Finster war´s, der Mond schien helle

Heute um kurz vor Mitternacht habe ich eingesehen, dass es keinen Sinn hat, sich weiter hin-und herzuwälzen. Ich wollte auch meinen Freund nicht aufwecken, der sehr früh raus muss, also bin ich auf Zehenspitzen aus dem Schlafzimmer geschlichen. Der Mond schien so hell ins Küchenfenster, dass es fast wirkte, als ginge schon die Sonne auf. Ich setzte mir einen Schlaftee aus Hopfenzapfen, Beifuss und Zitronenmelisse auf und setzte mich dann ins Wohnzimmer. Meine Glaskerze verströmte ein warmes Licht und die aufsteigenden Dämpfe es heißen Tees bildeten feine Schleier. Ich dachte über den Mond nach und natürlich auch über den Mond im Tarot, meinem momentanen Thema Nr.1. Es tut einfach gut, wieder so einzutauchen. Der Mond gehört zu den Karten, die oft negativ gedeutet werden. Ich selbst mag die Karte sehr.

Der Mond erhellt den Weg durch die Nacht, aber sein Licht ist blass und geheimnisvoll. Es gibt viele finstere Bereiche, die er nicht ausleuchtet. Wenn du den mondbeschienenen Pfad entlangwanderst, genügt ein Fehltritt, um sich in beinahe völliger Dunkelheit wiederzufinden. Wir können nur schemenhaft erahnen, was in den Schatten wartet…der Mond, so eng an unser Unterbewußtsein gekoppelt, wird immer nur Teilbereiche unserer Psyche beleuchten und uns somit auch immer wieder mit unseren (unterbewußten) Ängsten konfrontieren. Den Mond kümmert es nicht, was unsere Ratio rät. Wenn wir mit ihm arbeiten, dann können wir uns nur auf unser Gefühl, unsere Intuition verlassen, wir müssen auf unseren Bauch hören. Die Kraft des Mondes als Verbündeter des Wassers ist wie der Nebel nicht greifbar, undurchsichtig und manchmal auch beängstigend, vor allem, wenn wir nicht bereit sind, bestimmte Dinge anzusehen.

In meiner kleinen Mitternachtslegung tauchte der Mond aber nicht auf. Stattdessen zeigte sich die Hohepriesterin an der Seite des Königs der Kelche als Fundament für berufliche Ziele. Das ist eine Kombi, die mir sehr gefällt. Die Hohepriesterin lernt und lehrt, dies sind ihre Hauptaufgaben. Der König der Kelche muss erkennen, dass es nur eines gibt, das ihn in einer uferlosen Wasserwelt trägt – sein Verlangen. So übersetzt man die traditionelle Kartenbedeutung auch mit „Tragendem Verlangen“. Der Tee tat bald seine Wirkung und ich pustete die Kerze aus, legte die Karten zurück in ihren weinroten Samtbeutel und ging schlafen.

Ich hoffe, dass ich bald wieder mehr Bilder in meine Blogposts einbauen kann, vor allem auch Bilder aus dem Waite Tarot. Da warte ich aber noch auf die Freigabe durch den Verlag.

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2 Gedanken zu “Finster war´s, der Mond schien helle

  1. Woa!
    Ich danke dir für diese Anregung!
    ich lege seit 13 Jahren Karten, aber so hab ich den Mond noch nie betrachtet, das macht das Bild für mich endlich rund 🙂

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