Speaking „human“ & Jahresvorschau 2019!

Hallo ihr Lieben,

als allererstes möchte ich euch noch ein frohes neues Jahr 2019 wünschen! Long time no see – für alle, die mir nicht in den sozialen Netzwerken folgen, war es lange Zeit still im Blog. Ich glaube, der letzte Beitrag war von Mai 2018. Wie ihr seht, erstrahlt die Homepage in neuem Glanz, passend zum Beginn eines neuen Jahres! Mittlerweile ist mein kleiner Kräuterzwerg knappe 5 Monate alt und hält uns gut auf Trab! Er ist ein super Baby, lacht viel und wickelt alle um den Finger, weiss aber auch schon so richtig, was er will 😉 Das letzte Jahr war ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Es schien fast so, als wäre jedes schöne Ereignis zugleich auch von einer Katastrophe begleitet worden. Ende gut, alles gut, das wäre schön – aber das Leben ist zyklischer Natur und wir müssen uns auch in 2019 auf das stete auf und ab gefasst machen.

Meine Jungs auf Tour!

In diesem Beitrag möchte ich euch eine kleine, astrologische Jahresvorschau bieten, ein wenig auf den Wechsel der Monknotenachse eingehen (wer Infos braucht, was eine Monknotenachse ist, der kann meinen letzten Beitrag dazu hier lesen) und etwas aus dem Nähkästchen plaudern, wie sich bestimmte Ereignisse am Firmament hier unten auf der Erde ganz praktisch auswirken können.

Die Jahresvorschau ist eine Prognosemethode der Mundanastrologie, d.h., hier wird die Auswirkung der himmlischen Konstellationen für das Kollektiv, nicht, wie in der Deutung der Geburtshoroskope, für das Individuum vorgenommen. Es ist die älteste Form der Sterndeutung, lange bevor Horoskope für wichtige Persönlichkeiten erstellt wurden. Stellt euch vor, wie vor vielen tausend Jahren die ersten Sterndeuter auf einsamen Berggipfeln den Nachthimmel beobachtet und den Stand der „Wandersterne“, also der 7 mit bloßem Auge sichtbaren Planeten, ins Verhältnis gesetzt hatten mit den Ereignissen auf der Erde. Wie standen die Sterne bei Krieg und Frieden, wie bei Mißernten und Mastjahren, wie beim Beginn einer neuen Herrschaftsperiode? So nahm alles seinen Anfang.

Hallenhaus Halde Norddeutschland

Momentan befinden wir uns in der Kluft zwischen zwei Finsternissen. Die letzte partielle Sonnenfinsternis am 06. Januar war in Deutschland nicht sichtbar, aber die Mondfinsternis am 21. Januar wird es sein. Beide markieren den Übergang zwischen der Monknotenachse Wassermann/Löwe hin zu Steinbock/Krebs. Das alte ist noch nicht ganz vergangen, während das neue schon seine Schatten voraus wirft. Schatten ist hier auch ein passender Begriff, denn tatsächlich hat der südliche Mondknoten etwas verschleierndes oder schattenhaftes, will man es psychologisch beschreiben.

Bevor ich euch etwas zur Mondknotenachse Steinbock/Krebs erzähle, beschreibe ich ein bißchen, was der Ausklang von Wassermann/Löwe bereit hielt. Das, was sich am Firmament abspielt, kann viele Formen hier auf der Erde annehmen. Da die Achse Wassermann Südknoten und Löwe Norden meine ganz persönliche ist, erkläre ich wohl am besten, wie es sich für mich dargestellt hat. Wassermann, das verkannte Genie, der Außenseiter, genial, allerdings auch mit Tendenz zu Dr. Frankenstein 😉 Ein fixes Luftzeichen, gewollt freiheitsdenkend und doch so dogmatisch. Das ist die zuvor erwähnte Schattenseite, denn der südliche Monknoten hebt nicht unbedingt die positiven Aspekten eines Zeichens hervor.

Mir ist während der letzten anderthalb Jahre, in denen die Konstellation bestand, mehr und mehr klar geworden, dass es zwar schön ist, viel zu wissen und auch von anderen dafür geschätzt zu werden, dass es aber andererseits nichts nutzt, wenn einem keiner mehr folgen kann. Ab und zu wurde mir zurück gemeldet, dass meine Themen während der Kräuterführungen zwar super interessant waren, die Teilnehmer aber manches mal auch mit einem qualmenden Kopf nach Hause gingen oder schon im Vorfeld das Handtuch warfen, weil sie befürchteten, nicht zu verstehen, was Sache ist. Es lag einfach an der Art der Kommunikation. Was war ich beleidigt, als mir ein Auftraggeber schrieb, ich solle den Titel der Veranstaltung bitte nicht „zu abgehoben“ wählen…

Im Grunde bin ich jetzt dafür dankbar. Ich habe Titel und Text so verändert, dass jeder, der ein Interesse am Thema haben könnte, versteht, worum es geht. Für Laien verständlich – weil es Laien sind, die teilnehmen werden, und zwar in keinster Weise abwertend gemeint. Die Veranstaltung hat eine Zielgruppe, die vielleicht potentiell ein wachsendes Interesse in dem Bereich entwickeln könnte – es kann aber genauso gut sein, dass sie es einfach nur einen schönen Sommerabend lang genießen möchten. Ich habe meinen Enthusiasmus vorausgesetzt, aber dabei vergessen, dass nicht jede/r irgendwann Kräuterkunde und Signaturenlehre „lehren“ möchte! Dinge für andere Menschen zu vereinfachen ist auch eine Gabe. Das war es, was mich diese Mondknotenachse gelehrt hat. Es geht nicht darum, dass ich mich geistig drosseln müsste, sondern darum, Dinge für andere fassbar zu machen – spielerisch und mit Freude im Herzen – hier findet sich dann nämlich der nördliche Monknoten im Löwen – eben „speaking human“ 😉 

Nun aber endlich zur eigentlichen Jahresvorschau!

Jupiter ist zum Ende des letzen Jahres in sein Heimatzeichen Schütze gewechselt. Diese positive Grundstimmung begleitet uns durch 2019, und wir werden sie auch benötigen. Der Schütze hat große Ziele und Visionen – er zielt stets ein wenig höher, als das Ziel, denn die Erdanziehungskraft ist eine ganz reale Naturerscheinung, die alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück bringt. Es ist ein Jahr voll großer Pläne, die auch entsprechend unterstützt werden. Allerdings kann der Schütze auch übers Ziel hinaus schießen – dann nämlich, wenn Jupiter ein Quadrat zu Neptun bildet und dieser den Vorhaben eine vernebelte, unrealistische Note verleiht. Einfach ab und zu einen Realitätscheck durchführen.

Dem wohlwollenden großen Riesen steht gleich eine ganze Armada von kosmischen Übeltätern entgegen 😦 Saturn, Pluto und der südliche Monknoten – alle im Steinbock. Ich nenne es „die Unterwelt Trinität“ 😉 Der Begrenzer der Zeit, Saturn, in seinem Domizil. Pluto, der Unterweltgott nicht weit davon entfernt. Und beide werden unterstützt vom schattenhaften Südknoten. Hier wollen die ewig gestrigen krampfhaft an alten Mustern und Traditionen festhalten – und sei es so wie bei den Lemmingen! Auch auf Kosten von massiver (Natur)Zerstörung, sozialer Ungerechtigkeit und Tradition um der Tradition Willen.

Dem entgegen steht die nährende Kraft im Zeichen Krebs, wo wir den nördlichen Mondknoten ausmachen können. Hier muss nicht alles durchstrukturiert und logisch sein, auch nicht zweckdienlich. Hier ist Platz für die Dinge, die uns nahe stehen, sei es die Familie und das eigene Heim, sei es der Ort, an dem wir leben – man schützt nur, was man liebt – aus dieser Position heraus agiert der Krebs und ich sehe das ein bißchen in Richtung „think global – eat local“ oder im Sinne von „wenn jeder vor der eigenen Türe kehrt, ist es überall sauber“. Das hat nichts mit wegsehen oder Egoismus zu tun, sondern mit „nach Hause kommen“, da etwas zum guten verändern, wo man sich gerade befindet.

My home is my castle ; äh, schön wär´s!

Auf persönlicher Ebene kann sich dies z.B. durch einen Wechsel der Prioritäten zeigen – mehr Fokus auf die Dinge richten, die mir wirklich wichtig sind – und weniger auf „aber das gehört sich so oder das bin ich anderen schuldig“.

Zum Beginn des Jahres wandert dann auch noch Mars durch sein Heimatzeichen Widder! Whose house?! Achtet darauf, durch welches Haus dieser Transit geht – da ist Dampf unterm Kessel! The boys are back in town! Bei mir ist es das 8. Haus und auch noch in Konjunktion zu meinem Geburts Mars – falls jemand Venom gesehen hat – das entspricht ungefähr diesem Gefühl „Schei… – ich hab dem Kerl gerade den Kopf abgebissen!“ Die Häuser zeigen uns, in welchem Lebensbereich etwas passiert. Ich nutze das System der Ganzzeichenhäuser, da ich hauptsächlich von der hellenistischen Astrologie geprägt bin und es für mich die besten Ergebnisse liefert.

Auf Instagram habe ich vor kurzem eine kleine Reihe zu den Tierkreiszeichen in der Astromedizin gestartet. Den Anfang bildete der Steinbock, denn auch, wenn das astrologische Jahr mit dem Eintritt der Sonne ins Tierkreiszeichen Widder beginnt, so können wir doch die „Macht des gregorianischen Kalenders“ nicht leugnen und da ist nunmal Jahreswechsel mitten im Zeichen des Steinbocks 😉 Wenn es Zeit wird für den Wassermann, dann veröffentliche ich den Steinbock auch hier im Blog – und natürlich die folgenden Zeichen. Für alle, die mehr an Kräuterthemen interessiert sind – auch da ist ein Beitrag geplant – Winterpilze und wildsammeln in der kalten Jahreszeit, nomnomnom…Also bis ganz bald!

 

Die Bedeutung der Mondknoten

In diesem Beitrag möchte ich einen Blick auf die Mondknoten und ihre Bedeutung in der Astrologie werfen. Im April diesen Jahres hat sich die Mondknotenachse zu Wassermann südlich und Löwe nördlich verschoben. So bleibt sie bis Ende 2018 bestehen. Etwa alle 19 Jahre erlebt der Mensch die Rückkehr jener Mondknotenachse, unter deren Einfluss er geboren wurde. Die Mondknoten spielen vor allem in der Evolutionären Astrologie eine große Rolle, da sie unsere (karmische) Grundprägung und unsere „Medizin“ bedeuten. Der südliche Mondknoten beschreibt die negativ gelebte Seite des jeweiligen Tierkreiszeichens, der nördliche gibt die Richtung für positive Veränderung durch das jeweilige Zeichen vor. Allgemein kann man dieser Achse aus Sicht der Mundanastrologie (die ursprüngliche Astrologie, wie sie in Mesopotamien ab ca. 3000 vor Christus betrieben wurde) schon vieles entnehmen, mit dem sich die Menschheit in den kommenden anderthalb Jahren konfrontiert sehen wird. Aber zum Glück auch den Ausweg aus der Misere.

 

 

  • Zu allererst – was sind Mondknoten?

Unter Mondknoten versteht man keinen Himmelskörper, wie Planeten oder Asteroiden, sondern Schnittpunkte der Mondumlaufbahn mit der Ekliptik, also der (scheinbaren) Umlaufbahn der Sonne um die Erde. Wir wissen natürlich, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, aber trotzdem betrachten wir Sonnenaufgang und Untergang und die Bahn, welche die Sonne während ihrer Reise durch den Tag zurück legt, von der Erde aus. Genauso betrachten wir auch die Bahn des Mondes um die Erde – und an jener Stelle, wo sich beide Bahnen, die der Sonne und die des Mondes kreuzen, finden wir die Mondknoten. Ich verlinke euch an dieser Stelle zu einer Grafik, die das ganze noch einmal verdeutlicht: Mondknoten grafisch dargestellt

  • Die Achse Fische / Jungfrau

Südlicher und nördlicher Mondknoten liegen sich stets gegenüber, d.h., betroffen sind immer die beiden Tierkreiszeichen, die sich gegenüber liegen. Mondknoten sind außerdem stets rückläufig. Bevor nun die Achse zu Wassermann/Löwe gewechselt ist, befand sie sich in Fische/Jungfrau. An dieser Stelle ein kurzer Rückblick zur Zeitqualität dieser Konstellation. Eingangs hatte ich schon erwähnt, dass der südliche Mondknoten (also hier Fische) die negativ gelebte Seite des jeweiligen Tierkreiszeichens aufzeigt. Was also sind die negativen Seiten des Tierkreiszeichens Fische? Der Fisch ist der Archetyp des Mystikers. Er besitzt die Fähigkeit, bis zum Grund des kollektiven Unbewussten hinab zu tauchen und dessen Geheimnisse zu verstehen, aber auf eine intuitive Art und Weise. Er verbindet sich sozusagen mit dem Weltenmeer des Unterbewußtseins. Im negativen Sinne ist er Meister der Manipulation. Um zu gefallen, ist er bereit (bewußt oder unbewußt) Lügen zu verbreiten, um an sein Ziel zu gelangen. Er verschleiert, lügt und betrügt, flüchtet sich in Scheinwelten – vielleicht auch mit Hilfe von Alkohol und Drogen, und erschafft ein Netzwerk aus Halbwahrheiten und Vernebelung. Eben die negative Auslebung der ihm gegebenen Eigenschaften. Auf gesellschaftlicher Ebene können wir die vergangenen anderthalb Jahre, von April rückwärts zum Beispiel durch Medienmanipulation und bewusst gestreute Falschnachrichten interpretieren. Ebenso konnte ein Anstieg im Konsum von Alkohol und bewusstseinsbeeinflussenden Mitteln verzeichnet werden.

Schauen wir nun auf den nördlichen Mondknoten, welcher die Lösung oder zuerst einmal die Herausforderung darstellt, um positive Veränderung herbeiführen zu können. Dort finden wir das Tierkreiszeichen Jungfrau – pragmatisch, nüchtern, und humanitär. Die positiv gelebten Eigenschaften der Jungfrau Energie liegen also im Faktencheck verborgen. Stimmt das, was ich da gelesen habe? Was ist die Quelle dieser Information? Die Welt mag nicht perfekt sein, aber ich muss meinen Beitrag leisten. Und in dieser praktischen Sicht auf die Dinge lag der Schlüssel zum Umgang mit den Problemen dieser Mondknotenachse verborgen.

  • Die Achse Wassermann / Löwe

Im April nun hat sich die Achse hin zum südlichen Mondknoten im Wassermann und hin zum nördlichen Mondknoten im Löwen verschoben. Schauen wir zuerst auf das Tierkreiszeichen Wassermann und die archetypische Bezeichnung. Einige Stichworte wären Rebell, Außenseiter, Forscher und Revolutionär – seiner Zeit voraus, ein großer Denker und Weltverbesserer. Doch hat der Wassermann auch seine dunklen Seiten, wie Dissoziation und Erstarrung. Kann er gefühlsmäßig nicht ertragen, was er mitansehen muss, beginnt er zu dissoziieren, abzuschalten, bis hin zu einer absoluten emotionalen Erstarrung. Im positiven haben wir es hier mit dem Sanitäter zu tun, der aufgrund seiner emotionalen Abgrenzung einen kühlen Kopf bewahrt, das Unfallopfer körperlich betreut, ohne durch dessen offensichtliches Leid berührt zu werden (zumindest für den Moment nicht). Doch der südliche Mondknoten wird leider nicht positiv gelebt, sondern negativ. Ganz neutral beschrieben, erwartet uns in den kommenden anderthalb Jahren eine gefühlsmäßige Abschottung, wie sie bspw. durch ein Trauma ausgelöst werden kann. Die Ereignisse in der Welt wirken lähmend auf Individuen und die Gesellschaft als ganzes. Die Reaktion darauf wird sehr wahrscheinlich in der kollektiven Ernüchterung münden, die besagt, dass wir sowieso nichts mehr ändern können und deshalb gleich jeden Versuch unterlassen.

Und dann kommt der Löwe. Der nördliche Mondknoten im Tierkreiszeichen Löwe kann wirklich als „Erlösung“ gedeutet werden. Der Löwe trägt die wärmende Kraft der Sonne im Herzen. Er lebt mit Leidenschaft die Dinge aus, die ihm wichtig sind. Anstatt wie blockiert an den Problemen der Welt zugrunde zu gehen, sucht der Löwe gezielt nach Möglichkeiten, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern! Der nördliche Mondknoten im Löwen tut dies mit Anmut und Freude – er handelt, anstatt nur zu reden oder zu denken. Just do it. Die Lösung liegt also im Entdecken der eigenen Macht verborgen und die Freude, die uns eine Aufgabe „für den guten Zweck“ oder auch für unser eigenes Wohlbefinden schenken kann, trägt das Potenzial in sich, wie ein Funken im Herzen eines Einzelnen beginnend zu einem wahren Lauffeuer auf gesellschaftlicher Ebene anzuwachsen.

  • Die Sterne machen geneigt – persönlich und auf der Bühne des Lebens

Als ich im letzten Beitrag Von Macht und Ohnmacht über die eigene Macht schrieb, die jeder von uns inne hat, war mir noch gar nicht bewusst gewesen, dass mein persönlicher Mondknoten seine zweite Wiederkehr erfuhr. Die aktuelle Mondknotenphase ist nämlich meine Geburtsmondknotenachse und wieder einmal bin ich fasziniert von Astrologie als ganzem. Wir alle „leben“ unser Horoskop – aber auf welcher Bewusstseinsstufe? Wie ist das Schicksal jedes einzelnen und die persönliche Macht jedes einzelnen mit dem Gewebe der Welt verbunden? Wenn es zu diesem Beitrag Fragen gibt, oder ihr vielleicht Wünsche zu Blogbeiträgen rund ums Thema Astrologie habt, lasst es mich wissen. Und bis dahin lebt ihr hoffentlich mehr die positive Seite der Mondknotenachse unserer Zeit 😉

 

Astrologie als Wegweiser

Hallenhaus Halde Norddeutschland

Hallenhaus Halde Norddeutschland

„Ein rastloser Wanderer kann stets innehalten und zu den Sternen aufsehen – dort findet er Rat und Richtung.“ CvZ

„Wenn ein bestimmter Planet am Horizont erscheint, tritt gleichzeitig oder zeitnah auf der Erde ein entsprechendes Ereignis ein. Die Planeten aber haben wenig direkten, materiellen Einfluss auf die Geschehnisse auf der Erde, sondern diese laufen lediglich zur gleichen Zeit ab. Sie sind durch die Gleichzeitigkeit schwingungsmäßig verbunden, nicht durch eine Beziehung von Ursache und Wirkung. Wir sprechen hier von Analogien und der Synchronizität der Zeit. Der Kosmos mit den wandelnden Planeten ist wie eine Uhr, von der wir die aktuellen Schwingungen ablesen können.“

Mit diesen Sätzen des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung möchte ich meinen Ansatz zur Astrologischen Beratung aufzeigen. Wir hängen nicht wie Marionetten vom Sternenhimmel, sondern können entscheiden, ob wir dem Takt der kosmischen Synfonie unseres Geburtshoroskops folgen und danach tanzen möchten. Ich denke allerdings, dass diese Sätze auch dazu dienten, die Astrologie wieder salonfähig zu machen und sie für die Zweifler ein wenig glatt zu bügeln.

Der Sternenhimmel ist mehr als eine bloße kosmische Uhr – der Mond beeinflusst Ebbe & Flut, den weiblichen Zyklus und den Flüssigkeitshaushalt der Pflanzen. Die Sonne als gigantischer Feuerball sorgt für die Fotosynthese und die Umwandlung von Stoffen im menschlichen Körper – das Spektrum des Lichts hat sogar ganz massiven Einfluss auf das Befinden. Um Astrologie zu verstehen, müssen wir einen ganzheitlichen Ansatz finden.

Nie bleibt ein Lebensweg ganz und gar verschlossen – der Stand der Sterne zum Zeitpunkt der Geburt zeichnet eine Landkarte der Seele, auf welcher festgehalten wurde, welche Lebensthemen uns schwerer fallen als andere und welche Dinge uns quasi wie von Zauberhand zufallen. Es ist wie ein eingewebt werden ins Netz des Lebens, zu einem für uns bestimmten Zeitpunkt.

Was strengt uns an und fordert uns enorm heraus? Wo liegen unsere Begabungen und was begeistert uns in einem Maße, dass wir es beispielsweise in unsere Arbeit integrieren möchten? Behaltet stets vor Augen, dass ein Geburtshoroskop ALLE Planeten und Tierkreiszeichen enthält und folglich mehr Fokus auf die jeweilige Gewichtung gelegt werden muss. Wir reden nicht von Zeitungshoroskopen, die lediglich das „Sternzeichen“, sprich den Stand der Sonne berücksichtigen!

Einst galt die Astrologie als Königin der Wissenschaften und noch bis Ende des 19. Jahrhunderts konnte man Vorlesungen zum Thema an renommierten Universitäten besuchen. Dann jedoch kam die schöne neue Welt und mit ihr die Entzauberung. Wir Menschen des 21. Jahrhunderts, des beginnenden Wassermannzeitalters, haben die Anbindung an die jahrtausendealte Lehre von der Sterndeutung jedoch nicht vergessen, sondern sie wiederbelebt, angepaßt und auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten.

Folgt mir auf eine Reise durch die Zeit, denn das ist es, was wir Sterndeuter tun, wenn wir zum Himmel hinauf sehen – wir reisen in die Vergangenheit und manchmal auch in die Zukunft.

Himmelstreppe Halde Norddeutschland

Himmelstreppe Halde Norddeutschland

Sturz- und Wenderunen deuten

Auf alten Runensteinen sieht man manchmal sogenannte Sturz- oder Wenderunen. Dazu liest man viel und es wird gern pauschalisiert, deshalb möchte ich hier meine Ideen dazu vorstellen. Eine Wenderune ist eine Rune, die entgegen der Schreibrichtung gezeichnet wird. Sie ist quasi spiegelverkehrt. Da die Germanen kein Schriftvolk waren und man heute davon ausgehen kann, dass die Runen häufiger Verwendung in kultischen Zwecken fanden, denn als Schrift, war auch die Schreibrichtung nicht festgelegt. Eine Wenderune kann demnach in Texten auf Runensteinen bedeutungslos sein und lediglich als Buchstabe gewertet werden. Bei der Deutung kann das allerdings ganz anders aussehen.

Von einer Sturzrune ist die Rede, wenn die Rune auf dem Kopf steht. Gerade zu Algiz kursieren die wildesten Gerüchte – manche behaupten, auf dem Kopf stehend sei dies eine Todesrune. Ich versuche, zu verstehen, warum man darauf kam – Algiz aufrecht ist schließlich auch keine Lebensrune, sondern eine Verbindung zu den Göttern. Sollte die umgekehrte Rune demnach nicht viel eher als Verbindung zu den Ahnen interpretiert werden? Sie hat Bezüge zur Unterwelt und den Toten, aber sie deshalb reißerisch als Todesrune zu bezeichnen, scheint mir wenig sinnvoll.

Algiz als Sturzrune erinnert an die Wurzeln des Weltenbaumes, die in die Unterwelt Hel reichen.

Algiz als Sturzrune erinnert an die Wurzeln des Weltenbaumes, die in die Unterwelt Hel reichen.

Die aufrecht Algiz Rune erinnert an die Gebetsstellung mit ausgebreiteten Armen, die gen Himmel, gen Asgard gerichtet sind.

Die aufrecht Algiz Rune erinnert an die Gebetsstellung mit ausgebreiteten Armen, die gen Himmel, gen Asgard gerichtet sind.

Wenn ich mit den Runen arbeite, beziehe ich auch die Deutung von Wende- und Sturzrunen mit ein. Ich schaue mir an, ob besagte Rune sowohl als Wenderune und als Sturzrune kommen kann. Einige können das nämlich nicht. Isa bleibt immer Isa, Thurisatz kann nur als Wenderune, nicht aber als Sturzrunde kommen, Algiz kann zwar als Sturzrune, nicht aber als Wenderune fallen. Es gibt noch mehr Runenzeichen, auf die das zutrifft. Laguz wäre eine Rune, die sowohl als Wenderune, wie auch als Sturzrune kommen kann. Wenn eine Rune als Wenderune, nicht aber als Sturzrune auftaucht, dann deute ich sie meist als ihr dunkles Spiegelbild. Am Beispiel von Kenaz kann man das ganz gut erklären:

Kenaz aufrecht bedeutet Kiensparn oder auch Fackel. Kenaz ist der Funke, der unser inneres Feuer entfacht – unser kreatives Feuer. Kenaz braucht, wie das Feuer auch, eine Ausdrucksform – es muss etwas verzehren und sich im Außen manifestieren, kontrolliert und durch den Willen gelenkt. Kommt sie als Wenderune, deute ich sie als ihr dunkles Spiegelbild – sie ist immer noch Feuer, aber sie kann sich nicht im Außen manifestieren und sorgt in diesem Aspekt dafür, dass wir innerlich ausbrennen. Burnout zeigt sich oft durch die Wendeform von Kenaz, auch kreative Blockaden. Ein weiteres Beispiel für eine Wenderune, die keine Sturzrune sein kann, ist Thurisaz – die Dornenrune. Thursen sind die Riesen in der germanischen Mythologie und die wörtliche Übersetzung ist Verschlinger.

Thurisaz kann als Kraft der aktiven Verteidigung und Abgrenzung genutzt werden. Sie baut eine schützende Dornenhecke um dich herum, die undurchdringbar ist. Sie kann in Flüchen den Dorn ins Herz des Feindes treiben. Thurisaz muss auch immer durch den Willen kontrolliert werden, denn ihr obliegt leider auch die Macht der brutalen Zerstörung. Thurisaz wirkt „an der vordersten Front“ und ich nenne sie manchmal scherzhaft „Frontschwein“ 😉 Kommt sie als Wenderune, dann richtet sich die eigene Kraft gegen das eigene Ich. Talente, die nicht gefördert wurden, Ansichten, die niemand geteilt hat und unterdrückte, aufgestaute Wut sorgen jetzt für Autoimmunerkrankungen, psychosomatische Störungen und Autoaggression (Selbstverletztung).

Finde deine einstige Kraft, bevor sie dich verschlingt...

Finde deine einstige Kraft, bevor sie dich verschlingt…

Die Antworten liegen nicht im Außen. Der Weg führt ins Innere

Die Antworten liegen nicht im Außen. Der Weg führt ins Innere

 

Ein Beispiel für eine Sturzrune hatten wir weiter oben mit Algiz, ein weiteres Beispiel für eine Sturzrune ist Raidho. Raidho bedeutet Reise, Bewegung. Raidho auf dem Kopf bedeutet nicht, dass man jetzt zu Hause bleibt 😉 Es ist die Reise ins Innere, das abgrenzen von äußeren Umständen, Meinungen und Sichtweisen. Die innere Stimme will gehört, die inneren Welten erkundet werden. Raidhos Abgrenzung ist nicht so drastisch, wie die von Thurisaz, sondern instinktiv. Raidho braucht keine Willenskraft, sie fließt. Anders wirkt diese Rune, wenn sie als Wenderune erscheint, denn Raidho kann auch das. Die Bewegung, die vorher natürlich und instinktiv stattfand, muss jetzt bewusst gelenkt werden. Ein ganz banales, bildliches Beispiel für diese Kraft wäre ein schmerzender Arm.

Man hat diesen instinktiv bewegt, um ein Glas Wasser zu nehmen, zu schreiben, ohne groß drüber nachzudenken. Jetzt schmerzt der Arm und die Bewegung will sachte und kontrolliert ausgeführt werden. Die Raidho Wenderune spricht oft von Verletzungen in der Vergangenheit, wenn man zugelassen hat, dass die Kritik unserer Umwelt uns hat aufgeben lassen. Vielleicht hat man gern gemalt, und durfte sich immer den Spruch anhören, malen ist eine brotlose Kunst. Das Talent ist verschüttet, die Verbindung zur instinktiven Kraft verloren gegangen. Fangen wir später wieder damit an, müssen wir hart arbeiten, um das einstmals unerschöpfliche Potenzial wieder nutzen zu können. All das ist Raidho.

Das waren meine Gedanken und Erfahrungen mit den Sturz- und Wenderunen. 🙂

 

Die vergessene Kunst des siedens – Seidr

Was ist Seidr? Die Meinungen der Gelehrten gehen auseinander. Einige grenzen Seidr streng von Divination, Runenkunde und Zaubergesang (Galdr) ab. Seidr beschreibt einen Zustand, der sich durch Zuckungen und Windungen darstellt, ähnlich wie siedendes Wasser in einem Kessel. Sieden ist die allgemein gültige Übersetzung für Seidr. Meiner Erfahrungen nach kann ich sagen, dass dieser Erregungszustand in allen Bereichen in Erscheinung treten kann und in die verschiedenen, magischen Praktiken einfließt. Sobald ich beispielsweise in meinen Runenbeutel greife, weiss ich, welche Rune die richtige ist, sobald eben dieses mal mehr, mal weniger starke zittern eintritt oder auch Schauer über den Rücken laufen, die eine Gänsehaut verursachen. Utiseti Friedhof

Eine Zeitlang habe ich mich nicht recht gewagt, dieses zittern/schaudern mit der Praxis des „siedens“ in Verbindung zu bringen und die Fähigkeit, Seidr zu beherrschen, für mich zu beanspruchen. Zu viel Gerede und zwiespältige Meinungen herrschen vor, und immer liest oder hört man, dass es großer Anstrengung und tagelanger Auszehrung bedarf, um diesen Zustand überhaupt erst herbeiführen zu können. Aber letzten Endes bin ich der Meinung, dass jede/r von uns angeborene Fähigkeiten besitzt, die uns einfach im Blute liegen. Mir liegt Seidr im Blut, ebenso wie Astralreisen, Traumwandeln und Divination. Ich habe bestimmte Dinge schon mein ganzes Leben lang getan, ohne zu wissen, dass es dafür Worte gibt. Ohne zu wissen, dass es einst eine religiöse Praxis gegeben hat, die dafür Namen kannte. Ich habe von jeher an Kreuzungen, auf Friedhöfen oder anderswo draussen in der Natur gesessen und meine Fragen gestellt, meine Gedanken geklärt und mich verbunden gefühlt.

Seidr ist Schicksalsmagie. Den Praktizierenden sagte man nach, dass sie zum einen das Schicksal der Menschen vorhersagen konnten, als auch vorherbestimmen. Die Seidkona waren ebenso verehrt, wie gefürchtet. In der Edda (Völuspa, Vers 26, heisst es: „Heid heisst man sie, wohin sie kam, die Zukunft Wissende, Zauber trieb sie, „Sudkunst“ konnte sie, Seelenheil raubte sie, übler Frauen Liebling alle Zeit.“ In der Sage Eiriks des Roten erfährt man nähere Einzelheiten zur Praxis des Seidr und auch darüber, dass die Seidkona erst eine Nacht bei ihren Gastgebern verbringen musste, um weissagen zu können. Dies ist für mich ein Hinweis darauf, dass auch die Träume in jener Nacht eine Rolle spielen. Genau wie der Zaubergesang, wie wir ebenfalls in Kapitel 4 erfahren. Zwielicht

Diese Art von Magie ist subtil. Es steigt kein Rauch auf, dem dann ein rotäugiger Dämon entsteigt (ich mag Supernatural auch…grins). Stunden oder Tage später steigen Antworten, Bilder und unerklärliche Erkenntnis langsam aus den Untiefen des Unterbewusstseins auf. Das „sieden“ ist das erspüren und sich einfühlen in die Energie. Es scheint bildlich gesprochen, als greife man mitten hinein in das Gewebe des Schicksals, des Wyrd. Bei einer Runenziehung zeigt jene Rune, die sich so offenbart, die kosmische Kraft an, mit der dieses Schicksal beeinflusst werden kann. Will man es mit einer Prise Humor erklären, dann verhält es sich so, als sei das Wyrd ein Stromkreis. Denkt an einen Weidenzaun. Man sieht den Stromkreis nicht, aber legt mal die Hand auf den Draht 😉

In den Gräbern germanischer Seherinnen, von denen man annehmen kann, dass sie die Kunst des siedens beherrschten, fanden Archäologen 3 Utensilien, die stets gleich waren: Einen Stab, einen Beutel mit Hanf-oder Bilsenkrautsamen und ein Gefäß, welches sich zum ausschenken von Met eignete. Die Norwegerin Maria Kvilhaug beschreibt in ihrer Master Abschlussarbeit „The Maiden and the Mead“ eingehend, was es mit dem Gefäß für den Met auf sich gehabt haben könnte und lädt die Leser ein, die verborgenen Initiationsriten der nordisch-gemanischen Völker mithilfe der Entschlüsselung der Edda und anderer alter Schriften zu entdecken. Ich richte meinen Fokus sehr auf das nordisch-germanische, weil mir oft wirklich der Mund offen stand, wenn ich auf Dinge stiess, die ich selbst erlebt hatte, die mir unerklärlich schienen und über die ich dann stolperte, wenn ich mich in die alten Texte oder auch Lexika vertiefte. Ich bin gespannt, wo ihr euer spirituelles Zuhause wähnt.

 

Wie ich zur Astrologie kam

©Karte aus dem Wildwood-Tarot, Arun-Verlag, ISBN 9783866630512

©Karte aus dem Wildwood-Tarot, Arun-Verlag, ISBN 9783866630512

Manchmal muß ich schon überlegen, wenn man mich fragt, wie lange ich bestimmte Dinge bereits mache, aber beim Thema Astrologie weiß ich es ziemlich genau. Ich war 5 Jahre alt. Im Kindergarten wurden die Stühle im Kreis aufgestellt und wir sangen ein Lied, in welchem jeder Monat einmal vorkam. Die Kinder, die in dem jeweiligen Monat Geburtstag hatten, mußten aufstehen und die besonderen Merkmale des Monats besingen. Ich war ein sehr schüchternes Kind und konnte mir noch dazu partout nicht merken, wann ich geboren worden bin. Aber ich war auch ein einfallsreiches Kind, denn ich wußte, welche 2 Kinder aus der Gruppe in meinem Monat Geburtstag hatten. Wenn die beiden Kinder aufstanden, stand ich auch auf 😉

Das ging eine Weile gut, doch irgendwann flog ich auf. Die Kinder waren einges Tages beide nicht da und ich blieb sitzen, als im Märzen der Bauer die Rösslein einspannte…meine Leiterin zog die Brauen hoch und fragte sich, warum ich nicht aufstand, wo ich doch die Wochen zuvor immer “gewußt” hatte, dass der März mein Monat ist! Das war der Moment, wo ich in Tränen ausbrach und am liebsten im Erdboden versunken wäre. Ich rannte zur Toilette und weigerte mich erfolgreich, wieder in die Gruppe zurückzukehren.

Meine Mutter mußte kommen und mich abholen, weil die Welt untergegangen war. Um das Drama nicht noch einmal miterleben zu müssen, griff sie zu einer List. Sie kaufte ein kleines Büchlein über die Fische-Kinder und las mir daraus vor. Ich erkannte mich in jeder Zeile und vergaß nie wieder meinen Geburtsmonat. Je älter ich wurde, desto mehr wuchs das Interesse an Astrologie bis hin zu den komplexen Vorgängen und der Geschichte im Hintergrund. Ich begann, die ersten Gehversuche zu unternehmen, indem ich Horoskope für meine Familie, später dann für Freunde und Bekannte erstellte. Neben der Stundenastrologie ist es auch immer wieder sehr nützlich, die ganz allgemeine Qualität der Zeit mithilfe der Astrologie einzufangen und zu interpretieren.

Alles innerhalb und außerhalb dieser Welt hat Einfluß auf uns. Dem Mond als Regler der Gezeiten von Ebbe und Flut spricht spätestens seit dem Mondkalender niemand mehr diesen Einfluß ab. Doch auch die übrigen Planeten und Himmelskörper unseres Sonnensystems nehmen maßgeblich Einfluß auf das irdische Geschehen. In den Anfängen der Astrologie war es nicht üblich, Geburtshoroskope für einzelne Personen zu erstellen, wie wir sie heute kennen. Vielmehr ging es um die Qualität der Zeit, also um Fragen nach Krieg und Frieden, Ernte oder Mißernte, Fülle oder Krankheit & Seuchen.

Später dann wurden Geburtshoroskope für einzelne, wichtige Personen aus der herrschenden Klasse erstellt und irgendwann wurden diese Deutungen so wichtig, dass Mütter alles erdenkliche taten, um den bestmöglichen Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes abzupassen, damit es ein möglichst mächtiger König oder Kriegsherr werden kann. Heute sehen wir dies natürlich etwas anders, denn es gibt kein reines Gut und Schlecht in einem Horoskop, viel eher Stärken und Schwächen, die es uns ermöglichen, uns selbst besser einzuschätzen und den für uns optimalen Lebensweg beschreiten zu können.

Astrologie hilft Menschen, die in einer bestimmten Lebenssituation nach Antworten in sich selbst und der Umwelt suchen. Ist man z.B. im Job nicht länger glücklich, kriselt es vielleicht in der Partnerschaft oder möchte man wissen, wann in der nächsten Zeit ein wichtiges Vorhaben auf Unterstützung „von oben“ zählen kann, dann kommt die astrologische Beratung zum Einsatz.

Im Geburtshoroskop finden wir unsere Anlagen, die Grundausstattung, mit der wir auf die Welt gekommen sind. Wir können ablesen, welche Dinge uns scheinbar von allein zufallen, und welche Dinge uns enorm herausfordern. Niemals ist uns jedoch ein Lebensweg ganz verschlossen.

Für eine genaue Radix Deutung benötigt man Angaben zu Geburtsort, Geburtsdatum und Geburtszeit. Man sollte sich allerdings immer klar machen, dass ein Computerprogramm niemals den Blick in den nächtlichen Sternenhimmel ersetz kann.

Utiseti – Draussensitzen

Die Sonne stand schon tief, als wir uns auf den Weg in den Wald machten. Vorbei an Hasel- und Holundersträuchern folgten wir dem schmalen Pfad, der ins dunkle Grün des Waldes führte. Wir hielten uns rechts und duckten uns unter den Ästen der Eberesche hindurch, die ihre rot leuchtenden Beeren darbot.Noch ein paar Schritte und wir erreichten die Kreuzung unter den alten Buchen. Dort in der Mitte nahm ich meinen Runenbeutel zur Hand und rief leise die Macht der Kreuzwege an. Ich konnte fühlen, wie sich etwas hinter mir aufbaute, groß und dunkel. Dann stellte ich meine Frage und zog 3 Runen aus dem Beutel. Ich warf sie vor mir auf den Boden und alle 3 landeten mit dem Gesicht nach unten.

Das zeigt bereits, wie verzwickt die Situation ist und wie viele unbewußte Kräfte hier im Spiel sind. Nacheinander drehte ich die Runen um und deutete sie in der Reihenfolge, wie sie vor mir lagen. Der Wald war still und die Sonne war untergegangen, nur das Zwielicht lag gräulich zwischen den Stämmen der Bäume. Ich legte die Runen wieder zurück in den Beutel und mein Freund bat mich, sie auch für ihn zu deuten, was ich gern tat. Seine ergaben in Bezug auf seine Frage sofort Sinn, während ich mit meinen noch immer hadere.

Wir verließen schließlich den Wald und machten eine kleine Pause in der Nähe auf einer Bank. Dort konnten wir 2 Eichhörnchen beobachten, die sich gegenseitig jagden und von Baumkrone zu Baumkrone sprangen. Nachtkerzen hatten ihre gelben Blüten geöffnet und verströmten einen sanften Duft, während die Atemluft wie Nebel vor uns schwebte, so kühl ist es jetzt bereits abends. Bald kommt der Herbst. Der Brauch, an Weg-kreuzungen zu sitzen und zu orakeln, war schon bei unseren europäischen Vorfahren sehr beliebt. So beliebt, dass die Kirche das sog. „Draußensitzen“ irgendwann verboten hat. Die Menschen riefen Götter und Göttinnen an, besonders Hekate als Göttin der Wegkreuzungen, aber auch Teufel und Dämonen wurden gerufen, um einen Pakt zu schließen.

Ich habe immer schon eine besondere Energie an Kreuzungen gefühlt, selbst in Berlin am Alexanderplatz, wo Lärm und Menschenschlangen Tag und Nacht die Straßen beherrschen. In der Mitte der Kreuzung wird mir bewußt, was es bedeutet, die Qual der Wahl zu haben. Man steht inmitten des Nichts. Man hat das Gefühl, wenn man in eine Richtung sieht, kann jederzeit etwas unvorhergesehenes von hinten, aus der entgegengesetzten Richtung, herannahen. Die Kreuzung im Wald unter dem Blätterdach mit ihren Wegen aus dunkler Erde ist noch mal eine ganz andere Geschichte. Manches mal braucht es an einer solchen Kreuzung nicht viel, bevor sich die Seele beinahe von selbst spiralförmig nach oben hin löst und hinfortgetragen wird von Scharen wilder, alter Wesenheiten, deren Gelächter die Lüfte erfüllt. Unzählige Augen scheinen auf dich gerichtet zu sein, wenn du in der Mitte der Kreuzung stehst.

Die Mächte an den Kreuzwegen sind unberechenbar. Warum also das Risiko eingehen, an Wegkreuzungen zu sitzen? Weil in der magischen Welt nichts umsonst ist. Wenn man etwas will, muss man bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Die Kräfte arbeiten für dich, verhelfen deinem Zauber zum Erfolg. Aber das „wie“ ist kaum beeinflussbar. Magie kennt kein Netz und keinen doppelten Boden. Man sollte nicht zurück blicken, wenn man die Kreuzung verläßt, denn es heißt, dass dir die Wesen folgen können, wenn du es doch tust. Räuchern mit roten Rosen nach einer Anrufung ist ebenfalls eine Möglichkeit, ungehindert gehen zu können, Am besten ist es, wenn man die Schatten in sich selbst kennt. Ich hatte einen Traum, bevor ich mich das erste mal an eine Kreuzung gewagt habe. In diesem Traum wurde ich mit meinen größten Ängsten konfrontiert, von Platzangst (eingeklemmt in einem Rohr und dabei langsam erstickend), Spinnen (die plötzlich auftauchten, als ich ein Bad nahm) bis hin zu sehr persönlichen Dingen, so dass ich wußte, was mir vielleicht blüht, auf was ich vorbereitet sein muss. Ich nenne es liebevoll „Hexentraining“. Je nach Veranlagung und dem Plan, den die da oben oder die da unten für dich vorgesehen haben, kommst du um bestimmte Dinge nicht herum. Meist ergibt alles irgendwann einen Sinn.