Wie ich zur Astrologie kam

©Karte aus dem Wildwood-Tarot, Arun-Verlag, ISBN 9783866630512

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Manchmal muß ich schon überlegen, wenn man mich fragt, wie lange ich bestimmte Dinge bereits mache, aber beim Thema Astrologie weiß ich es ziemlich genau. Ich war 5 Jahre alt. Im Kindergarten wurden die Stühle im Kreis aufgestellt und wir sangen ein Lied, in welchem jeder Monat einmal vorkam. Die Kinder, die in dem jeweiligen Monat Geburtstag hatten, mußten aufstehen und die besonderen Merkmale des Monats besingen. Ich war ein sehr schüchternes Kind und konnte mir noch dazu partout nicht merken, wann ich geboren worden bin. Aber ich war auch ein einfallsreiches Kind, denn ich wußte, welche 2 Kinder aus der Gruppe in meinem Monat Geburtstag hatten. Wenn die beiden Kinder aufstanden, stand ich auch auf 😉

Das ging eine Weile gut, doch irgendwann flog ich auf. Die Kinder waren einges Tages beide nicht da und ich blieb sitzen, als im Märzen der Bauer die Rösslein einspannte…meine Leiterin zog die Brauen hoch und fragte sich, warum ich nicht aufstand, wo ich doch die Wochen zuvor immer “gewußt” hatte, dass der März mein Monat ist! Das war der Moment, wo ich in Tränen ausbrach und am liebsten im Erdboden versunken wäre. Ich rannte zur Toilette und weigerte mich erfolgreich, wieder in die Gruppe zurückzukehren.

Meine Mutter mußte kommen und mich abholen, weil die Welt untergegangen war. Um das Drama nicht noch einmal miterleben zu müssen, griff sie zu einer List. Sie kaufte ein kleines Büchlein über die Fische-Kinder und las mir daraus vor. Ich erkannte mich in jeder Zeile und vergaß nie wieder meinen Geburtsmonat. Je älter ich wurde, desto mehr wuchs das Interesse an Astrologie bis hin zu den komplexen Vorgängen und der Geschichte im Hintergrund. Ich begann, die ersten Gehversuche zu unternehmen, indem ich Horoskope für meine Familie, später dann für Freunde und Bekannte erstellte. Neben der Stundenastrologie ist es auch immer wieder sehr nützlich, die ganz allgemeine Qualität der Zeit mithilfe der Astrologie einzufangen und zu interpretieren.

Alles innerhalb und außerhalb dieser Welt hat Einfluß auf uns. Dem Mond als Regler der Gezeiten von Ebbe und Flut spricht spätestens seit dem Mondkalender niemand mehr diesen Einfluß ab. Doch auch die übrigen Planeten und Himmelskörper unseres Sonnensystems nehmen maßgeblich Einfluß auf das irdische Geschehen. In den Anfängen der Astrologie war es nicht üblich, Geburtshoroskope für einzelne Personen zu erstellen, wie wir sie heute kennen. Vielmehr ging es um die Qualität der Zeit, also um Fragen nach Krieg und Frieden, Ernte oder Mißernte, Fülle oder Krankheit & Seuchen.

Später dann wurden Geburtshoroskope für einzelne, wichtige Personen aus der herrschenden Klasse erstellt und irgendwann wurden diese Deutungen so wichtig, dass Mütter alles erdenkliche taten, um den bestmöglichen Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes abzupassen, damit es ein möglichst mächtiger König oder Kriegsherr werden kann. Heute sehen wir dies natürlich etwas anders, denn es gibt kein reines Gut und Schlecht in einem Horoskop, viel eher Stärken und Schwächen, die es uns ermöglichen, uns selbst besser einzuschätzen und den für uns optimalen Lebensweg beschreiten zu können.

Astrologie hilft Menschen, die in einer bestimmten Lebenssituation nach Antworten in sich selbst und der Umwelt suchen. Ist man z.B. im Job nicht länger glücklich, kriselt es vielleicht in der Partnerschaft oder möchte man wissen, wann in der nächsten Zeit ein wichtiges Vorhaben auf Unterstützung „von oben“ zählen kann, dann kommt die astrologische Beratung zum Einsatz.

Im Geburtshoroskop finden wir unsere Anlagen, die Grundausstattung, mit der wir auf die Welt gekommen sind. Wir können ablesen, welche Dinge uns scheinbar von allein zufallen, und welche Dinge uns enorm herausfordern. Niemals ist uns jedoch ein Lebensweg ganz verschlossen.

Für eine genaue Radix Deutung benötigt man Angaben zu Geburtsort, Geburtsdatum und Geburtszeit. Man sollte sich allerdings immer klar machen, dass ein Computerprogramm niemals den Blick in den nächtlichen Sternenhimmel ersetz kann.

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Ein Gedanke zu “Wie ich zur Astrologie kam

  1. Pingback: Astrologie als Wegweiser | Kessel & Kerze

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