Wie finde ich das passende Heilkraut?

Wer kennt die folgende Situation? Man möchte nicht länger ausschließlich auf chemische, pharmazeutische Medikamente zurück greifen, sondern die eigene Gesundheit mit natürlichen Mitteln wieder herstellen. Am Beispiel von Kopfschmerzen würden die meisten Menschen deshalb wie folgt vorgehen – anstelle einer Kopfschmerztablette trinkt man nun Weidenrindentee. Zu der Erkenntnis, dass Weidenrinde schmerzlindernd wirkt, kommt man häufig durch einfaches suchen im Internet oder nachschlagen in entsprechenden Büchern. Unter Stichpunkt Kopfschmerz tauchen Kräuter wie Baldrian, Mädesüss, Lindenblüten, Weidenrinde u.v.m. auf. 

Diese Methode kann funktionieren, muss aber nicht. Wer nach einer halben Stunde noch immer von Kopfschmerzen geplagt wird, der denkt entweder, ok – ich probiere ein anderes Kraut aus – oder – Kräuter wirken vielleicht doch nicht oder sind zu schwach.

Aber warum wirkt der Weidenrindentee bei Person A und nicht bei Person B? Sehen wir uns zuerst an, wie viele Gründe es für Kopfschmerzen geben kann (Liste ist nicht vollständig):

  • Stress
  • Muskelverspannung
  • zu wenig Schlaf oder schlechte Schlafqualität
  • Nahrungsmittel Unverträglichkeiten
  • Hormonelles Ungleichgewicht (PMS)

Ein großer Unterschied zwischen der Schulmedizin und der Kräuterkunde besteht im Ansatz. Die Schuldmedizin behandelt symptombezogen. Kräuterkunde versteht den Menschen als ein komplexes Individuum und betrachtet ihn ganzheitlich. Der ganze Mensch mit seiner Konstitution, seinen Gewohnheiten und seinem Umfeld wird betrachtet. Ich werde immer wieder gefragt, welches Kraut ich wofür empfehle und ernte des öfteren hoch gezogene Augenbrauen, wenn ich antworte „so einfach ist das nicht“. Heilung ist viel komplexer als ein Pflaster auf eine Wunde zu kleben. Aber ich mache absolut niemandem einen Vorwurf, denn die mangelnde Aufklärung und unser reduktionistisches Denken liegen der Situation zugrunde. Die meisten Menschen wissen nicht einmal mehr um die wundervollen Möglichkeiten einer ganzheitlichen Kräuterkunde. 

Während wir weiter oben nach den Gründen für das Symptom Kopfschmerz gesucht haben, sehen wir uns nun den Menschen hinter dem Symptom an. Person A könnte folgende Eigenschaften besitzen:

  • Leicht reizbar
  • Laute Stimme
  • Trockene Haut
  • Wacht nachts oft auf
  • Treibt exzessiv Sport

Person B besitzt vielleicht folgende Eigenschaften:

  • Tagesmüdigkeit
  • Fettiges Haar
  • Kann sich nur schwer für neues begeistern
  • Spricht leise und sehr langsam
  • Bewegt sich wenig

Person A und B sind hier in unserem Beispiel sehr unterschiedlich beschreiben – A würde man in der 4 Elementelehre als warm und trocken einordnen, B bei kalt und feucht. Genau diese Einteilung von kalt, warm, trocken und feucht finden wir auch in den Pflanzen. Hier geht es allerdings nicht um eine messbare Temperatur, sondern um das empfinden, welches der Genuss der Pflanze in uns auslöst. Eine Gurke wird ganz andere Empfindungen auslösen, als eine Pepperoni, ein Melissentee ganz andere als ein Tee mit Ingwer. Verbinden wir nun die Qualitäten in den Pflanzen mit der Konstitution im Menschen, wird es uns viel leichter fallen, ein Kraut zu ermitteln, welches mit viel größerer Genauigkeit nicht bloß zu unserem Symptom paßt, sondern zu uns als Mensch.

Die 3. Säule dieser Heilmittelerkenntnis finden wir, indem wir unterscheiden, ob unsere Symptome akuter oder chronischer Natur sind. Wie lange habe ich schon diese Beschwerden? Ist es nur die alljährliche Erkältung, die mich erwischt hat oder bestehen die Beschwerden schon länger? In aktuten Fällen greifen wir wohl eher zu einem Kraut, welches genau entgegen wirkt, d.h. wir suchen uns ein Kraut mit den Eigenschaften kalt und feucht, wenn wir hohes Fieber und trockene Haut haben. Bei chronischen Beschwerden können wir nicht immer so vorgehen – hier gilt oftmals der Ansatz, dem die Homöopathie folgt – gleiches heilt gleiches. 

Die antike Elementelehre zeigt uns auch die Wichtigkeit der Einbeziehung unserer Sinne an. Geruch und Geschmack von Kräutern sind essentiell – sind sie es doch, die uns erste Erkenntnisse zur innewohnenden Qualität liefern. Ihre Vervollkommnung fand diese alte Lehre jedoch erst in Verbindung mit der Astrologie zu Zeiten des Paracelsus. Hier verschmolzen die Methoden der Antike mit dem Wissen des fahrenden Volkes, der Kräuterweiblein und Bauern und mit neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft.

Schon während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin zeichnete sich ab, was ich heute in meine Arbeit mit Kräutern integriere. Ein Teil meiner Prüfung bestand aus der Wahl von 3 Literatur Epochen, die detalliert abgefragt wurden. Ich wählte u.a. die Renaissance. Dort begegneten mir Agrippa von Nettesheim, Nicholas Culpepper und Paracelsus. Gelehrte an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter – nicht davor zurück schreckend, das Wissen des Altertums zu bewahren und wie in einem alchemistischen Prozess zu einer wundervollen Heilkunst zu verbinden. Obwohl mein Hauptaugenmerk damals auf der Literatur lag, übten diese Menschen eine große Faszination auf mich aus und das bis heute. Sie hinterließen uns das Wissen von Pflanze, Mensch & Kosmos, sowie die antike Lehre von den Qualitäten in Menschen und Pflanzen. Wenn wir uns dieses Wissen wieder aneignen, eröffnet sich eine neue Art der Kräuterkunde.

Jeder Mensch ist ein kleines Universum.

Die Bedeutung der Mondknoten

In diesem Beitrag möchte ich einen Blick auf die Mondknoten und ihre Bedeutung in der Astrologie werfen. Im April diesen Jahres hat sich die Mondknotenachse zu Wassermann südlich und Löwe nördlich verschoben. So bleibt sie bis Ende 2018 bestehen. Etwa alle 19 Jahre erlebt der Mensch die Rückkehr jener Mondknotenachse, unter deren Einfluss er geboren wurde. Die Mondknoten spielen vor allem in der Evolutionären Astrologie eine große Rolle, da sie unsere (karmische) Grundprägung und unsere „Medizin“ bedeuten. Der südliche Mondknoten beschreibt die negativ gelebte Seite des jeweiligen Tierkreiszeichens, der nördliche gibt die Richtung für positive Veränderung durch das jeweilige Zeichen vor. Allgemein kann man dieser Achse aus Sicht der Mundanastrologie (die ursprüngliche Astrologie, wie sie in Mesopotamien ab ca. 3000 vor Christus betrieben wurde) schon vieles entnehmen, mit dem sich die Menschheit in den kommenden anderthalb Jahren konfrontiert sehen wird. Aber zum Glück auch den Ausweg aus der Misere.

 

 

  • Zu allererst – was sind Mondknoten?

Unter Mondknoten versteht man keinen Himmelskörper, wie Planeten oder Asteroiden, sondern Schnittpunkte der Mondumlaufbahn mit der Ekliptik, also der (scheinbaren) Umlaufbahn der Sonne um die Erde. Wir wissen natürlich, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, aber trotzdem betrachten wir Sonnenaufgang und Untergang und die Bahn, welche die Sonne während ihrer Reise durch den Tag zurück legt, von der Erde aus. Genauso betrachten wir auch die Bahn des Mondes um die Erde – und an jener Stelle, wo sich beide Bahnen, die der Sonne und die des Mondes kreuzen, finden wir die Mondknoten. Ich verlinke euch an dieser Stelle zu einer Grafik, die das ganze noch einmal verdeutlicht: Mondknoten grafisch dargestellt

  • Die Achse Fische / Jungfrau

Südlicher und nördlicher Mondknoten liegen sich stets gegenüber, d.h., betroffen sind immer die beiden Tierkreiszeichen, die sich gegenüber liegen. Mondknoten sind außerdem stets rückläufig. Bevor nun die Achse zu Wassermann/Löwe gewechselt ist, befand sie sich in Fische/Jungfrau. An dieser Stelle ein kurzer Rückblick zur Zeitqualität dieser Konstellation. Eingangs hatte ich schon erwähnt, dass der südliche Mondknoten (also hier Fische) die negativ gelebte Seite des jeweiligen Tierkreiszeichens aufzeigt. Was also sind die negativen Seiten des Tierkreiszeichens Fische? Der Fisch ist der Archetyp des Mystikers. Er besitzt die Fähigkeit, bis zum Grund des kollektiven Unbewussten hinab zu tauchen und dessen Geheimnisse zu verstehen, aber auf eine intuitive Art und Weise. Er verbindet sich sozusagen mit dem Weltenmeer des Unterbewußtseins. Im negativen Sinne ist er Meister der Manipulation. Um zu gefallen, ist er bereit (bewußt oder unbewußt) Lügen zu verbreiten, um an sein Ziel zu gelangen. Er verschleiert, lügt und betrügt, flüchtet sich in Scheinwelten – vielleicht auch mit Hilfe von Alkohol und Drogen, und erschafft ein Netzwerk aus Halbwahrheiten und Vernebelung. Eben die negative Auslebung der ihm gegebenen Eigenschaften. Auf gesellschaftlicher Ebene können wir die vergangenen anderthalb Jahre, von April rückwärts zum Beispiel durch Medienmanipulation und bewusst gestreute Falschnachrichten interpretieren. Ebenso konnte ein Anstieg im Konsum von Alkohol und bewusstseinsbeeinflussenden Mitteln verzeichnet werden.

Schauen wir nun auf den nördlichen Mondknoten, welcher die Lösung oder zuerst einmal die Herausforderung darstellt, um positive Veränderung herbeiführen zu können. Dort finden wir das Tierkreiszeichen Jungfrau – pragmatisch, nüchtern, und humanitär. Die positiv gelebten Eigenschaften der Jungfrau Energie liegen also im Faktencheck verborgen. Stimmt das, was ich da gelesen habe? Was ist die Quelle dieser Information? Die Welt mag nicht perfekt sein, aber ich muss meinen Beitrag leisten. Und in dieser praktischen Sicht auf die Dinge lag der Schlüssel zum Umgang mit den Problemen dieser Mondknotenachse verborgen.

  • Die Achse Wassermann / Löwe

Im April nun hat sich die Achse hin zum südlichen Mondknoten im Wassermann und hin zum nördlichen Mondknoten im Löwen verschoben. Schauen wir zuerst auf das Tierkreiszeichen Wassermann und die archetypische Bezeichnung. Einige Stichworte wären Rebell, Außenseiter, Forscher und Revolutionär – seiner Zeit voraus, ein großer Denker und Weltverbesserer. Doch hat der Wassermann auch seine dunklen Seiten, wie Dissoziation und Erstarrung. Kann er gefühlsmäßig nicht ertragen, was er mitansehen muss, beginnt er zu dissoziieren, abzuschalten, bis hin zu einer absoluten emotionalen Erstarrung. Im positiven haben wir es hier mit dem Sanitäter zu tun, der aufgrund seiner emotionalen Abgrenzung einen kühlen Kopf bewahrt, das Unfallopfer körperlich betreut, ohne durch dessen offensichtliches Leid berührt zu werden (zumindest für den Moment nicht). Doch der südliche Mondknoten wird leider nicht positiv gelebt, sondern negativ. Ganz neutral beschrieben, erwartet uns in den kommenden anderthalb Jahren eine gefühlsmäßige Abschottung, wie sie bspw. durch ein Trauma ausgelöst werden kann. Die Ereignisse in der Welt wirken lähmend auf Individuen und die Gesellschaft als ganzes. Die Reaktion darauf wird sehr wahrscheinlich in der kollektiven Ernüchterung münden, die besagt, dass wir sowieso nichts mehr ändern können und deshalb gleich jeden Versuch unterlassen.

Und dann kommt der Löwe. Der nördliche Mondknoten im Tierkreiszeichen Löwe kann wirklich als „Erlösung“ gedeutet werden. Der Löwe trägt die wärmende Kraft der Sonne im Herzen. Er lebt mit Leidenschaft die Dinge aus, die ihm wichtig sind. Anstatt wie blockiert an den Problemen der Welt zugrunde zu gehen, sucht der Löwe gezielt nach Möglichkeiten, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern! Der nördliche Mondknoten im Löwen tut dies mit Anmut und Freude – er handelt, anstatt nur zu reden oder zu denken. Just do it. Die Lösung liegt also im Entdecken der eigenen Macht verborgen und die Freude, die uns eine Aufgabe „für den guten Zweck“ oder auch für unser eigenes Wohlbefinden schenken kann, trägt das Potenzial in sich, wie ein Funken im Herzen eines Einzelnen beginnend zu einem wahren Lauffeuer auf gesellschaftlicher Ebene anzuwachsen.

  • Die Sterne machen geneigt – persönlich und auf der Bühne des Lebens

Als ich im letzten Beitrag Von Macht und Ohnmacht über die eigene Macht schrieb, die jeder von uns inne hat, war mir noch gar nicht bewusst gewesen, dass mein persönlicher Mondknoten seine zweite Wiederkehr erfuhr. Die aktuelle Mondknotenphase ist nämlich meine Geburtsmondknotenachse und wieder einmal bin ich fasziniert von Astrologie als ganzem. Wir alle „leben“ unser Horoskop – aber auf welcher Bewusstseinsstufe? Wie ist das Schicksal jedes einzelnen und die persönliche Macht jedes einzelnen mit dem Gewebe der Welt verbunden? Wenn es zu diesem Beitrag Fragen gibt, oder ihr vielleicht Wünsche zu Blogbeiträgen rund ums Thema Astrologie habt, lasst es mich wissen. Und bis dahin lebt ihr hoffentlich mehr die positive Seite der Mondknotenachse unserer Zeit 😉

 

Der Schlangenpfad

Am frühen Abend musste ich mal “raus”. Ich fuhr zu einem der schönsten Plätze in der Umgebung, einem Ort, den ich guten Gewissens als “heilig” bezeichnen kann. Der Regen wurde zu einer wahren Sinnflut und zwischendurch dachte ich, ich müsse anhalten, weil ich die Straße vor mir kaum noch erkennen konnte. Als ich endlich auf dem Parkplatz angekommen war, nieselte es nur noch leicht. Ich hatte meinen Mini Schirm dabei und machte mich auf den Weg in den Wald.

Der Ort war menschenleer. Die Vögel zwitscherten trotz des Regens und zusammen mit den Tropfen, die auf das grüne Blätterdach fiehlen, klang das Zusammenspiel wie Feenmusik. Das Wasser hatte breite Rinnlase auf dem Waldboden gebildet, die aussahen wie eine Schlange. Diesem Schlangenpfad folgte ich, obwohl ich sonst einen anderen Weg gegangen wäre. Er führte mich bergauf, bergab und schließlich zu einem bizarr anmutenden, dünnen und gespaltenen Baumstamm. Daneben wuchs ein einzelner roter Fingerhut. Ich blieb stehen und ich hatte das Gefühl, nicht allein zu sein. Ich war noch nicht am Ziel, aber als ich weiterging, war es ein Gefühl, als wäre ich nicht mehr wirklich “in dieser Welt”. Am Rande meines Bewußtseins hörte ich mich selbst fragen, ob ich tatsächlich hier war oder ob ich träumte und mein Körper vielleicht zu Hause im Bett liegt…

Der Schlangenpfad führte schließlich hinab zur Quelle im Eibenhain. Ich begrüßte jeden Baum, indem ich meine Hand auf seinen Stamm legte und still in mich hinein horchte. Dann ging ich die steinernen Stufen hinab und sah ins Wasser. Vertrocknete Eibennadeln schwammen auf der Oberfläche und die Regentropfen bildeten Kreise, die sich ausweiteten. Ich sang den Refrain von Mordred´s Lulleby “hush child, the darkness will rise from the deep and carry you down into sleep…”. Frau Holle wurde an Brunnen und Quellen verehrt und nachdem ich Heide Göttner-Abendroth´s Vorstellung von Frau Holle als “Menschenfrau” endlich aus meinem Kopf verscheucht hatte (da ich ein Problem mit personifizierten Gottheiten habe und sie immer als Manifestationen der Natur betrachten möchte), sprach ich zu ihr als jener Hüterin der Seelen, tief unten in der Erde, im Stein, im Wasser. Das Gespräch ist Top Secret! 😉 Für den Bruchteil einer Sekunde schien einer der Ringe auf dem Wasser in hellem goldenen Licht zu strahlen – zu schnell war der Moment vorüber.

Es ging mir richtig gut, als ich schließlich meinen Weg durch den Wald fortsetzte. Ich fühlte eine Leichtigkeit im Herzen, von der ich nicht mal mehr wußte, wie sie sich anfühlt. Der Regen war wieder stärker geworden und als ich am Wildgehege ankam, hatte sich die Tiere untergestellt und auch das Blätterdach hielt das Wasser nicht länger zurück. Ich spannte den Schirm auf und folgte dem kleinen Bach, der sich gebildet hatte, bis ich aus der Ferne den Aussichtsturm sehen konnte, von dem aus es nicht mehr weit bis zum Parkplatz war. Ich wäre am liebsten im Wald geblieben, bei Erde und Wasser und Bäumen. Aber als ich ins Auto stieg und “Richtung Zivilisation” fuhr, da wußte ich wieder, was meine Berufung ist.

Entlang der alten Bahngleise

Eine meiner Kräuterführungen geht entlang der stillgelegten Bahngleise. Nur selten fährt dort der „Schluff“, ein Zug als touristische Attraktion, vorbei am bilderbuchhaften Hülsdonker Bahnhof, wo man abends draußen im Biergarten sitzen und Glühwürmchen beobachten kann. Ich habe mir gestern überlegt, den Weg zu kartieren und bin auf Pflanzen gestoßen, die ich dort vorher nie gesehen habe! Z.B. muss irgendwer kürzlich einen Johannisbeerstrauch dort gepflanzt haben 😉 …die Birken waren auch nicht weiter hinten im Unterholz…grins. Ernsthaft – diese Route ist eine, wo man auf 100m Strecke so viel entdecken kann, dass man damit 2 Stunden gefüllt bekommt. Das kleine Waldstück, das angrenzt, ist von seltsamer Natur. Ich war dort unzählige male und doch entdecke ich immer neue Wege. Gestern auf einmal fanden wir uns erneut an einer Stelle im Wald wieder, an die weder mein Freund, noch ich uns erinnern konnten, obwohl wir sicher waren, dem Weg wie immer gefolgt zu sein. Na und was wuchs da mit seinen teilweise noch eingerollten Wedeln? Farne. Farne

JohannisbeerstrauchWahrscheinlich machen sich die Feen in diesem Wald einen Spaß daraus, Menschen in die Irre zu führen! Wenn man den Farn (übrigens der einzige!, der im ganzen Wäldchen zu wachsen scheint) und die vielen Glühwürmchen zusammen rechnet, dann könnte man wirklich auf die Idee kommen, hier sind kleine übernatürliche Wesen am Werk. Neben dem Versuch, alles zu kartieren, wollte ich auch zu meiner Kreuzung im Wald, denn ich hatte beim letzten mal keine Opfergabe dabei und versprochen, beim nächsten mal was mitzubringen. Nach entsprechender Vorbereitung goss ich einen guten Schluck meines selbst hergestellten Rosenlikörs auf die Erde und wartete, bis es eingesickert war. Dann bedeckte ich die Stelle wieder mit Erde und Laub. Auf dem Friedhof neben dem Waldstück tat ich dasselbe mit meinen Ahnen und meinem Freund – wir tranken einen guten Schluck zusammen. Von dort aus besuchten wir noch das Grab des Kabarettisten, dessen Herz sehr an dieser Region hing und der ganz sicher einmal einer der Alten wird, die wir die Genii Loci nennen.

Zum Abschluß der kleinen Reise entlang der alten Bahngleise lasse ich euch noch den Link zu meiner neuen Homepage www.kraeuterseele.com da. Dort findet ihr meine Angebote für Kräuterführungen und Seminare am Niederrhein mit den ersten Terminen. Ich würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut und falls ihr mal in der Gegend seit – vielleicht sieht man sich?

Krötenwanderung und die ersten Frühlingskräuter

Es ist Abend geworden und während wir es uns langsam auf der Couch gemütlich machen, geht es für manch andere Spezies erst richtig los 😉 Die Rede ist von Kröten. Ich bin vom zahlenden zum aktiven Mitglied im Naturschutzbund geworden und im Zuge dessen war ich heute zum dritten mal bei der Krötenwanderung dabei. Die Kröten wandern jetzt von ihren Winterquartieren zu den Laichgründen, wobei sie die ein oder andere Straße überqueren müssen. Ab einer Temperatur von 5°C zieht es die Tiere zu den nahen Gewässern. Damit diese Wanderung nicht in einem Massaker endet (auch heute haben wir eine platt gefahrene Kröte gefunden), helfen wir dabei, die Kröten entlang der Zäune aus den Eimern zu fischen und sie auf der anderen Straßenseite wieder auszusetzen. Entlang der Zäune sind Eimer in die Erde eingelassen, in die Löcher gebohrt wurden, damit Regenwasser ins Erdreich abfließen kann. Kröte auf Birke

Trotzdem sammelt sich manchmal Wasser in den Eimern und damit keine Maus in den Eimern ertrinkt, liegt in jedem ein dicker Ast, an welchem sie hochkriechen können. Die Kröten erreichen auf ihrer nächtlichen Wanderung die Zäune und weil sie dieses Hindernis nicht überwinden können, versuchen sie es zu umgehen und landen dabei in den Eimern. Früh morgens werden alle Eimer kontrolliert und die Kröten (auch Frösche und Molche) werden gezählt und statistisch erfasst. Dieses Jahr verschiebt sich die Wanderung aufgrund der langen Nachtfröste sehr nach hinten. Allein heute hatten wir insgesamt 77 Erdkröten und 1 Teichmolch in den Eimern; mal sehen, wie viele es morgen sein werden. Ich habe sehr viel über diese Tiere lernen können und finde sie seit meiner Kindheit absolut faszinierend. Kennt noch jemand die grünen Frösche, die es früher im Überraschungsei gab? Seitdem bin ich Amphibien-Fan!

GoldaugeDie kleinen Hexentiere mit den goldenen Augen haben sich dieses Jahr so richtig in mein Leben geschoben. Ich las in der Lokalzeitung bereits, dass der NABU Helfer sucht und wollte schon anrufen. Dann hatte ich sowieso ein Treffen mit der hiesigen Ortsgruppe, da ich jetzt als Kräuterpädagogin den Kräutergarten im Umweltschutzzentrum mitbetreue. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Teich und einige Terrarien. Prompt sah ich dort Kröten, Frösche und Molche und aufgrund der Begeisterung für die Tiere fragte man mich, ob ich mithelfen würde. Mein Freund ist am Wochenende auch dabei und ist ebenso begeistert wie ich. Wenn man so eine Kröte auf der Hand hat und ihr in die kleinen, gold-glänzenden Augen sieht, hat man manchmal das Gefühl, als blicke man in den Spiegel. Vielleicht geht das auch nur den Hexen so 😉 Ich jedenfalls stelle mir vor dem einschlafen vor, wie so ein kleines Familiar nachts durch den dunklen Wald wandert, vielleicht bis zu einem Haus. Dort brennt ein Licht…und durch die Augen der Kröte siehst du ins Innere. Ihre Verbindung zu Nacht, Wald und Hexen macht die Tiere so faszinierend, wie ich finde. Buschwindröschen

Aufgrund der Krötenwanderung haben wir ein neues, wirklich märchenhaft schönes Waldstück entdeckt. Dort ist der Wald naturbelassen, er wird nicht aufgeforstet. Buschwindröschen und Sauerklee wuchsen neben Scharbockskraut und Knoblauchsrauke. Ich habe es geschafft, mich schön auf die Nuss zu legen, weil die Erde vom Regen so matschig war und dabei bin ich auch noch mit der Hand auf eine Brombeerranke gefallen. Oh, es ist schön, wenn der Schmerz nachläßt. Ab zum Gundermann, etwas davon in der Hand zerrieben (nachdem ich alle Dornen herausgezogen hatte!) und der brennende Schmerz ließ sofort nach.

SauerkleeAm Osterwochenende war ich mit einer Freundin Kräuter für die Gründonnerstagssuppe sammeln. Wir kochten sie mit Giersch, Brennessel, Gundermann, Löwenzahn, Knoblauchsrauke, Scharbockskraut, Taubnessel, Hirtentäschel und Vogelmiere. Zuvor hatte ich noch wilde Veilchen gesammelt und einen Sirup daraus gekocht. Dieser wird traditionell gegen Husten eingesetzt und schmeckt auch gut zu Eis. Davon gibt es jetzt eins 😉

Der verwundete Heiler

Ich lese in letzter Zeit auf verschiedensten abonnierten Blogs von Menschen, die immer wieder mit gesundheitlichen und psychischen Problemen zu kämpfen haben. Besonders Menschen, die sich mit Spiritualität befassen, scheinen sehr stark betroffen. Böse Zungen würden sagen, dass solche Menschen sich aus der Realität flüchten und Halt in der Spiritualität suchen, aber wer hier mitliest, wird bereits ahnen, dass ich diese Meinung nicht teile. Einige der besten Heilpraktiker, KartenlegerInnen und Physiotherapeuten, die ich kenne, sind eben dies geworden, nachdem sie vom Leben durchgeschüttelt worden waren. Manche so sehr, dass es zu Suizidgedanken und/oder Versuchen kam, bevor sie erkannt haben, welches Potenzial in ihnen schlummert.

Ich möchte eines klarstellen – nicht jeder Mensch mit einem Arschgebrechen (pardon) ist zum Heiler berufen. Aber ich kann auch die Meinung vieler Psychologen nicht teilen, die davon ausgehen, dass „Behaviourism“ das Unwort des Therapie-Jahrhunderts ist (kurze erklärt, man schließt von den eigenen Erfahrungen auf die der Patienten und verliert dabei seine Objektivität). Ich denke, die Voraussetzung für den Beruf des Heilers, Beraters oder Arztes ist eine hohe Sensibilität und Empathie. Ich habe mich mit einer Heilpraktikerin unterhalten, die eine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin anbot und ich fragte sie damals, wie sie sich emotional von den Sorgen ihrer Patienten distanziert. Die Antwort hat mich sehr überrascht – gar nicht. Sie sagte, während der Sitzung ist man völlig involviert, man geht direkt neben dem leidenden Menschen her und die Grenzen heben sich auf. Die Kunst liegt darin, hinterher wieder zu sich selbst zu finden und sich abzugrenzen.

Spirituell eingestellte Menschen verfügen über diese Sensibilität. Lassen wir die schwarzen Schafe unserer „Szene“ einfach außen vor. In unserer Kultur ist kein Platz für Menschen mit einer solchen Begabung. In anderen Kulturen hingegen erkennen die Menschen oftmals frühzeitig, ob jemand die Veranlagung hat, Medizinmann, Schamanin oder ähnliches zu werden. Wo gibt es das bei uns? Echo….Im Schamanismus ist die Rede von der Einweihungskrankheit, die den zukünftigen Schamanen befällt und davon, wie er/sie Wege finden muss, um sich selbst zu heilen, bevor er andere heilen kann. Der Begriff Heiler wird hier von mir im weitesten Sinne verwendet, und ist nicht explizit auf die Heilkunde ausgerichtet. Auch Berater sind damit gemeint, ebenso wie Lehrer u.v.a. . Wir können weiter hinterfragen, ob unser Karma schlecht ist, oder die Sterne zum Zeitpunkt unserer Geburt ungünstig standen oder wir können uns entscheiden, unser Schicksal aktiv mitzugestalten, indem wir aus der Rolle des Opfers heraustreten und uns selbst „ermächtigen“. Jeder von uns verfügt über eine Palette voller Fähigkeiten, die uns selbst überraschen würde, wenn wir sie vor uns auf dem Tisch ausbreiten.

Es geht darum, sich nicht ständig den Boden unter den Füßen wegzuziehen, sich ständig selbst zu sabotieren. Was ich gar nicht genug betonen kann, ist dass es für diese Erkenntnis nie zu spät ist. Vielleicht denken viele, ich habe so viel Zeit verschwendet und richtet damit den Fokus auf die Vergangenheit, die wir nicht mehr ändern können. Aber diese Vergangenheit ist das Fundament, welches uns jetzt zur Verfügung steht, wir können uns kein Wunschkonstrukt herzaubern. Wer das akzepziert, der erkennt, dass wir jetzt(!) das Fundament für die Zukunft erschaffen.

Wir erkennen einander, wenn wir uns begegnen. Sei es Auge in Auge oder über hunderte und tausende Kilometer Entfernung, in unseren Schriften, Videos und Blogs. Ich freue mich, dass ich Teil dieser Gemeinschaft von Individuen sein darf.