Samhain mal anders

Das war also Samhain 2014. Etwas anders, als sonst, aber nicht minder interessant. Der Freitag Abend stand ganz im Zeichen des Kürbis 😉 Als ich meine erste Kürbissuppe gekocht habe, ging der Schuß fürchterlich nach hinten los. Aber dieses mal, soooo lecker! Wir kochten gemeinsam und hatten viel Spaß. Wer Katzenbabies nach der Mahlzeit beobachtet, sieht, wie ihre kleinen Bäuchlein ganz kugelig werden – so ähnlich war es bei uns auch 😉 Wir stellten eine Schüssel mit Suppe für die hungrigen Seelen raus und entzündeten eine Ahnenräucherung. Eigentlich wollten wir nach Einbruch der Dunkelheit zum Friedhof, aber die Couch war so einladend, der Kerzenschein so schön schummrig und außerdem waren da noch die neuen Folgen von Supernatural…

Kurz vor dem einschlafen sprach ich in Gedanken noch einige Wünsche für meinen weiteren magischen Weg aus. Ich werde mehr auf meine Instinkte vertrauen und weniger vergleichen. Jetzt, wo die dunkle Zeit beginnt, entscheide ich mich ganz bewußt dazu, sie besser kennenzulernen. Jemand schrieb mir, dass das „erschreckende“, über das ich manchmal schreibe, eines der faszinierendsten Themen sei. Das Erschreckende…das Wort ging mir nicht mehr aus dem Kopf und mit diesen Gedanken schlief ich ein.

Samstag morgen fiehl goldenes Sonnenlicht ins Zimmer und nach einem gemütlichen Frühstück besuchten wir den Friedhof. In meiner Gegend ist der 1. November ein Feiertag und der Friedhof gleicht einem Wallfahrtsort! Wir entzündeten einen Räucherkegel und umrundeten das Grab gegen den Uhrzeigersinn, grenzten uns durch einen Runenzauber vom Trubel um uns herum ab und luden unsere Ahnen ein, mit uns durch die dunkle Jahreshälfte zu wandern. Der Duft des Räucherkegels bescherte uns einige neugierige Blicke, aber dabei blieb es auch. Mein Familiar flog in einem weiten Halbkreis vorbei und war wohl auf dem Weg zu seinem Jagdgebiet. Diese Zeichen sind immer etwas besonderes, es sind Momente von purer Magie.

Pilzkolonie

Vom Friedhof aus fuhren wir zu einem Waldstück, welches ich erst kürzlich mit den Kräuterleuten erkundet hatte und auf dem Weg hörten wir die Cd von Deadman´s Bones – eigentlich eine wirklich passende Musik für diese Jahreszeit. Es war warm und sonnig, und von daher so gar nicht passend zur Jahreszeit, aber man nimmt, was man kriegen kann. Im Wald trafen wir eine Gruppe von Leuten, die sich angeregt über Strukturen in der Natur unterhielt und wir folgten ihrem Blick zu einem Baumstumpf, auf dem Pilze wuchsen. Ihre Anordnung war wirklich irre und glich einer Kathedrale! Die Leute waren Fremde, aber für einen Moment waren wir Verbündete, was die Liebe zur Natur und ihre Wunder anging. Ich übte mich ein wenig im Bestimmen der Bäume und erinnerte mich an die Bücher, die mir meine Ausbilderin empfohlen hatte, z.B. Bäume nach Knsopen bestimmen, etc. Ich fand den Baum wieder, den ich mir beim Kurs ausgesucht hatte – eine junge Kastanie und grüßte sie mit den Worten „hab doch gesagt, ich komm`dich nochmal besuchen“ 😉 Dornröschen

Kurz darauf wurde es etwas ernster – seine und meine Ansichten zu Fragen der Erziehung. Wir sind noch keine Eltern, aber wir üben schon mal haha. Er wuchs sehr behütet auf, vieles wurde in seiner Familie von ihm ferngehalten, so dass seine Kindheit relativ unbeschwert verlief. Erst später meinte er, dass es ihm nicht gut getan hat, denn er hat nie gelernt, wie man Probleme löst und Sachen durchsteht. Bei mir war das nie so, es gab keine Geheimnisse in meiner Familie, kein Schönreden, kein unter den Teppich kehren. Ich bin mit dem anderen Extrem aufgewachsen und weiß einige Dinge, die ich lieber nie erfahren hätte, denn sie bedeuten eine große Verantwortung. Wir spielten Situationen durch, wie man einem Kind Dinge beibringen kann, die schlimm sind, und er war der Ansicht, manche Dinge würden eine kindliche Seele zerstören. Ich wiederum denke, Wissen und Wahrheit sind wichtig. Das Thema war intensiv und irgendwann fuhr er alle Schilde hoch und entgegen meiner Angewohnheit, jetzt erst Recht zu bohren, zog ich es vor, wirklich tief in mich zu gehen und darüber nachzugehen. Waldgeist

Ich kam für mich zu den Entschluß, dass es auf das Kind ankommt. Was für eine Seele hat er/sie? Wie viel verträgt dieser kleine Mensch in einem gewissen Alter? Was ist gut für ihn/sie und was entspringt dem Ego seiner Eltern? Ich stieß meinem Freund freundschaftlich an die Schulter und sagte, bevor irgendwer irgendwas sagt, unterhalten wir uns als erstes darüber und zwar gemeinsam. So können wir sicherstellen, dass wir als Eltern an einem Strang ziehen und jeder eine zweite Meinung gehört hat. Der Druck war raus und wir wechselten das Thema. Im Nachhinein muss ich sagen, dass mich dieses Ahnenfest versöhnlich gestimmt hat, wenn ich mir überlege, dass ich irgendwann selbst eine Ahnin sein werde. Sonnenbad

Advertisements

Ein Gedanke zu “Samhain mal anders

  1. Mir hat Dein Samhainbericht wirklich sehr gut gefallen. Vor allem war er äußerst entlastend, da wir am Freitag Abend eigentlich auch noch das ein oder andere Ritual vorhatten und dann um 22.15 Uhr ins Bett gestiefelt sind. 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s