Die Bedeutung der Mondknoten

In diesem Beitrag möchte ich einen Blick auf die Mondknoten und ihre Bedeutung in der Astrologie werfen. Im April diesen Jahres hat sich die Mondknotenachse zu Wassermann südlich und Löwe nördlich verschoben. So bleibt sie bis Ende 2018 bestehen. Etwa alle 19 Jahre erlebt der Mensch die Rückkehr jener Mondknotenachse, unter deren Einfluss er geboren wurde. Die Mondknoten spielen vor allem in der Evolutionären Astrologie eine große Rolle, da sie unsere (karmische) Grundprägung und unsere „Medizin“ bedeuten. Der südliche Mondknoten beschreibt die negativ gelebte Seite des jeweiligen Tierkreiszeichens, der nördliche gibt die Richtung für positive Veränderung durch das jeweilige Zeichen vor. Allgemein kann man dieser Achse aus Sicht der Mundanastrologie (die ursprüngliche Astrologie, wie sie in Mesopotamien ab ca. 3000 vor Christus betrieben wurde) schon vieles entnehmen, mit dem sich die Menschheit in den kommenden anderthalb Jahren konfrontiert sehen wird. Aber zum Glück auch den Ausweg aus der Misere.

 

 

  • Zu allererst – was sind Mondknoten?

Unter Mondknoten versteht man keinen Himmelskörper, wie Planeten oder Asteroiden, sondern Schnittpunkte der Mondumlaufbahn mit der Ekliptik, also der (scheinbaren) Umlaufbahn der Sonne um die Erde. Wir wissen natürlich, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, aber trotzdem betrachten wir Sonnenaufgang und Untergang und die Bahn, welche die Sonne während ihrer Reise durch den Tag zurück legt, von der Erde aus. Genauso betrachten wir auch die Bahn des Mondes um die Erde – und an jener Stelle, wo sich beide Bahnen, die der Sonne und die des Mondes kreuzen, finden wir die Mondknoten. Ich verlinke euch an dieser Stelle zu einer Grafik, die das ganze noch einmal verdeutlicht: Mondknoten grafisch dargestellt

  • Die Achse Fische / Jungfrau

Südlicher und nördlicher Mondknoten liegen sich stets gegenüber, d.h., betroffen sind immer die beiden Tierkreiszeichen, die sich gegenüber liegen. Mondknoten sind außerdem stets rückläufig. Bevor nun die Achse zu Wassermann/Löwe gewechselt ist, befand sie sich in Fische/Jungfrau. An dieser Stelle ein kurzer Rückblick zur Zeitqualität dieser Konstellation. Eingangs hatte ich schon erwähnt, dass der südliche Mondknoten (also hier Fische) die negativ gelebte Seite des jeweiligen Tierkreiszeichens aufzeigt. Was also sind die negativen Seiten des Tierkreiszeichens Fische? Der Fisch ist der Archetyp des Mystikers. Er besitzt die Fähigkeit, bis zum Grund des kollektiven Unbewussten hinab zu tauchen und dessen Geheimnisse zu verstehen, aber auf eine intuitive Art und Weise. Er verbindet sich sozusagen mit dem Weltenmeer des Unterbewußtseins. Im negativen Sinne ist er Meister der Manipulation. Um zu gefallen, ist er bereit (bewußt oder unbewußt) Lügen zu verbreiten, um an sein Ziel zu gelangen. Er verschleiert, lügt und betrügt, flüchtet sich in Scheinwelten – vielleicht auch mit Hilfe von Alkohol und Drogen, und erschafft ein Netzwerk aus Halbwahrheiten und Vernebelung. Eben die negative Auslebung der ihm gegebenen Eigenschaften. Auf gesellschaftlicher Ebene können wir die vergangenen anderthalb Jahre, von April rückwärts zum Beispiel durch Medienmanipulation und bewusst gestreute Falschnachrichten interpretieren. Ebenso konnte ein Anstieg im Konsum von Alkohol und bewusstseinsbeeinflussenden Mitteln verzeichnet werden.

Schauen wir nun auf den nördlichen Mondknoten, welcher die Lösung oder zuerst einmal die Herausforderung darstellt, um positive Veränderung herbeiführen zu können. Dort finden wir das Tierkreiszeichen Jungfrau – pragmatisch, nüchtern, und humanitär. Die positiv gelebten Eigenschaften der Jungfrau Energie liegen also im Faktencheck verborgen. Stimmt das, was ich da gelesen habe? Was ist die Quelle dieser Information? Die Welt mag nicht perfekt sein, aber ich muss meinen Beitrag leisten. Und in dieser praktischen Sicht auf die Dinge lag der Schlüssel zum Umgang mit den Problemen dieser Mondknotenachse verborgen.

  • Die Achse Wassermann / Löwe

Im April nun hat sich die Achse hin zum südlichen Mondknoten im Wassermann und hin zum nördlichen Mondknoten im Löwen verschoben. Schauen wir zuerst auf das Tierkreiszeichen Wassermann und die archetypische Bezeichnung. Einige Stichworte wären Rebell, Außenseiter, Forscher und Revolutionär – seiner Zeit voraus, ein großer Denker und Weltverbesserer. Doch hat der Wassermann auch seine dunklen Seiten, wie Dissoziation und Erstarrung. Kann er gefühlsmäßig nicht ertragen, was er mitansehen muss, beginnt er zu dissoziieren, abzuschalten, bis hin zu einer absoluten emotionalen Erstarrung. Im positiven haben wir es hier mit dem Sanitäter zu tun, der aufgrund seiner emotionalen Abgrenzung einen kühlen Kopf bewahrt, das Unfallopfer körperlich betreut, ohne durch dessen offensichtliches Leid berührt zu werden (zumindest für den Moment nicht). Doch der südliche Mondknoten wird leider nicht positiv gelebt, sondern negativ. Ganz neutral beschrieben, erwartet uns in den kommenden anderthalb Jahren eine gefühlsmäßige Abschottung, wie sie bspw. durch ein Trauma ausgelöst werden kann. Die Ereignisse in der Welt wirken lähmend auf Individuen und die Gesellschaft als ganzes. Die Reaktion darauf wird sehr wahrscheinlich in der kollektiven Ernüchterung münden, die besagt, dass wir sowieso nichts mehr ändern können und deshalb gleich jeden Versuch unterlassen.

Und dann kommt der Löwe. Der nördliche Mondknoten im Tierkreiszeichen Löwe kann wirklich als „Erlösung“ gedeutet werden. Der Löwe trägt die wärmende Kraft der Sonne im Herzen. Er lebt mit Leidenschaft die Dinge aus, die ihm wichtig sind. Anstatt wie blockiert an den Problemen der Welt zugrunde zu gehen, sucht der Löwe gezielt nach Möglichkeiten, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern! Der nördliche Mondknoten im Löwen tut dies mit Anmut und Freude – er handelt, anstatt nur zu reden oder zu denken. Just do it. Die Lösung liegt also im Entdecken der eigenen Macht verborgen und die Freude, die uns eine Aufgabe „für den guten Zweck“ oder auch für unser eigenes Wohlbefinden schenken kann, trägt das Potenzial in sich, wie ein Funken im Herzen eines Einzelnen beginnend zu einem wahren Lauffeuer auf gesellschaftlicher Ebene anzuwachsen.

  • Die Sterne machen geneigt – persönlich und auf der Bühne des Lebens

Als ich im letzten Beitrag Von Macht und Ohnmacht über die eigene Macht schrieb, die jeder von uns inne hat, war mir noch gar nicht bewusst gewesen, dass mein persönlicher Mondknoten seine zweite Wiederkehr erfuhr. Die aktuelle Mondknotenphase ist nämlich meine Geburtsmondknotenachse und wieder einmal bin ich fasziniert von Astrologie als ganzem. Wir alle „leben“ unser Horoskop – aber auf welcher Bewusstseinsstufe? Wie ist das Schicksal jedes einzelnen und die persönliche Macht jedes einzelnen mit dem Gewebe der Welt verbunden? Wenn es zu diesem Beitrag Fragen gibt, oder ihr vielleicht Wünsche zu Blogbeiträgen rund ums Thema Astrologie habt, lasst es mich wissen. Und bis dahin lebt ihr hoffentlich mehr die positive Seite der Mondknotenachse unserer Zeit 😉

 

Von funkelnden Sternen & dunklen Wäldern

Kurz vor dem letzten Neumond machte ich mich auf in den nahe gelegenen Stadtpark. Ich stand dort am Ufer des kleinen Moersbachs und sah durch die Äste der alten Kopfweiden hindurch gen Himmel. Das Sternbild Orion war deutlich zu sehen, umringt von einzelnen, kleinen Schäfchenwolken, die sich vom samtschwarzen Nachthimmel abhoben. Um den Sternenhimmel besser beobachten zu können, lief ich Richtung Rodelberg, begleitet vom leisen Ruf eines Käuzchens. Dort oben, ganz allein in der Dunkelheit, fühlte sich alles ein wenig echter an, als sonst. Echt nach meiner eigenen Definition hat nur wenig mit rational zu tun 😉 Hier zu stehen und die Sterne zu beobachten, war wie Frieden in sich selbst zu finden. Es war nicht das bloße erstellen und deuten eines mathematisch anmutenden Radix, sondern eine tiefe Verbindung mit all jenen, die in der Vergangenheit die Sterne gedeutet haben und denen wir unser heutiges Wissen darüber verdanken. frost

Ich dachte nach über die ältesten Mythen von Sternengöttern, von den Ägyptern und Babylonieren bis zu Germanen mit ihrem Himmelsgott Tyr, (dem Nordstern) mit ihren 12 Götterpalästen, welche den 12 Häusern in der Astrologie so ähnlich sind und der germanischen Bezeichnung für den Gürtel des Orion „Freyas Rockn“. Ich dachte an die Bauten der Megalithkulturen und ihre Funktion, an die nahende Wintersonnenwende und an die gemeinsamen Ursprünge der Zivilisation. Der Neumond im Schützen war für mich mit sehr intensiven Gefühlen verbunden, vielleicht auch aus dem Grund, dass mein IC im Schützen liegt. Der IC im Horoskop bildet die Basis unseres Handelns und Strebens, ihm gegenüber liegt das MC, unsere Lebensausfgabe, die zugleich eine Herausforderung darstellt.

Ein IC im Schützen bedeutet, dass meine persönliche Grundlage der Glaube ist. Die Beschäftigung mit religiösen Themen und Philosophie, und ebenso ein immenser Wissensdurst. Vielleicht war es vorherbestimmt, dass meine Ausbildung zur Buchhändlerin ausgerechnet in einer Theologischen Fachbuchhandlung stattfinden sollte. Doch Fragen führen zu weiteren Fragen, Wissen führt zu noch mehr Wissen und irgendwann braucht der Geist etwas Ruhe. Meditation ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden – nichts ist entspannender (und oftmals hilfreicher!), als meinen stets regen und plappernden Geist zur Ruhe zu betten 😉 kamper-wald-1

Am nächsten Morgen tauschte ich den Sternenhimmel gegen den lichtdurchfluteten Kamper Wald mit seinen verwunschen Pfaden und besonderen Energien. Hier sammelte ich einige Pilze, um mich tiefer mit der Materie und deren Bestimmung zu beschäftigen. Neben Pilzen wanderten auch Kiefernnadeln in den Sammelkorb, aus denen wir später einen köstlichen Wintertee mitten im Wald kochten. So hielt man die Kälte gut aus! Kiefernnadeln entfalten ein feines, zitroniges Aroma und so mitten im Wald gesammelt und genossen, war es eine echte Verbindung mit dem Land. Wir tranken den Wald und mit ihm den Genius Loci, den Geist des Ortes (ich sagte doch, IC Schütze, haha). Ein Tee aus Kiefernnadeln wirkt antibakteriell, schweißtreibend, erfrischend und enthält wertvolles Vitamin C. Alles Eigenschaften, die einen wunderbaren Erkältungstee ausmachen.

Jetzt sitze ich also hier, blicke zurück auf die vergangene Woche und bin voller Vorfreude auf das nahende Wochenende, wo wir schon den nächsten Berg für´s Sterne beobachten auserkoren haben 🙂 Einsame Bergspitzen, tiefe, dunkle Wälder, Orte, an denen man Geistern begegnen kann. Wie viele „naturspirituelle“ Leute habe ich kennen gelernt, die ihre Armada von Utensilien ausbreiten und Wesenheiten anrufen, über die sie in der neuesten Ausgabe ihres esoterischen Lieblingsverlags gelesen hatten. Anstatt ganz behutsam mit jenen in Kontakt zu treten, die da sind 😉 Für mich war das stets so unsinnig, wie die Vorstellung, ein Naturwesen im heimischen Wohnzimmer zu beschwören. Ich bin jetzt wieder woowoo und ein bißchen mutig – die Welt der Geister überlappt die unsere, die physische. Ihr findet sie IN DER NATUR! An menschenverlassenen Orten. Und nicht alle sind gut auf uns zu sprechen. Manche erfreuen sich aufs allerhöchste an einem unvorsichtigen Menschlein, das stolpert und sich die Knie blutig schlägt, dem roten Lebenssaft, der reichlich ins Erdreich sickert. Aber kaum jemand will diese Geister treffen 😉 kamper-wald-3

Ihr Kräuterweiber und Wurzelsepps da draußen, für euch war dieser Beitrag. Vielleicht fühlt ihr etwas tief in euch, das euch den Weg gewiesen hat. Vergeßt über die Inhaltsstoffe und Anwendungsmöglichkeiten von Pflanzen nicht ihren eigentlichen Zauber. Sammelt Heilkräuter unter den Augen der Sonne und Giftpflanzen in einer mondlosen Nacht. Erinnert euch an das Sternenlicht, das in euren Augen funkelt, die ältesten Lehrer! Um es mit den Worten eines meiner letzten Instagram Posts zu sagen: Iss und trink den Wald. Irgendwann wachsen Wurzeln aus deinen Füßen und Blätter aus deinem Mund. Vergiss deinen Namen, verlier den Verstand – lass dich „begeistern“!

 

 

Die Säulen der traditionellen, westlichen Kräuterkunde

Im Laufe der Zeit haben sich in meiner Arbeit mit Kräutern Schwerpunkte heraus gebildet. Immer wieder komme ich zurück auf die Signaturenlehre, die Zeichensprache der Natur. Erstmals in allen Einzelheiten niedergeschrieben hatte diese der als „Grenzgänger“ bezeichnete Arzt, Astrologe, Philosoph und Naturkenner Paracelsus (1493 bis 1541 n. Chr). Doch was sind die Grundlagen dieser holistischen Lehre und was kann es uns heute bringen, sie anzuwenden? Habt ihr euch je gefragt, wie man am besten das passende Heilkraut für sich ermittelt? Warum wirken bestimmte Kräuter bei jemandem und andere nicht? Wäre es nicht großartig, wenn wir dazu in der Lage wären, Kräuter zur Erhaltung oder Wiederherstellung unserer Gesundheit selbstverantwortlich auswählen zu können – mehr oder weniger unabhängig von verwirrender Fachliteratur? imag1670

Um sich das vorstellen zu können, müssen wir gedanklich Abstand nehmen vom heutigen Modell der reinen Symptombehandlung. Der erste Schritt besteht darin, nicht (nur) auf das Krankheitssymptom zu schauen, sondern auf den  einzelnen Menschen. In diesem Artikel möchte ich die Säulen der traditionellen, westlichen Kräuterkunde vorstellen, die uns Einblicke in diese Form der Behandlung geben können.

Unsere Reise in die Vergangenheit beginnt zu Lebzeiten des griechischen Arztes und Philosophen Empedokles (492 bis 432 v. Chr.). Empedokles war es, der die Grundlage der 4 – Elemente – Lehre schuf. Er sprach damals noch von göttlichen Wurzelkräften. Erst Platon sprach später von den Elementen und sah diese bereits mehr im Sinne von Wirkstoffen, denn als beseelte Kräfte (der Weg zur Wirkstoffkunde, wie wir sie aus der modernen Medizin kennen, begann also in etwa während dieser Zeit). Polybos, ein Schwiegersohn des berühmten Hippokrates war es schließlich, der aus der Elementelehre wiederum die Säftelehre (auch bekannt als Humorallehre) entwickelte.

Polybos nannte 4 Körpersäfte, die in einem harmonischen Verhältnis vorherrschen müssen, damit der Mensch gesund sein kann – Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle. Darüber hinaus teilte er den Menschen, wie auch den Pflanzen 4 sogenannte „Qualitäten“ zu, die da wären – warm, kalt, feucht und trocken. An dieser Stelle ein Beispiel aus der Praxis, wie man nun ein passendes Heilkraut aufgrund dieser relativ unkomplizierten Einteilung auswählen könnte. Jemand leidet beispielsweise unter Verdauungsbeschwerden, die sich in wässrigem Stuhl äußern. Diese Symptomatik würde man wohl am ehesten als kalt und feucht beschreiben. Der nächste Schritt ist die Qualität der Heilpflanze und diese kann am Geschmack festgestellt werden. Geschmackliches Empfinden ist sehr individuell, aber um bei unserem Beispiel zu bleiben, nehmen wir einfach mal den Ingwer.

Um das Ungleichgewicht von kalt und feucht wieder auszugleichen, wäre der Ingwer mit seinen Qualitäten von warm (scharf) und trocken ein geeignetes Heilmittel. Jetzt sind wir allerdings beim Symptom und rein physischen Empfindungen stehen geblieben. Gehen wir weiter, so landen wir schließlich bei Galenos von Pergamon (129 bis 200 v. Chr.), der die Säftelehre auf die geistige Ebene übertrug und damit als Begründer der Temperamentelehre galt. Das Temperament eines Menschen benannte er als entweder Sanguiniker (Luft), Choleriker (Feuer), Phlegmatiker (Wasser) oder Melancholiker (Erde) und man spricht in Anlehnung an den Begründer auch von „Galenik“. Die Säftelehre hielt Dioskurides in seinem Kräuterbuch „De materia medica libri quinque“ fest, in welchem er an die 600 Pflanzen, 100 Mineralien und Tiere mit ihren jeweiligen Qualitäten auflistete. Sein Werk galt bis zur Renaissance als Standardwerk. imag1968

Auch Paracelsus kannte und nutzte die Lehren der Antike, äußerte jedoch auch erstmalig Kritik an deren Dogmatismus. Für ihn waren die Systeme nicht erschöpfend, denn wo waren die Geister und Himmelskörper, die nach der Erkenntnis und Erfahrung dieses Kräuterkundigen einen erheblichen Einfluss auf das irdische Geschehen hatten? Paracelsus lernte nicht nur an Universitäten, sondern scheute sich auch nicht vor der Magie des einfachen Volkes, der „Hexenmedizin“ der Heiden! Seine Ideen zur ganzheitlichen Sicht auf Mensch und Natur hielt er schließlich in seinen Schriften zur Signaturenlehre fest.

Am Schnittpunkt all dieser Vorstellungen liegt das Geheimnis der Heilmittelerkenntnis verborgen. Wer mehr zu diesem faszinierenden Thema erfahren möchte, darf sich auf einen 3-teiligen Kurs im kommenden Frühjahr freuen. Mehr Infos und die genauen Termine erfahrt ihr rechtzeitig 🙂 Ich trinke jetzt jedenfalls Tee – schönen, heißen und scharfen Ingwertee – da hat der Text jetzt Lust drauf gemacht 😉 Für alle, die sich fragen, wie ein Tee die Qualitäten warm und trocken haben kann – hört in euch hinein und schaut, welche Empfindungen der Geschmack in euch hervorruft. Probiert es einfach aus, wenn ihr das nächste mal Kräuter „schmeckt“!

 

Die Angaben in diesem Artikel ersetzen nicht die Behandlung durch einen Arzt, Heilpraktiker oder das therapeutische Fachpersonal, sondern dienen der Information. 

Vollmond, Kräuter, Heilsteine & Balance

Der Vollmond vergangenen Freitag war einfach atemberaubend schön! Die ganze vorangegangene Woche kam mir vor wie eine Welle, die ihren Höhepunkt an eben diesem Freitag erreicht hatte und nun so langsam wieder abebbt. Die perfekte Welle 😉

Als der Mond im Zenit stand, machten wir uns auf zu einem nächtlichen Spaziergang durch die stillen Straßen unserer Nachbarschaft. Direkt neben dem Friedhof sah mein Freund einen Schatten, der Richtung Gebüsch wuselte. Eine dicke Erdkröte, welche die Abkühlung nutzte, um zu wandern und sich gen Morgen wieder fein einzugraben, um sich vor Austrocknung zu schützen. Wir wollten sie erst fotografieren, aber das kleine Krötenherz wummerte vor Aufregung und so ließen wir sie schnell wieder frei. vollmondinfischen

Etwas später durchquerten wir das kleine Wäldchen, welches selbst im Mondenschein noch stockdunkel erschien. Wir kamen bei den Feldern raus und liefen bis dorthin, wo der Mond die Landschaft förmlich mit seinem blassen, magischen Schein überflutete. Nicht nur Steine mögen das Mondlicht und laden sich darin auf – auch wir Menschen – vorausgesetzt, wir lassen es direkt an unsere nackte Haut. Ja, in meiner Heimatstadt gibt es sie noch, die Hexen, die im Mondlicht tanzen…

Meinen Steinen gönnte ich dann auch ein Bad im Mondlicht und legte sie alle raus auf den Balkon. Ich meine, sie leuchteten am nächsten Morgen mehr als sonst. Das war auch so eine Sache, die der Mond angestoßen hatte – die Arbeit mit Heilsteinen wieder aufzunehmen. Ich hatte das mal probiert, aber nicht immer funktioniert alles auf Anhieb – manches braucht einfach Zeit. Lange dachte ich, Kräuterkunde und Heilsteine – wie soll das zusammen passen? Dann stieß ich auf die Signaturenlehre und auf Paracelsus, Hildegard von Bingen, Agrippa von Nettesheim u.v.m. welche alle eines gemeinsam haben: sie arbeiteten mit Pflanzen und Steinen und sogar mit den Sternen. Gibt es eine schönere, ganzheitlichere Sicht auf die Welt und unseren Platz darin? heilsteinvielfalt

Neben der Mythologie und der Metaphysik sind es auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die dafür sorgen, dass ich nicht abhebe. Diese erdigen Themen sorgen dafür, dass man mit anderen kommunizieren kann und das, was man gefühlsmäßig oder gedanklich erfasst, auch rüberzubringen vermag. Für mich ist Kommunikation eine Herausforderung. Ich suche stets nach Wegen, mein Wissen so weiterzugeben, wie es mein Gegenüber am besten verstehen kann. Das ist wie Übersetzungsarbeit – die eigenen Gedanken in die Welt zu entlassen.

Steine und Kräuter haben außerdem den Vorteil, dass sie ganz real im Sinne von „mit den Sinnen erfahrbar“ sind. Man kann sie anfassen, mit ihnen arbeiten, sie existieren nicht nur in der Theorie. Das erdet so ungemein. Durch diese Sicht auf die Welt ist mir jetzt vieles klarer geworden. Ich versuche, stets Parallelen zu ziehen, zu dem Fleckchen Erde, auf dem ich lebe. Die Kräuterkunde fördert die alten Mythen und Überlieferungen zutage, neben all den wundervollen praktischen Anwendungsmöglichkeiten. Sogar in den Ortsnamen finden sich solche Spuren, wie in „Hülsdonk“. Hülsdorn ist der alte Name der Stechpalme – den Kelten heilig, immergrün, mit dem Mythos des Stechpalmkönigs und des Eichenkönigs verbunden, welche die lichte und die dunkle Jahreshälfte unter sich aufteilen. Donk als Erhebung in einer überwiegend sumpfigen Landschaft. Alles hier war einst ein Moor. kniewurzeln

Die Beschäftigung mit Edelsteinen und in Zuge dessen die Geschichte des Bergbaus in meiner Region – wieder ein Zusammenhang, dem man nachgehen kann. Leser, die weiter weg wohnen, möchte ich einfach inspirieren, sich mit den Besonderheiten an ihrem jeweiligen Heimatort zu befassen. Das ist es doch, was uns heutzutage oft fehlt – ein echter Bezug zum Land, zur Natur, zur Geschichte. Physisch fassbar. Raus aus dem Kopf, rein in die Welt der Sinne. Körper, Geist und Seele, Baby! Das ist Animismus.

Und noch etwas tun Kräuter und Minerale für uns – sie geben uns einen Teil unserer Unabhängigkeit zurück. Sie helfen uns, uns selbst zu helfen. Ich bin keine Heilerin, die Diagnosen stellt und irgendwas verordnet. Ich kann aber auf Erfahrung und Wissen zurück greifen, welches ich sehr, sehr gern und mit wachsender Begeisterung weitergeben möchte. Es läuft immer auf eines hinaus: Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst. Darin liegt die Macht jedes Einzelnen begründet. Die nahende Herbsttag- und Nachtgleiche bringt in diesem Jahr eine lang ersehnte Balance in mein Leben, meine Gefühlswelt und mein physisches Empfinden! Ich hoffe, euch geht es ähnlich. herbstimpressionen