Langes Wochenende

Am Freitag gab es für meinen Freund und mich etwas zu feiern. Wie jedes Jahr am Tag der deutschen Einheit, feierten wir unsere persönliche „OstWest Connection“ 😉 Dieses mal genossen wir das herrliche Oktober Wetter im Stadtpark auf einer gemütlichen Bank, sein Kopf in meinem Schoß, dazu ein Eis im Hörnchen. Je relaxter wir waren, desto gestresster wirkten die Eichhörnchen! Wir sahen mindestens 5 der kleinen Kerle, die überall emsig ihre Wintervorräte einsammelten. Ich sah hoch durch das grüne Blätterdach und zählte die Sonnenstrahlen, die hindurchfiehlen.

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Am frühen Nachmittag schlenderten wir ganz gemütlich nach Hause und kochten zusammen. Ab auf die Couch – aber nicht sehr lange 😉 Spontaner Kinobesuch „Dracula Untold“! Als der Film zuende war, liefen wir durch die dunklen Gassen der Altstadt Richtung Park. Dabei kamen wir auch an der Fieselstraße vorbei…vielleicht erinnert sich jemand – das war die Gasse, in der es spuken soll. Wir blieben stehen und konnten bis zum Ende der Gasse sehen, wo zwei Baustellenlampen wie rote Augen in der Dunkelheit leuchteten. Ich dachte, vielleicht sollten wir einfach wie 2 neugierige Teenager die „Mutprobe“ wagen und durch die Gasse laufen. Aber etwas sagte mir, dass das keine gute Idee war. Es war nicht Angst, die mich zurück hielt, sondern Respekt.

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Ohne irgendwelche Vorbereitung, ohne Schutz, sollte man sich auf solche Abenteuer nicht einlassen. Ich denke, dass viele magische Pannen, Heimsuchungen und anderes Übel aus unüberlegten Handlungen wie diesen entstehen. Ich widerstand dem Drang, dort hinzugehen, wandte mich ab von der Versuchung, die dort in der Dunkelheit lockte und mein Freund tat es mir in stillschweigender Übereinkunft nach. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass es nicht meine Angelegenheit ist. Würde ich dort wohnen und mich belästigt fühlen, dann hätte ich alles Recht der Welt, etwas dagegen zu unternehmen. Vielleicht auch, wenn jemand meine Hilfe bräuchte und selbst nicht wüßte, was man tun kann. Aber einfach dort hingehen und mich in fremde Angelegenheiten mischen, ist nicht mein Stil.

Stattdessen genossen wir das Mondlicht auf dem stillen Stadtparksee und die Geräusche der Nacht. Passend zum Kinofilm sahen wir den kleinen Fledermäusen zu, die pfeilschnell an uns vorbei schossen. Ein Tag nach meinem Geschmack, mit goldenem Sonnenlicht und blassem Mondenschein. Am Samstag ging es nach dem Frühstück in die Bibliothek, wo ich mir via Fernleihe ein Buch zur Signaturenlehre des Paracelsus bestellt hatte. Leider darf ich es nur in den Räumen der Bibliothek nutzen. In der Bibliothek wurde meine Geduld auf die Probe gestellt, als ein älterer Mann der Meinung war, die Angstellten als inkompetent hinzustellen, weil er selbst seine Ausleihfrist überschritten hatte…der Kerl posaunte ich einer Lautstärke herum, dass alle Blicke auf ihn gerichtet waren. Ich lese gern in Ruhe…jedenfalls genügte mir die Stunde, die ich durch das Buch blätterte, um mich zum Kauf zu entscheiden. Es ist großartig und da ich vorhabe, im kommenden Jahr einen Kurs zur Intuitiven Kräuterkunde anzubieten, werde ich noch oft auf den Titel zurückgreifen können.

Heute ist Herbstfest in meiner Heimatstadt, aber es regnet in Strömen. Heute Morgen war der Hausputz dran und jetzt relaxe ich auf der Couch, während eine Ahnenräucherung auf meinem Altar vor sich hinglimmt. Mir spukt seit der Eröffnung meines Etsy Shops eine Idee im Kopf herum. Gibt es etwas, dass ihr zum Hexentum, zum Okultismus und der Magie vermisst? Was verbindet ihr mit meinem Blog und mir? Ich wüßte gern, warum ihr hier lest, was euch besonders gefällt. Wenn ihr Lust habt, schreibt einen Kommentar oder eine mail, wenn es persönlicher ist. Ich habe das Gefühl, da ist etwas in mir, das raus will, aber ich kann es nicht richtig fassen.

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2 Gedanken zu “Langes Wochenende

  1. ich lese noch nicht so lange regelmäßig hier. immer mal wieder zufällig reingeschaut, aber gekriegt hast du mich mit dem Beitrag „Utiseti – Draußensitzen.“
    Mir gefällt die Mischung aus Kompetenz und Persönlichem. Ich mag deine Metaphern. Und Zweifel.

    • Vielen Dank Gann. Ich habe mir fest vorgenommen, mehr Beiträge wie zum Utiseti zu schreiben, was nicht immer einfach ist. Die Erlebnisse sind oft sehr persönlich, weshalb ich vielen Texten eine leicht lyrische Note verleihe.

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