Vorweihnachtszeit

Ich weiß, ich bin ein bißchen spät dran, aber es war einiges los in den letzten Wochen. Auch, wenn der 2. Advent schon hinter uns liegt, möchte ich noch kurz davon berichten, wie wir die Adventssonntage feiern. Jede Kerze, die wir entzünden, steht für eine Jahreszeit des verstreichenden Jahres. Wir beginnen mit dem Frühling und während wir der Kerzenflamme zusehen, wie sie ihr warmes Licht verbreitet, lassen wir zusammen die jeweilige Jahreszeit mit all ihren kleinen und großen, guten und schlechten Ereignissen, Revue passieren. Wir erinnern uns, jeder für sich und dann zusammen, was alles passiert ist. So erleben wir während der Adventszeit noch einmal alle Stationen des Jahresrades, bevor dieses für die Zeit der Rauhnächte, die Zeit zwischen den Jahren, still steht. Ich habe während dieser Rückblicke etwas wichtiges feststellen können. Mein Instinkt, meine Menschenkenntnis, das sind Dinge, denen ich wirklich vertrauen kann. In diesem Jahr habe ich mehrmals die innere Stimme zugunsten des Verstandes abgestellt und ich bin damit so fürchterlich schlecht gefahren. Ich bin aber nicht traurig, im Gegenteil. Manches erkennt man besser spät als nie.

Dieses Jahr ist die Vorweihnachtszeit auch musikalisch geprägt, denn gestern hatte ich einen Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt. Das Orchester spielt wohl noch ein zweites mal, aber wir bekommen die Termine immer auf den letzten Drücker (gestern z.B. 2 Stunden vorher!). Es ist schon klasse, wenn du auf der Bühne stehst und die Leute sich dicht an dicht drängen. Wenn man dann mal hochguckt, weg vom Notenpult und das auf sich wirken läßt, wird einem trotz der Kälte ganz warm ums Herz. Passend dazu waren wir am Wochenende mit meinem Bruder und seiner Freundin für „Paar-Interviews“ in Köln an der Hohenzollernbrücke. Hinterher haben wir uns im „Päffgen“ beim Jazzfrühschoppen mit hausgemachter Gulaschsuppe und viel Bier vom Fass aufgewärmt!

Der letzte Vollmond war sehr schön. Wir räucherten Nordischen Festrauch und mischten unseren Zaubergesang hinein, während das Licht der Bienenwachskerze auf der Fensterbank flackerte. Immer wieder schoben sich Wolkenschleier vor den Mond, aber als wir in der alten Tradition des Galdr sangen, verschwanden die Schleier für einen Moment und der Mond lächelte sichtlich zufrieden herab. In der Nacht hatte ich eine Eingebung, was meine Bilsenkrautpflanze auf dem Balkon betraf, was am kommenden Tag dazu führte, dass ich sie winterfest machte 😉 Es hieß, sie sei nur einjährig und würde so oder so eingehen, aber ich könnte schwören, sie treibt im nächsten Jahr neu aus…wir werden sehen. Die Giftigen sind zur Zeit wieder sehr präsent, ich studiere alles, was mit Narkosemitteln zu tun hat und natürlich auch die Betäubungsmittel von der Antike bis heute. Opium, oh Opium 😉

Ich freue mich auf die Rauhnächte und viele neue Rituale und Geschichten, die damit einhergehen. Ich stecke quasi bis zu den Ellbogen in Recherche, was die alten Bräuche angeht. Die Weihnachtsgeschenke für Familie und Freunde sind alle in Arbeit – die Küche ist sozusagen nicht mehr begehbar. Heute habe ich einige Mazerate abgeseiht und umgefüllt, den Lavendelessig durchgesiebt und die Thymiantinktur noch mal ordentlich geschüttelt. Am Freitag besorge ich mir in meiner Lieblingsapotheke (die führen noch Spinnradprodukte!) noch gereinigte Bienenwachsplättchen und einige getrocknete Kräuter auf dem Markt, aber zuvor gönne ich mir mit meiner Mutter ein leckeres Frühstück in unserem Stammcafé, welches im Stil der Renaissance eingerichtet ist. Bis zum Wochenende will ich Etiketten fertig stellen. Am Sonntag ist das letzte mal Kegeln für dieses Jahr und dann gibt es noch eine garantiert feuchtfröhliche Weihnachtsfeier im Musikstudio, bevor es besinnlich wird. Ich weiß nicht, wo ich noch den Ausflug nach Deventer zum Charles Dickens Festival hinstecken soll, aber man feiere die Feste, wie sie fallen 😉

Ich hoffe, ihr kommt alle gut durch die Vorweihnachtszeit!

 

 

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