Kräuter und psychosomatische Erkrankungen – ein kleiner Erfahrungsbericht

Manchmal habe ich Probleme mit dem Herzen. Immer, wenn zu viele schlechte Neuigkeiten den Weg zu mir finden, immer, wenn mein Verstand rebelliert und ich mir die Frage stelle „was soll der Mist?!“ Immer, wenn mein Briefkasten Dinge zutage fördert, wo sich bei anderen der Magen verkrampft, verkrampft sich mein Herz. Erstmal passiert gar nichts, man erledigt den Mist, gut ist. Doch wenn man sich mit Dingen herumschlagen muß, die bspw. ein 3/4 Jahr andauern und man einfach kein Land sieht und es scheint, als würde es nur noch schlimmer, dann folgen irgendwann die körperlichen Symptome. Man findet keine Ruhe mehr, hört den eigenen Herzschlag im Brustkorb und in den Schläfen hämmern und verspürt eine extreme innere Unruhe. Mein Herz setzt ab und zu einen oder auch 2 Schläge aus. Ich merke davon fast nichts, doch wenn das Herz sehr hart und „laut“ schlägt, dann spüre ich es deutlich und es fühlt sich an, als müßte man ersticken. Der nächste Schlag bringt die Erlösung von diesem Gefühl.

Ich trinke zur Zeit viel Tee aus Herzgespann und Weißdorn und schon das Wort Herzgespann (Gespann war früher vergleichbar mit Krampf) zeigt die aus der Volksheilkunde überlieferte Wirkung des Krautes an. Ich fühle mich mit meinen Symptomen wie im Märchen „Der Froschkönig“, wo an einer Stelle von Ketten die Rede ist, die um ein Herz gelegt wurden. Es fühlt sich haargenau so an, als hätte jemand eiserne Ketten um mein Herz „gespannt“ und zieht sie immer fester zu, so dass das Herz sich heftig wehrt, um sie zu sprengen. Es gibt Medikamente, die den Herzschlag „regulieren“, oder besser gesagt, „zwingen“, im richtigen Takt zu schlagen. Ich weiß wovon ich rede, ich habe sie lange eingenommen. Die Nebenwirkungen sind nicht wirklich erbaulich, vor allem auf lange Sicht. Ich halte nichts von diesem Zwang, denn der Körper reagiert aus gutem Grund so. Ich kenne die Gründe, die zu meinen nervösen Störungen im Bereich des Herzens führen und ich bin nicht bereit, mich mit Betablockern zu vergiften, die nicht heilen, sondern  nur Symptome behandeln. Wenn man bestimmte Dinge einfach unterdrückt, sucht sich der Körper andere Wege, um sein Mißfallen zu äußern und irgendwann hast du eine ganze Palette kleiner feiner Pillen aufgereiht, die du am besten 24 Stunden am Tag in dich hineinschüttest. Eine Tante von mir nimmt täglich 15!!! verschiedene Tabletten ein, und stellt sich nicht einmal die Frage, ob das so gesund ist….

Dann gibt es die Menschen, die sehr wohl die Kraft pflanzlicher Präparate zu schätzen wissen, doch diese ebenfalls in Kapseln gepresst einnehmen, anstatt sich mal einen Tee aus frischen oder getrockneten Kräutern aufzubrühen. „Die Konzentration ist nur in der Kapsel hoch genug, um auch zu wirken“, hört man sie sagen. Pflanzen wirken durch das Zusammenspiel ihrer Inhaltsstoffe. Mit der Einnahme einer Kapsel macht man es sich leicht, rein in den Mund, Wasser trinken und schlucken – fertig. Ich bin der Meinung, Heilung beginnt früher. Bereits das anstellen des Wasserkochers, das riechen an den Kräutern, das überbrühen und das durchziehen lassen sind fast wie ein kleines Heilritual anzusehen. Wenn man die Kräuter dann auch noch draußen in freier Natur gesehen hat, wird das eine runde Sache. Die Seele will auch behandelt werden, gerade bei psychosomatischen Geschichten. Da gibt es leider keinen Arzt oder Apotheker oder gar einen Beauftragten von Pharmakonzern xy, der einem den Beweis für die Wirksamkeit liefert. Probieren geht über studieren.

Ich selbst bin ein Mensch, der ab und zu ein Risiko eingeht, was ausprobieren und experimentieren angeht. Aber der Mut dazu wurde von Menschen gestärkt, die mich überhaupt erst einmal auf solche Dinge aufmerksam gemacht haben. Nichts kommt von nichts 😉 Die Inspiration ist der erste Schritt und dann geht es darum, zu unterscheiden, was einem selbst wirklich gut tut. Was tut mir gut und was nicht? Ist es wichtiger, gesund zu werden oder mit dem Strom zu schwimmen? Niemanden interessiert so sehr, wie es um dich bestellt ist, wie dich selbst. Ebenso wie die ganze Reihe Heiler am Wegesrand 😉 Ich sammle Kräuter, trinke sie als Tee und esse sie als Salat oder Gemüse, ich trockne und räuchere sie und trage sie als Amulett u.v.m. So viele Menschen sehnen sich nach ganztheitlicher Behandlung und doch fühlen sie sich unbehaglich, wenn es allzu unkonventionell wird. Ihr müßt ja nicht gleich mit anderen in ekstatischer Trance nackt ums Feuer tanzen, um Visionen für euren Gesundheitszustand zu erreichen. Es reicht, wenn ihr euch zuhause in der Küche ganz für euch allein einen Tee kocht und beim schlückchenweisen Genuss an die Pflanze denkt und sie um Hilfe bittet.

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3 Gedanken zu “Kräuter und psychosomatische Erkrankungen – ein kleiner Erfahrungsbericht

  1. Ich selbst habe bis vor gut einem Jahr noch 11 Tabletten pro Tag (!!!) eingenommen. U.a. wg. meiner Herz-Rhythmus-Störungen, der schon chronischen Muskelverspannungen und des Morbus Crohn. Erst nachdem ich meine Lebensumstände (beruflich) drastisch veränderte, konnte ich auch den Schritt hin zu meiner Heilung unternehmen. So frei nach dem Motto: Was schimpfst Du Dich Hexe und kriegst Deinen Kram nicht selbst in den Griff?! Also Tee, Kräuterkuren, alternative Heilmethoden und ich achte mehr auf mich. Heut zu Tage nehme ich zwar immer noch fast halb soviele Medikamente, aber weniger stark dosiert und andere Mittel. Der Betablocker z.B. Alles braucht seine Zeit, aber ich weiß jetzt dass ich ganz heilen werde. Kein Cortison mehr, das ist das Wichtigste! Mein Körper und mein Befinden haben sich um 180° gedreht. Und der Rest wird noch folgen… Zu Veränderungen muß man bereit sein und sich aktiv entscheiden. Ich wußte zwar auch vorher dass es schlecht für mich war, soviele Medikamente einnehmen zu müssen, doch es fehlte mir die Kraft etwas daran zu ändern. Und ich kann Dir nur zustimmen: Eine Pflanze hilft Dir dann am besten, wenn Du Dich auf sie einläßt und sie kennenlernst.

    • Leider wird auch weiterhin viel Unsicherheit geschürt, was Kräuter angeht. Meine damalige Hausärztin war der Meinung, wenn ich Medikament xy absetze, besteht die Gefahr, ins Koma zu fallen. Nicht jeder ist so von Kräutern überzeugt, dass er/sie den Mut aufbringt, die Heilung selbst in die Hand zu nehmen. Ich bin davon überzeugt, dass ein standardisiertes Medikament aus dem Labor nicht besser hilft, als ein Kraut. Wir sind auch keine standardisierten Menschen! Heilkräuter paßt man individuell an, nicht jedes hilft jedem. Hier liegt der Fokus auf dem gesund werden, nicht darauf, schnell was einzuwerfen, um schnell wieder „einsatzbereit“ zu sein. Wovor ich medizinisch gesehen, allergrößten Respekt habe, ist die Chirurgie und die Augenheilkunde, Lasertechnik, etc. Aber die reine Vergabe von Medikamenten aus dem Labor muss ich nicht haben. Ich wünsche dir weiterhin gute Genesung und dass du bald komplett beschwerdefrei bist.

      • Ich denke das kann ich so unterschreiben. Natürlich gibt es immer mal Medikamente, die zumindest über einen gewissen Zeitraum eingenommen werden müssen / sollten. Nur eben nach Möglichkeit nicht dauerhaft. Aber auch da gibt es Ausnahmen, schätze ich, wo eben ohne die moderne Wissenschaft und Medizin nichts mehr oder nicht so viel zu machen wäre. Insofern bin ich natürlich sehr dankbar dafür. Vermutlich ist auch die Profit-Gier der Pharma-Industrie ohnehin das größere Problem… Da werden gern mal Medis verabreicht, bei denen üble Nebenwirkungen in Kauf genommen werden, da der „dumme“ Patient dann eben wieder noch was anderes verschrieben bekommt…

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