Vollmond, Kräuter, Heilsteine & Balance

Der Vollmond vergangenen Freitag war einfach atemberaubend schön! Die ganze vorangegangene Woche kam mir vor wie eine Welle, die ihren Höhepunkt an eben diesem Freitag erreicht hatte und nun so langsam wieder abebbt. Die perfekte Welle 😉

Als der Mond im Zenit stand, machten wir uns auf zu einem nächtlichen Spaziergang durch die stillen Straßen unserer Nachbarschaft. Direkt neben dem Friedhof sah mein Freund einen Schatten, der Richtung Gebüsch wuselte. Eine dicke Erdkröte, welche die Abkühlung nutzte, um zu wandern und sich gen Morgen wieder fein einzugraben, um sich vor Austrocknung zu schützen. Wir wollten sie erst fotografieren, aber das kleine Krötenherz wummerte vor Aufregung und so ließen wir sie schnell wieder frei. vollmondinfischen

Etwas später durchquerten wir das kleine Wäldchen, welches selbst im Mondenschein noch stockdunkel erschien. Wir kamen bei den Feldern raus und liefen bis dorthin, wo der Mond die Landschaft förmlich mit seinem blassen, magischen Schein überflutete. Nicht nur Steine mögen das Mondlicht und laden sich darin auf – auch wir Menschen – vorausgesetzt, wir lassen es direkt an unsere nackte Haut. Ja, in meiner Heimatstadt gibt es sie noch, die Hexen, die im Mondlicht tanzen…

Meinen Steinen gönnte ich dann auch ein Bad im Mondlicht und legte sie alle raus auf den Balkon. Ich meine, sie leuchteten am nächsten Morgen mehr als sonst. Das war auch so eine Sache, die der Mond angestoßen hatte – die Arbeit mit Heilsteinen wieder aufzunehmen. Ich hatte das mal probiert, aber nicht immer funktioniert alles auf Anhieb – manches braucht einfach Zeit. Lange dachte ich, Kräuterkunde und Heilsteine – wie soll das zusammen passen? Dann stieß ich auf die Signaturenlehre und auf Paracelsus, Hildegard von Bingen, Agrippa von Nettesheim u.v.m. welche alle eines gemeinsam haben: sie arbeiteten mit Pflanzen und Steinen und sogar mit den Sternen. Gibt es eine schönere, ganzheitlichere Sicht auf die Welt und unseren Platz darin? heilsteinvielfalt

Neben der Mythologie und der Metaphysik sind es auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die dafür sorgen, dass ich nicht abhebe. Diese erdigen Themen sorgen dafür, dass man mit anderen kommunizieren kann und das, was man gefühlsmäßig oder gedanklich erfasst, auch rüberzubringen vermag. Für mich ist Kommunikation eine Herausforderung. Ich suche stets nach Wegen, mein Wissen so weiterzugeben, wie es mein Gegenüber am besten verstehen kann. Das ist wie Übersetzungsarbeit – die eigenen Gedanken in die Welt zu entlassen.

Steine und Kräuter haben außerdem den Vorteil, dass sie ganz real im Sinne von „mit den Sinnen erfahrbar“ sind. Man kann sie anfassen, mit ihnen arbeiten, sie existieren nicht nur in der Theorie. Das erdet so ungemein. Durch diese Sicht auf die Welt ist mir jetzt vieles klarer geworden. Ich versuche, stets Parallelen zu ziehen, zu dem Fleckchen Erde, auf dem ich lebe. Die Kräuterkunde fördert die alten Mythen und Überlieferungen zutage, neben all den wundervollen praktischen Anwendungsmöglichkeiten. Sogar in den Ortsnamen finden sich solche Spuren, wie in „Hülsdonk“. Hülsdorn ist der alte Name der Stechpalme – den Kelten heilig, immergrün, mit dem Mythos des Stechpalmkönigs und des Eichenkönigs verbunden, welche die lichte und die dunkle Jahreshälfte unter sich aufteilen. Donk als Erhebung in einer überwiegend sumpfigen Landschaft. Alles hier war einst ein Moor. kniewurzeln

Die Beschäftigung mit Edelsteinen und in Zuge dessen die Geschichte des Bergbaus in meiner Region – wieder ein Zusammenhang, dem man nachgehen kann. Leser, die weiter weg wohnen, möchte ich einfach inspirieren, sich mit den Besonderheiten an ihrem jeweiligen Heimatort zu befassen. Das ist es doch, was uns heutzutage oft fehlt – ein echter Bezug zum Land, zur Natur, zur Geschichte. Physisch fassbar. Raus aus dem Kopf, rein in die Welt der Sinne. Körper, Geist und Seele, Baby! Das ist Animismus.

Und noch etwas tun Kräuter und Minerale für uns – sie geben uns einen Teil unserer Unabhängigkeit zurück. Sie helfen uns, uns selbst zu helfen. Ich bin keine Heilerin, die Diagnosen stellt und irgendwas verordnet. Ich kann aber auf Erfahrung und Wissen zurück greifen, welches ich sehr, sehr gern und mit wachsender Begeisterung weitergeben möchte. Es läuft immer auf eines hinaus: Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst. Darin liegt die Macht jedes Einzelnen begründet. Die nahende Herbsttag- und Nachtgleiche bringt in diesem Jahr eine lang ersehnte Balance in mein Leben, meine Gefühlswelt und mein physisches Empfinden! Ich hoffe, euch geht es ähnlich. herbstimpressionen

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2 Gedanken zu “Vollmond, Kräuter, Heilsteine & Balance

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