Eisvogel und Entheogene

Primeln

Frühling zu Hause und neugierige Tommeline…

Gestern war es einfach herrlich draußen und ich hatte Gelegenheit, im nahegelegenen Park an einem breiten Bach Kräuter für mein Herbarium zu sammeln. Diese trocknen jetzt in Zeitungspapier eingelegt und mit Tonnen von Büchern beschwert auf meinem Wohnzimmertisch. Ich machte eine kleine Pause an einem schönen Badesee, dessen eine Hälfte für Schwimmer freigegeben ist und die andere für Angler. Die Sonne spiegelte sich auf den kleinen Wellen, die der Wind auf der Wasseroberfläche entstehen ließ und ein Haubentaucher kam neugierig vorbei gepaddelt. Eine knorrige Silberweide tauchte ihre Äste in das seichte Gewässer und ihre Nachbarin, die Erle, ließ einige ihrer schwarzen Zapfen vom letzten Jahr hinabfallen.

Ich blieb eine ganze Weile dort, und als ich mich auf den Heimweg machte, sah ich dicht über den kleinen Bachlauf einen kobaltblauen Eisvogel hinwegfliegen. Ich hatte auf den Hinweisschildern am Bach zwar gelesen, dass dort Eisvögel leben, aber schon gedacht, das sei ein Mythos 😉 Mein Blick auf die Natur verändert sich mit jedem neuen Tag und mir ist klar geworden, was mir früher so alles entgangen ist. Mit den Gedanken an den Eisvogel lief ich nach Hause und dort wartete die nächste Überraschung im Briefkasten. Datura stramonium, der Stechapfel, oder besser gesagt, seine Samen in einem Tütchen verpackt und an mich adressiert, lagen in meinem Briefkasten. Perfektes Timing, denn für´s Wochenende habe ich ein Ahnenritual geplant, welches u.a. das säen eines Stechapfels auf dem Grab meiner Urgroßeltern einbezieht.

Als nächstes hieß es dann Essen kochen, einfache Miraculi mit Bohnensalat als Beilage und dazu ein leckerer, halbtrockener Dornfelder. JamJam. Meine bessere Hälfte gönnte sich ein entspanndes Bad und ich stieß währenddessen auf einen Vortrag von Dr. Christian Rätsch, bezüglich der richtigen Dosis von u.a. Stechapfel. Das ganze auf Youtube, perfekt – die bessere Hälfte war mittlerweile so entspannt (und vom Rotwein betäubt, hehehe), dass von ihm keine Einwände bezüglich des gewählten Abendprogramms kamen 😉 Ich genoss den Vortrag in vollen Zügen und schwankte stetig zwischen zustimmendem Kopfnicken und herzhaften Lachanfällen! Einfach köstlich, der Mann! Die Erklärung bezüglich der Dosierung war so passend und auch, dass er mit dem Mißverständnis von mg pro kg Körpergewicht aufräumte.

Als es Zeit wurde, in die Federn zu springen, saß ich auf der Bettkante und sah hoch oben am dunklen Nachthimmel die Sichel des zunehmenden Mondes leuchten. Ich wurde etwas nachdenklich und fragte mich, warum ich eigentlich so fasziniert bin von Giftpflanzen, ihrer Wirkung, und allem, was mit ihnen zu tun hat. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die ihn ihrer Jugend wer weiss was ausprobiert haben und vor allem nichts synthetisches. Aber Gifte haben mich von jeher in ihren Bann gezogen. Ich nahm meinen Runenbeutel zur Hand und schickte leise eine Frage hoch zur Mondsichel. Ich fragte nicht, warum es so ist wie es ist, sondern wohin es führen wird. Ich hab mit allem gerechnet, von Wahnsinn bis Tod, denn verharmlosen darf man das alles nicht. Ich zog Wunjo, die Wonne, die Freude, das Glück, den Segen…und grinste wie ein Honigkuchenpferd.

Das grinsen verriet mich und mein Freund fragte, warum ich so zufrieden aussehe. Ich hätte es ihm nicht sagen sollen, denn es bildete die perfekte Vorlage, um mich die nächsten 10 Minuten von vorn bis hinten veräppeln lassen zu müssen. Ein kleiner Auszug der Gemeinheiten:

„Klar wirst du total happy, wenn du dir die Stechapfelsamen als Garnierung über den Pudding streust!“ Jede seiner Bosheiten wurde natürlich begleitet von den entsprechenden Gesten und verdrehten Augen etc etc etc…hab du nur deinen Spaß, denn wer zuletzt lacht, lacht am besten und Rache ist ein Gericht, das kalt serviert am besten schmeckt.

Mein eigentlicher Favorit ist das Bilsenkraut. Mit Bilsenkraut habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, auch wenn der Pflanzengeist ein totbringender Gigolo ist. Für bestimmte zukünftige Posts zu diesem Thema werde ich evt. einen Paßwortschutz hinterlegen. Diejenigen, die meinem lBog schon länger folgen, können mich einfach anschreiben und bekommen das Passwort zugeschickt, wenn Interesse besteht. Neue Leser möchte ich etwas näher kennenlernen, bevor sie das Paßwort bekommen denn viele Erfahrungen mit den Pflanzen sind sehr persönlicher Natur und fallen in eine Grauzone. Ich wünsche euch erstmal ein schönes Wochenende und vor allem schönes Wetter!

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2 Gedanken zu “Eisvogel und Entheogene

    • Vielleicht hast du bald schon Glück, denn sie sind wohl derzeit am balzen und man sieht sie wohl daher etwas öfter 😉 Meist leben sie in der Nähe von schnell fließenden Gewässern.

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