Blauer Mond und Lughnasad

Am Freitag, den 31. Juli findet ein Blauer Mond statt. Wer nicht weiß, was das ist – es ist der zweite Vollmond in einem Monat und kommt nicht all zu oft vor. Wünsche sollen an diesem Tag leichter in Erfüllung gehen, Orakel besser gedeutet werden und Rituale von größerem Erfolg gekrönt sein. Eine Mondphase beginnt wie eine Welle, steigt an, erreicht ihren Höhepunkt und ebbt langsam wieder ab. Der Blaue Mond öffnet in diesem Jahr die Pforten zum alten Erntefest Lughnasad, dem ersten der Erntefeste im Jahreslauf. Lugh, der keltische Sonnengott, der Meister in vielen Künsten war, gibt dem Feuerfest seinen Namen. Es ist die Zeit der Kornernte und somit auch die Zeit der Korngeister.

In damaliger Zeit wurden auf dem Feld einige Ähren stehengelassen und aus ihnen wurden Kornpuppen, auch Kornmuhmen genannt, geflochten. Der Korngeist floh vor der Sense (dem Schnitter Tod) in diese Kornpuppen und überdauerte bis zum nächsten Jahr, wo er dem Feld zurück gegeben wurde. Schöne Bräuche aus dieser Zeit sind z.B. das backen von Kräuterfladen, überhaupt das Brotbacken. Ich werde am Wochenende auf jeden Fall meinen Kräuterfladen backen, wie jedes Jahr um diese Zeit. Kornfeld

Während wir bei Festen im Winter, mitten in der Dunkelheit und Kälte das Licht feiern, in Form von Kerzen und Feuerschein, vergessen wir im entgegen gesetzten Jahr gern mal den Gegenaspekt zu Sonne und Fülle. Bei mir ist es so, dass während Lughnasad auch ganz stark der Aspekt des Schnitters zugegen ist. Er will ernten, so wie die Karte Tod XIII im Tarot. Mich faszinieren auch die dunklen Korngeister, die arglose Spaziergänger um die Mittagsstunde ins Feld ziehen und für immer verschlucken. Der Kornwolf, die dämonisierte Kornmuhme. Wenn man um die Mittagszeit an einem Feld vorbei geht, bspw. an einem Maisfeld, kann man tief im Innern noch ein mulmiges Gefühl erspüren…und spätestens, wenn wir Kinder des Zorns geguckt haben, ist es mit der Ruhe im Maisfeld vorbei 😉

Wer die Möglichkeit hat, sollte Brombeeren und Stachelbeeren sammeln, Dinge, die die Natur uns jetzt schenkt. Allein dadurch, dass man gewahr wird, was draußen vor sich geht, verbindet man sich mit dem Land unter seinen Füßen.

Der grüne Mantel, vermischt mit dem Gold des Getreides, bedeckt die Erde. Die Wurzeln reichen tief hinab ins Erdreich, dorthin wo Schicht um Schicht abgestorbenen Pflanzenmaterials und die Knochen unserer Toten die fruchtbare Grundlage für Wachstum und Vegetation bilden. Ein Stück tiefer noch liegt das Mineralreich, sowie die dunklen Wasser unterirdischer Frischwasserseen und Quellen. Alles ist miteinander verbunden, zu jeder Zeit. Jedes Fest im Jahreslauf lädt dazu ein, inne zu halten und zu erkennen, wo der Mensch in dieses Gefüge paßt. Wir müssen nicht die Feinde des Natur sein, wir sind ihr Bewußtsein, die Welt, die sich selbst erkennt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s