Drei Haselnüsse für das Schicksal

Es ist schon Monate her, dass ich diesen Traum hatte. Viel mehr war es wie das driften zwischen der Welt des Schlafes und des Wachseins. Ich sah drei alte Frauen in einem bekannten Waldstück stehen, und kurz darauf wuchsen dort Haselsträucher. Ich hatte darum gebeten, man möge mich doch bitte wissen lassen, welch adäquate Opfergabe für die damalige Angelegenheit gewünscht wird. Wie passend, dass Haselnüsse auch eine Totenspeise darstellten. Ich suchte eine halbe Ewigkeit nach Haselnüssen, wirklich überall, wo ich lang lief. Nichts. Es schien fast, als wollten die Nussbäume und Sträucher dieses Jahr keinen Ertrag bringen. Vielleicht hatten die Eichhörnchen (Rattatösk?!) schon alle Nüsse gefressen oder vergraben und ich war immer zu spät, aber ich hatte das ganze Jahr lang nicht mal die unreifen grünen Nüsse gesehen. Wahrscheinlich hat der Haselwurm sie gefressen, jene weisse Schlange mit goldener Krone, die alle Geheimnisse des Landes kennt…IMG_20151119_161744

Man hält seine Versprechen gegenüber den Schicksalsfrauen, wenn sie sich schon so klar äußern. Der Zufall wollte es, dass ich schließlich doch noch zu meinen 3 Haselnüssen kam und vor einigen Tagen machte ich mich auf in den Wald, um sie an genau der Stelle zu vergraben, die ich im Traum gesehen hatte. Grau und trüb war der Tag, wolkenverhangen der Himmel. Am Eingang zum Wald saß eine grosse, schwarze Krähe. Sie sah hinüber und fungierte als Wächter zwischen der uns bekannten Realität und der Welt hinter den Schleiern. Keine Menschenseele begegnete mir auf meinem Weg, nachdem ich den „Eingang“ passiert hatte. Es dauerte nicht lange und ich hatte den Ort erreicht. Mit dem Stiefel schob ich das dichte Laub zur Seite und grub die erste von 3 flachen Mulden in den feuchten Waldboden. Bevor die Nuss darin verschwand, nahm sie einige geflüsterte Worte mit auf die Reise. Dasselbe geschah mit den beiden anderen. Als die letzte Nuss begraben wurde, setzte ein sanfter Regenschauer ein, fast so, als wollte jemand sagen, hier kommt der fruchtbare Regen, der die Nüsse keimen läßt.

Ich verließ den Ort schweigend und machte mich auf den Heimweg, begleitet von inneren Bildern, die an die Oberfläche stiegen. Ich sah 3 Haselsträucher wachsen, und fragte mich, ob sie in meiner Welt oder in ihrer Welt erscheinen.

Advertisements

3 Gedanken zu “Drei Haselnüsse für das Schicksal

  1. Ich hab vor paar Tagen eine Häufung von erinnerten Träumen – sehr intensiv und ich kann mich nicht erinnern, jemals soviel und so deutlich geträumt zu haben. (Danach hatte ich noch einen Traum mit Krabbensalat (die Krabben kamen zweimal vor), da kann ich überhaupt nichts mit anfangen, es gab keinen Anlass in der Realität, ich hab da auch wenig Bezug zu. (Da gibt es ja so Racheseiten, da werden Krabben in die Gardinen eingenäht oder so Fiesigkeiten, ich hoff mal, das hat nichts damit zu tun, und opfern will ich eigentlich auch keine Krabben.)
    Die anderen Träume waren fast alle gut deutbar. Ich sehe generell, dass sich was bewegt, dass mir was geschickt wird.

    • Manchmal fragt man sich echt, wo manche Träume herkommen. Ich sehe oft einen Unterschied zwischen „banalen“ Alltagsträumen und denen, die wichtige Botschaften beinhalten. Führst du ein Traumjournal?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s