Ein Wochenende ganz im Zeichen der Kräuter

Das vergangene Wochenende war sehr schön. Auch wenn das Wetter nicht mitgespielt hat, waren wir viel  draußen an der frischen Luft und wofür gibt es Regenschirme? Am frühen Samstag Abend habe ich eine kleine Kräuterwanderung mit Freundinnen unternommen. Es regnete wirklich den ganzen Tag in Strömen, so dass einige wohl gehofft hatten, ich sage ab 😉 Nö – solange der deutsche Wetterdienst keine Unwetterwarnung herausgibt, findet die Wanderung statt. Wir hatten auch einen kleinen Beschützer dabei – den mutigen Hund Leika! Leika wird von ihrem Frauchen auch liebevoll „die Kampfzicke“ genannt und das aus gutem Grund. Die scheinbar so sanftmütige Hundedame zeigte ihre Biest-Qualitäten, als sie uns gegen einen großen schwarzen Hund verteidigte, dessen Herrchen weit und breit nicht in Sicht war! Aber zurück zur Kräutertour. An einer Stelle in der Nähe der Bahngleise wuchsen viele wunderschöne Nachtkerzen. Eine der Damen war schon kurz davor, sie abzuschneiden, um sie zu Hause in die Vase zu stellen, aber sie wußte auch, dass ich „ihr“ was abschneide, wenn sie den Gedanken in die Tat umsetzt 😉 Den achtsamen Umgang mit der Natur bringe ich den Leuten auf verschiedene Art näher und manche brauchen eine strenge Hand, hahahaha…

Zaunrübe

Es ging weiter zu so interessanten Bäumen wie dem Goldregen, dem Hirschkolben-Sumach und immer wieder rankten dazwischen die Zaunrüben mit ihren kleinen blaßgelben Blüten hervor. An einer Weggabelung im Wald wuchs ein Haselstrauch und dort machten wir eine kleine Pause und ich erzählte was zu den Überlieferungen rund um dessen magische Eigenschaften. Zauberstäbe aus Haselholz sollen besonders für Bindezauber geeignet sein, aber ich persönlich verbinde das kleine Volk mit der Hasel. Ich würde sie bei mir tragen, um dem Elfen.- oder „Hexenschuß“ vorzubeugen. Einige Meter weiter fand sich ein gutes Beispiel für Verwechslungsgefahren, denn dort wuchs ein Holunder direkt neben einem (giftigen) Hartriegel. Wer achtlos Holunderbeeren pflückt und seine Dolden mit denen des Hartriegel verwechselt, der hat später ein Problem.

Nach der Kräuterwanderung kehrten wir in einer kleinen, gemütlichen Gaststätte ein und aßen was. Leider war an eine Unterhaltung nicht zu denken, als das Fußballspiel Chile gegen Brasilien übertragen wurde 😦 Wir verließen die Gröler (Gott, ich hasse es, wenn sie dann auch noch mit der Hand lautstark auf die Tische schlagen – King Louis, der König im Affenland!) und es ging nach Hause. Ich war nicht annährend ausgelastet. Also fragte ich meinen Freund, ob er noch Lust hätte auf einen „kleinen“ Abendspaziergang. Der Regen hatte aufgehört und die Erde war weich genug, um gleich noch ein paar Löwenzahnwurzeln zu graben, aus denen wir am nächsten Tag Kaffee machten. Auch 3 Stücke Beinwellwurzel trugen wir mit nach Hause, nebst Blätter. Die Blätter kann man in Bierteig ausbacken – einfach köstlich! Dazu Löwenzahnsalat und eben der aus den gerösteten Wurzeln gemahlene Kaffee. Normalerweise ist der Herbst die beste Zeit zum Wurzeln graben, denn dann ziehen sich die Wirkstoffe aus den oberirdischen Pflanzenteilen zurück in die Wurzel, doch irgendwie konnte ich nicht abwarten und ich hatte eine Stelle gefunden, wo der Beinwell schon an mehreren Stellen aus der Erde wuchs, so dass ich ihn nicht komplett ausriss.

Beinwellblätter Beinwell in Bierteig Wildkräutermenü

Die Salbe habe ich aus Sonnenblumenöl und Bienenwachs hergestellt. Die klein geschnittenen Wurzeln mußten zuvor einmal in Öl eingelegt im Wasserbad aufgekocht werden, und dann noch mal 3 Tage ziehen, bevor man das ganze siebt und mit dem Bienewachs verschmilzt. Ich habe auch wieder fleißig Kräuter für´s Herbarium gesammelt und brauche nur noch wenige, bis ich die geforderte Anzahl beisammen habe. Dann geht es um´s ausformulieren. Das bestimmen mit der Lüder klappt jetzt auch schon viel besser, aber es ist doch hilfreich, wenn man zumindest ahnt, zu welcher Pflanzenfamilie etwas gehört. Ich muss nochmal am Vormittag los, für die Wegwarte – diese schließt gegen Mittag ihre Blüten und macht Feierabend 😉 Zum lesen bin ich auch noch gekommen und ich wechselte zwischen einem alten Klassiker und einem noch älteren Kräuterbüchlein hin und her. Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochende!

Mastering Witchcraft Zauberpflanzen

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