.

Flomen auslassen

Ist die ausgelassene Flüssigkeit goldgelb, wird alles durch ein Sieb in einen Topf gegeben. Im Sieb bleiben die Grieben übrig, über die sich die Krähen freuen 😉 Jetzt gibt man das Bienenwachs hinzu und läßt es schmelzen.

Ringelblumenblüten

Die Ringelblumen werden hineingerührt, so dass alle bedeckt sind und auf kleinster Stufe mindestens eine halbe Stunde ziehen gelassen. Im Anschluß gießt man die fertige Salbe durch ein Tuch oder ein sehr feines Sieb, am besten in ein Gefäß mit einer Einkerbung zum schütten.

Blüten unterrühren

Dies dient der leichteren Befüllung der Salbentiegel. Als natürlichen Haltbarmacher gebe ich in jeden Tiegel 1-2 Tropfen Teebaumöl. Ist die Salbe erkaltet, schraubt man die Deckel auf und beschriftet das ganze mit Inhalt und Datum.

Salbe abfüllen

Ich bewahre meine Salbe im Kühlschrank auf, wo sie sich ca. 1 Jahr hält. Die Salbe ist keine Wohltat für die Nase, da sämtliche Duftstoffe, wie man sie aus fertigen Salben kennt, fehlen. Kein Alkohol, kein Parfum – nicht mal Ringelblumen – es riecht nach Fett, aber wer das verkraftet, hat hier ein wunderbares, selbst hergestelltes Mittel für viele kleine Wehwehchen der Haut.

Waldgeister Salbe

Die zweite Salbe, die ich Waldgeister Salbe getauft habe, ist inspiriert durch eine englische Sage über Feen, Fairy Ointment, Feensalbe. Es heißt, reibt man sie auf die Augenlider, kann man Feen sehen. Da es aber auch Erzählungen gibt, in denen die Feen dich dafür mit Blindheit strafen, trage ich sie lieber an Stellen auf, wo man den Puls gut fühlen kann, wie Hals, Handgelenke usw. Die Salbe dient der Wahrnehmung von Geistern in der Natur. Für diese Salbe sammle ich die Zutaten immer selbst. Als Grundlage dient mir Olivenöl, sowie Bienenwachs als Konsistenzgeber.

Waldgeist Mazerat

Man giebt das Olivenöl in ein Schraubglas und legt seine Kräuter darin ein. Ich nehme einen getrockneten Fliegenpilzhut, Beeren vom Schwarzen Nachtschatten und Kiefernnadeln. Man nennt solch einen Ölauszug auch Mazerat. Die Mischung muss ca. 6 Wochen ziehen, hier ist also Geduld gefragt. Später siebt man alles fein durch in ein neues, sauberes Glas und stellt es in ein Wasserbad. Man gibt das Bienenwachs hinzu, was ein bißchen Fingerspitzengefühl bedeutet, denn die Konsistenz muß hinterher stimmen. Deshalb sollte man vorsichtig das Wachs hinzugeben und etwas abschöpfen, auf einen Teller geben und erkalten lassen, um sich an die gewünschte Konsistenz heranzutasten.

Wenn alles paßt, füllt man die fertige Salbe in ihr endgültiges Gefäß und beschriftet sie wieder mit Inhalt und Datum.

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2 Gedanken zu “Salben herstellen

  1. Hallo! 🙂 Ich mache demnächst auch wieder Calendulasalbe, allerdings mache ich sie immer mit einem Auszug aus Calendula und Olivenöl, dass verhindert den Fettgeruch und der Calenduladuft kommt durch :).
    Viele Grüße,
    Zombie

  2. Waldgeistersalbe – toller Name! Aber ich würde sie mir wohl auch lieber nicht auf die Lider geben…und Ringelblumensalbe ein „Muss“ in der Hausapotheke 😉 Schöne Grüße von der Immenhüterin

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