Von Macht & Ohnmacht

Verschwommen und ohne Kontur kann sich das Leben anfühlen, wenn man sich ablenken läßt. Vereinfachung bringt oft Klarheit.

Songtext Billy Talent „Kingdom of ZOD“

We’ll never drink your medicine and we’ll never think your way
Masters of broken promises are born to manipulate
Your mind is a vault of prejudice but we see through the door
Your dirty little secrets aren’t so secret anymore

We’ll never drink your medicine and we’ll never think your way
You’re tied to an ideology from a book that’s out of date
No room for your daft intolerance left in this day and age
We’re not gonna go down quietly
We’re not gonna be afraid

‚Cause under the cloak of sanity’s a madman in disguise
Are we blind, blind, blind?

We’re slamming the doors of democracy on those who are not the same
We’re casting the stones at liberty but no one takes the blame
Your cup is full of promise but there’s nothing left in mine
Tell me why… 

Kessel & Kerze ist kein politischer Blog und dennoch möchte ich den heutigen Mond im Skorpion nutzen, um ein wenig über Macht & Ohnmacht im Jahr 2017 zu schreiben. In den letzten Monaten sah ich dabei zu, wie Menschen mehr und mehr verzweifelt sind. Angesichts der aktuellen, politischen Situation und angesichts der weiter fortschreitenden Zerstörung und Ausbeutung der Erde. Ich sah, wie Menschen aufgaben, die zuvor im Umweltschutz tätig waren und eine Stimme hatten, sah wie sie desillusioniert ihre Arbeit niederlegten und der allgemeinen Ohnmacht folgten, die uns alle nieder zu drücken scheint.

Veganes Chilli – ohne Carne 😉

Das ist nur ein Beispiel und mehr möchte ich auch nicht anführen – wir alle wissen, wer derzeit regiert – sei es in Deutschland, den USA oder der Türkei. Richten wir unser Augenmerk auf das weltpolitische Geschehen, ist es kein Wunder, dass die Ohnmacht überwiegt. Ohnmacht entsteht aus dem Gefühl der Hilflosigkeit und dieses wiederum keimt dort, wo wir anfangen zu denken, das was wir tun, das macht doch keinen Unterschied…und wer noch daran glaubt, dass es einen macht, der ist ein hoffnungsloser Idealist. Ich bin eine dieser hoffnungsVOLLEN Idealisten und hier schreibe ich, warum.

Ich richte mein Augenmerk auf Dinge, die ich persönlich tun kann. Ich weiß, wo meine persönliche Macht liegt – ich kann (mit)entscheiden, wer mein Geld als Verbraucher bekommt. Ich mache kein großes Ding daraus, dass ich seit einem knappen Jahr vegan lebe, bin nicht darauf aus, andere zu bekehren – und dennoch kläre ich gern auf, wenn man mich fragt. Ich unterstütze keine Massentierhaltung und keine Tierquälerei. Ich erspare euch all die Schock Infos und Bilder und Grausamkeiten. Ich habe nicht die Macht, Schlachthöfe zu schließen oder das Tierleid zu beenden – würde ich meine Aufmerksamkeit darauf richten, wäre ich längst verzweifelt. Und nein – es ist nicht teurer, als die Mischkost.

Kräutergarten NABU Naturschutzzentrum

Ich engagiere mich LOKAL für Umweltschutz und Umweltbildung – beruflich und ehrenamtlich. Einmal in der Woche unterstütze ich die Arbeit der hiesigen NABU Ortsgruppe und ebenso Einzelprojekte wie Krötenwanderung oder den Moerser Umwelttag. Für ehrenamtliche Arbeit bekommt man kein Geld – man muss aber auch keines ausgeben. Ich sehe dort, was ich geschafft habe – es ist „echt“, nicht bloß kopflastig. Natürlich sehe ich auch den Artenschwund, den wilden Müll oder den nächsten, gesunden Baum, der gefällt wird, damit seine Nadeln den gepflegten Gehweg nicht verschmutzen…aber ich engagiere mich und das mit Freude an der Sache! Auch hier gilt – würde ich meine Aufmerksamkeit auf die Verschmutzung der Weltmeere oder das abholzen der Regenwälder richten, wäre ich längst verzweifelt. Jeder kann etwas tun – vor Ort und unmittelbar. Das macht einen verdammt großen Unterschied.

Alle Jahre wieder – Krötenwanderung in der Littard

Nicht jedem von uns liegt Aktivismus in Form von Demonstrationen – da spreche ich aus Erfahrung. Als ich noch in Berlin Mitte gelebt habe, trat ich eines Morgens aus der Haustüre im Nikolaiviertel und wunderte mich über die Stille. Normalerweise musste ich mir den Weg bis vorn zur Straße freikämpfen, vor lauter Touristen! Es war alles abgeriegelt – eine Demo war im Gange und die Demonstranten hörte man aus der Ferne. Ich lief Richtung Alexanderplatz und dort standen Polizisten mit Schlagstöcken und Schutzschildern in einer Reihe – sie ließen niemanden durch zum Bahnhof. Das war eine sehr beängstigende Erfahrung und deshalb wird man mich auch nicht bei Demos antreffen. Nicht mein Ding.

Mein Widerstand, wenn man es denn so nennen will, ist friedlicher Natur und bei allem, was ich tue, versuche ich stets auf meine eigene Macht zu vertrauen. Ich glaube nicht, dass wir die Welt retten können, indem wir nach außen schauen. Schauen wir stattdessen nach innen – dort drinnen beginnt jede Verwandlung.

Das waren nur Beispiele – bitte denkt nicht, ich würde erwarten, dass ihr alle genau diese Schritte unternehmt. Seht es als Anregung – fühlt in euch hinein. Was könnt ihr tun für die Welt und für euch selbst? Seid enthusiastisch bei dem, was euch am Herzen liegt – eure Leidenschaft wird andere anstecken! Und hört ab und zu Punkrock – ehrlich – das hilft 😉

Think gobal – act local

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5 Gedanken zu “Von Macht & Ohnmacht

    • Zwischendurch zurück ziehen brauche ich auch – um die Akkus wieder aufzuladen und wieder zu mir zu finden. Nur sollten wir dort nicht den Anker werfen.

  1. AMEN! Aye, Eya, YEA!

    Ich hab lang gebraucht um zu begreifen, dass ich die Welt nicht verändern kann und dass ich täglich die Welt verändere, indem ich meine Macht in meinem All-Tag ausübe. Diese wunderbare Balance, dieser Tanz. Wir haben unendlich viel Macht und Verantwortung – über UNS SELBST. Das wirkt. Das ist genug. Das ist alles!

    Danke für deinen Text. =) ❤

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