Feenhügel und die dunklen Kräfte des Winters

„I’ve bathed in sunshine
But cherished the fading light
And I heard my heartbeat faulter
On a winter’s night“ No Tears – James Blunt

Die dunklen Kräfte des Winters, sie warten im Verborgenen. Der Reisende Sigvatr Þórðarson beschreit ein Ritual aus dem Jahre 1018 zu ihrer Besänftigung, welches noch über der hohen Gastfreundschaft stand. Auf mehreren Höfen bat er um Einlass und Quartier für die Nacht, doch die Frauen des Hauses, die das Ritual leiteten, wiesen ihn ab. Es war das alfablót – das Opfer an die Elfen. In der nordischen Mythologie sind die Elfen sowohl Naturgeister, als auch Ahnengeister und es galt, sie während der dunklen Jahreszeit durch Opfergaben zu beschwichtigen.

Der eisige Atem der keltischen Göttin  Cailleach friert im Winter das Leben ein.

Wer schon einmal bei Nacht im Wald war, der weiss um die Bedeutung von Finsternis.  Man sieht die eigene Hand vor Augen nicht. Um einen herum erwachen die Schatten  zum Leben und eine Gänsehaut läuft den Rücken hinunter. Die Kräfte des Winters warten dicht unter dem dünnen Eis, das die Seen und Moore bedeckt (komm, es wird halten..) und sie schauen uns aus dem dunkelgrünen Efeu entgegen, welches die Bäume umrankt und manchmal auch erwürgt (iss mich, iss mich…ein Blatt schadet nicht)Dort wachsen die Stämme seltsam verdreht, oft sind unterirdische Wasseradern und Erdstrahlen die Ursache, Störzonen, die man mit Wünschelruten finden kann. 

Ausgerechnet Pflanzen aus solchen Störzonen kommen bei gesundheitlichen Problemen zum Einatz, wenn die Ursache sprichwörtlich im Dunkeln liegt. Ich habe ein Blättchen vom Efeu probiert, intuitiv (und impulsiv, ähm…), und hatte das Gefühl, einen leichten Reiz im Hals zu spüren. Ich kannte die Wirkung gegen Entzündungen der Atemwege, aber die homöopatische Anwendung fand ich noch interessanter. Man könnte sagen, das Mittel hilft bei Problemen des Bewegungsapparates, bei Steifheit und Schmerzen – wenn man sich fühlt, als wäre man im unnachgiebigen Griff dieser heimischen Lianenart! 

An solchen Orten sollten Menschen nicht zu lange verweilen, denn sie können krank machen. Man spürt, wie abweisend solche Plätze sind. Einen solchen „Spukort“ haben wir vor einiger Zeit besucht. Am Rande der Leucht, einem Waldgebiet zwischen Kamp-Lintfort und Alpen, findet man die Überreste von Hügelgräbern aus der Zeit der Becherkultur, ca. 2800 bis 2200 vor Christus. Je näher man diesen Hügelgräbern kommt, desto mehr Efeu umrankt die Bäume, desto bizarrer wird ihr Wuchs und desto mehr verstummt der Gesang der Vögel, bis es beinahe völlig windstill wird.

Wenn die Menschen vergangener Tage Rat bei ihren Vorfahren suchten, übernachteten sie manchmal auf den Hügelgräbern und hofften auf Eingebungen von der anderen Seite. Sie maßen ihren Träumen in solchen Nächten große Bedeutung bei. Begleitet von der Angst vor Widergängern harrten sie aus, bis das erste Licht des Morgens die Welt aus dem angstvollen Griff der Nacht befreite.

Hügelgrab in der Leucht

In Irland, wo der Feenglaube (nein, nicht Tinkerbell) noch lebendig ist, erzählt man sich die Geschichte der Sidhe (gesprochen Schie), einem Feenvolk, welches sich einst in die Hügel zurück gezogen hatte. Auf der grünen Insel ist einiges mehr an Wissen aus dem keltischen Kulturkreis übrig geblieben, als hier auf dem Festland, da dort die Christianisierung relativ friedvoll vonstatten ging. Heute sind sich Wissenschafter jedoch  einig darüber, dass viele der Bräuche und Rituale vom Festland hinüber gewandert waren und zu einem gewissen Teil auch das verlorene Wissen von Mitteleuropa beinhalten.

Mmmhh, das klingt doch mal nach einem Ort für eine Kräuterführung mit Schwerpunkt Mythologie 😉 Ich werde in diesem Jahr neben 2 Schreibprojekten auch wieder Kräuterführungen anbieten und freue mich schon darauf, euch persönlich oder hoffentlich ganz bald durch den Zauber des geschriebenen Wortes mit zu nehmen an verwunschene Orte. Und vielleicht inspiriert euch diese Beschäftigung mit Pflanzen und Mythen so, dass ihr euren eigenen Wohnort und eure Umgebung auf ähnliche Weise erkundet.

Quellen:

Emma Wilby „Cunning folk and familiar spirits“

Maria Kvilhaug „The old norse Halloween or Day of the Dead“ http://www.ladyofthelabyrinth.com

Paul Herrmann „Nordische Mythologie“

http://www.praehistorische-archaeologie.de

Margret Madejsky, Olaf Rippe „Heilmittel der Sonne“

 

 

Die Reise in die inneren Welten

In meinem Teil der Welt haben die Herbststürme das farbenprächtige Laub von den Bäumen geweht und der Regen webt Schleier aus feinen Tröpfchen. Schleier sind das Thema im November, wenn das Zeichen Skorpion herrscht und dessen Giftstachel die Sonne lähmt, so dass sie nicht mehr die Kraft hat, hoch über dem Horizont aufzusteigen. Wir sprechen dann davon, dass die Schleier zwischen den Welten dünner werden. Am 23. November trat die Sonne in das Tierkreiszeichen Schütze ein. Alles Leben in der Pflanzenwelt hat sich in die Erde zurück gezogen und träumt mit den Steinen. 

Die Schütze Zeit ist die Zeit der größten Dunkelheit und der größten Sehnsucht nach dem Licht. Tief unten in der Erde ruht das Leben und träumt von seiner Wiedergeburt. Wir können Kerzen anzünden, uns Geschichten vorlesen und mit Kräutertees und Heilsteinen in unseren inneren Welten zurück ziehen. Alte Mythen wie die des germanischen Lichtgottes Baldur und der griechischen Persephone lehren uns die Notwendigkeit einer Reise in die Unterwelt. Alles Leben verläuft in Zyklen und unser nächster Zyklus ist die Winterzeit mit ihrer Stille und Kälte.

Die Immergrünen Pflanzen sind es jetzt, die uns daran erinnern, dass das Leben nie ganz erlischt. Kiefern und Fichten als ätherische Öle in Badewasser und Duftlampe oder als köstliche Vitamin-C Lieferanten in Tees, Kräutersalz und Kräuterzucker kräftigen unsere Abwehr, während Anis und Zimt Gewürze die Vorfreude auf die Wintersonnenwende und Weihnachten bringen. Zugleich sind es auch diese typischen Weihnachtsgewürze, die uns dabei helfen, die üppigen Speisen in diesem Zeitraum besser zu verdauen und beruhigend auf die Nerven einwirken 😉 

Auch, wenn das Wetter nicht mehr so einladend erscheint, lohnt sich ein Spaziergang durch die schlafende Natur. Die Geister des Ortes können uns besonders in der Vorweihnachtszeit lehren, wo unser innerer Ruhepol zu finden ist. Jetzt, wo die Bäume ihre kahlen Äste gen Himmel strecken und uns die frühe Dunkelheit den klaren Sternenhimmel offenbart, sehen wir das Wesentliche.

Bei uns am Niederrhein bekommen wir jedes Jahr Besuch aus Skandinavien und Sibirien – die Wildgänse nutzen die milderen Temperaturen in unserer Region, um hier zu überwintern, Das abendliche „Gänselauschen“ in den Rhein Auen ist immer ein kleines Spektakel! So findet sich in jeder Region eine Besonderheit, die es einem ermöglicht, sich auf vielen Ebenen mit dem Land und der Natur zu verbinden. 

In dieser dunklen Jahreszeit war es unseren Vorfahren besonders wichtig, sich gegen die Unholde des Winters, gegen Geister und Krankheitsdämonen zu schützen. Geister sind hier nicht bloß in Bezug auf die Seelen Verstorbener zu deuten, sondern auch wir Lebenden erschaffen Geister, die uns in Form von schlechten Gewohnheiten oder dem Stau des Lebensflusses begegnen können. Vielleicht stecken wir in einem Teil unseres Lebens fest, so als würde uns jemand dort gefangen halten.

Für solche Fälle gibt es schöne Rituale der Heilung. Hämatit (Rohstein) als Stein des Blutes mit seinem hohen Eisengehalt kann über einen Zeitraum von 7 Tagen in Wasser gekocht und der Absud getrunken werden. Ein solches Dekokt hat oft durchschlagenden Erfolg und vertreibt, wie wir aus vielen alten Überlieferungen wissen, böse Geister. Vielleicht liegt es an der Farbe des Lebens, dem leuchtenden Rot oder auch der Verbindung zu Mars, der wiederum mit unserem Blut und der Lebenskraft in Verbindung steht. Eisen erdet ungemein – schließlich finden wir es im Innern der Erde und es macht uns zu Erdgebundenen 🙂

 

 

Von Sternenkulten & gefallenen Engeln

Unsere Geschichte von Sternenkulten & gefallenen Engeln führt uns so weit zurück in die Vergangenheit, dass selbst die ältesten Überlieferungen sich ihrer nur erinnern. Wir stehen in einer kargen Landschaft, übersäht von Megalithbauten, wie Stonehenge und Pömmelte, im heutigen Gebiet des Iran. Wir befinden uns am Ende der letzten Eiszeit. Die steinernen Megalithbauten dienten als Stern Observatorien, ebenso als Begräbnisstätten mit einem lebendigen Ahnenkult. Die Menschen glaubten daran, dass ihre Ahnen die Gestalt von Raubvögeln annehmen würden und man ihnen auf einsamen Berggipfeln begegnen konnte. schwanenfederhuehnergott

Wir machen einen Zeitsprung und begegnen den im babylonischen Exil lebenden Juden, welche während ihres Aufenthaltes in Babylon ab ca. 539 v.Chr.  mit der Religion der Magi (etymoligische Wurzel des heutigen Wortes Magie…) in Berührung kamen. Die Priesterkaste der Magi verehrte himmlische Wesen von glänzender Gestalt, Lichter am Nachthimmel, Sterne die lehrten. Hinweise auf ein „himmlisches Konzil“ zeichnen Yahwe als ein einstmals bloßes Mitglied dieses himmlischen Konzils, einen Windgott, den anderen gleichgestellt. Aus diesen frühen Einflüssen des Judentums entwickelte sich später die christliche Religion des einen Gottes, der über die Engel herrscht und dem sie als himmlische Botschafter dienen.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

In den Büchern Henoch  finden wir die Geschichte der gefallenen Engel. Diese als Wächter bekannten „Söhne Gottes“ erblickten die Töchter der Menschen und schlossen einen Pakt, demnach einer von ihnen, Shemhayza, die Schuld auf sich nehmen würde, sollte diese Verbindung je geahndet werden. Und sie wurde geahndet. Durch die Verbindung von Engeln und Menschen erblickten die Nephilim das Licht der Welt. Diese werden als riesenhafte Wesen beschrieben, mit besonderen Kräften ausgestattet und ihre Gräber glaubte man in den steinernen Ruinen der Megalithbauten zu erkennen. Die Nephilim brachten großes Leid über die Menschheit, woraufhin Gott die Sintflut schickte, um sie für immer vom Antlitz der Welt zu tilgen.

Die Wächter jedoch lehrten die Menschentöchter die Heilkunde, das graben von Wurzeln, die Kräuterkunde, das schmieden von Metall und die Herstellung von Kosmetik (Lidschatten aus geriebenen Mineralien). Sie lehrten sie ebenso die „dunklen und gefürchteten Künste“ (Abtreibung, schwarze Magie und die Weissagung mittels der Kunde vom Lauf der Gestirne – die Astrologie). Für dieses Vergehen wurde einer der Wächter, Azazeel kopfüber an einem Baum aufgehangen und seiner Seele beraubt – man warf diese an den Nachthimmel und dort sehen wir sie noch heute in Gestalt des Sternbildes Orion…

Hallenhaus Halde Norddeutschland

Hallenhaus Halde Norddeutschland

Die Beschreibung der Söhne Gottes mit einem Gewand, welches an Federn erinnert und dem Gesicht einer Viper erweckt den Eindruck einer anthropomorphen Gestalt. In den Büchern Henoch unternimmt besagter Henoch (ein von der Erde in den Himmel „Entrückter“) eine Reise in die 7 Himmelreiche, die aufgrund ihrer Beschreibung stark an den Seelenflug oder die Astralreise eines Schamanen erinnert. Auch hier begegnet uns das Bild eines „Mantels aus Federn“ (so beschreibt Henoch die beiden Engel am Fuße seines Bettes), wie ihn die Ahnen von Eingangs des Artikels getragen hatten, um in Gestalt eines Raubvogels ihre Seele ausfliegen zu lassen.

Der „gefallene“ Engel (sie gingen nieder am Berg Harmon -„aber wir werden sterblich wie Menschen und fallen wie einer der Prinzen“ Psaml 82) bezeichnet die Inkarnation himmlischer Lehrer in Fleisch und Blut. Der Fall ist nicht gleichzusetzen mit der anschließenden Strafe und Verbannung oder gar dem Höllensturz. Die „Strahlenden“ stürzten freiwillig.

Himmelstreppe Halde Norddeutschland

Himmelstreppe Halde Norddeutschland

Die Masse an Material zu diesem Blogbeitrag läßt nur einen kurzen Auszug zum Thema zu. Ich habe deshalb einige Quellenangaben für euch dagelassen, sollte jemand Lust auf eigene Recherchen haben. Wissen führt zu noch mehr Wissen und Fragen oft zu noch mehr Fragen. Was ich mit meinem Beitrag bezwecke, ist, zu zeigen, woher ich komme, was mein Ansatz für meine Arbeit ist und worauf alles fußt, was mich belebt und begeistert. Meine Angebote gründen auf Recherche, auf einer tiefen Liebe zur Mythologie und der Erkenntnis, das je weiter wir in der Geschichte der Menschheit und der Religionen zurück reisen, wir irgendwann zu einem gemeinsamen Ursprung finden. Jede Geschichte ist mehr als die Summe ihrer Teile und manchmal finden wir Antworten an Orten, an denen wir nie zu suchen geträumt hätten.

Quellen:

1. & 2. Buch Henoch

Die Bibel

Julia & Derek Parker „Astrologie kompakt“

Peter Grey „Lucifer Princeps“

Andrew Collins „From the ashes of angels – the forbidden Legacy of a fallen race“

Sternschnuppen – Goldregen

Jedes Jahr um diese Zeit kreuzen wir auf unserer Umlaufbahn die Überreste des Kometen 109P/Swift Tuttle und seine Gesteinsbrocken verglühen in unserer Atmosphäre. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden Schauer in diesem Jahr ihren Höhepunkt mit bis zu 200 Sternschnuppen pro Stunde. Praktisch, dass dies von Freitag auf Samstag der Fall sein soll 🙂 Zwischen 00:00 Uhr und 03:00 Uhr früh können wir uns alle eine Menge wünschen!

Die Perseiden gelten als die Nachkommen des Perseus, einem Sohn des Zeus. Er wurde durch einen Goldregen gezeugt, nachdem sein menschlicher Großvater Akrisios, der König von Agros, seine Mutter in ein Verlies hatte sperren lassen. Das Orakel hatte dem alten Mann prophezeit, dass er durch die Hand seines Enkels sterben würde. Nach Perseus Geburt setzte Akrisios Tochter und Enkel auf offener See aus, doch beide wurden gerettet. Im weiteren Verlauf der Geschichte muss Perseus schließlich Medusa besiegen, welche allein durch ihren Blick jeden in Stein verwandelt.

The Wild Unknown Tarot 2nd edition

The Wild Unknown Tarot 2nd edition

Gut, dass der Junge überlebt hat – so können wir uns am Anblick seiner Nachkommen, einem neuen Goldregen, erfreuen! Doch woher kommt eigentlich die Vorstellung, dass Sternschnuppen Glück bringen und Wünsche in Erfüllung gehen lassen? Und ist diese Vorstellung überall verbreitet? Leider nein. In einigen Teilen der Welt gelten Sternschnuppen als Unglück. In der Mongolei bspw. deutet man sie als Seelen der Verstorbenen auf ihrem Weg ins Jenseits und man befürchtet wohl, durch diese Sichtung mitgerissen zu werden. Auch gibt es die Vorstellung, dass Sternschnuppen die Fackeln böser Geister darstellen, welche des Nachts Jagd auf Menschen machen.

Leider ist bisher nicht bekannt, warum in unserem Teil der Welt eine gefallener Stern als Glücksbringer gilt. Ich meine, ausgerechnet ein „gefallener Stern“…„Wie bistu vom Himel gefallen / du schöner Morgenstern? Wie bistu zur Erden gefellet / der du die Heiden schwechtest? Gedachtest du doch in deinem hertzen / Jch wil in den Himel steigen / vnd meinen Stuel vber die sterne Gottes erhöhen. Jch wil mich setzen auff den berg des Stiffts / an der seiten gegen mitternacht. Jch wil vber die hohen wolcken faren vnd gleich sein dem Allerhöhesten. Ja zur Hellen ferestu / zur seiten der Gruben.“ Lutherübersetzung 1545

Auf einen Berg will ich mich auch setzen, um die Sternschnuppen zu beobachten. Auf den „Blocksberg“ oder einen anderen, alten und verlassenen Berg. Fernab vom künstlichen Licht der Städte, in der Einsamkeit und Stille der Nacht. Vielleicht tut´s auch die Halde Norddeutschand mit ihrer Himmeltreppe 😉 Ich denke ja angestrengt über Führungen um Mitternacht nach…Vollmond Führungen und Mythologieführungen…die jeweiligen Sternbilder und ihre Geschichten. Warum sollte ich mich an einen „normalen“ Tag/Nacht/Arbeitsrhythmus halten?! Mal sehen, wie viele meiner momentanen Ideen letztendlich den Sprung in die Realität schaffen.

Wer die Perseiden im August verpasst, hat aber auch zu anderen Zeiten im Jahr noch die Chance, sich einen Wunsch erfüllen zu lassen, nämlich, wenn die Leoniden im November, die Geminiden im Dezember, die Quadrantiden im Januar und die Lyriden im April vom Himmel herab regnen 🙂 Ich wünsche euch allen einen klaren Nachthimmel und mehr Sterne, als ihr in einem Leben zählen könnt!

 

Auf den Spuren der Nibelungen

Ich habe einige Tage im Sauerland verbracht und bin dort auf den Spuren der Nibelungen gewandelt. Eigentlich hatten wir auf Schnee und Schlitten fahren gehofft, aber das war uns nicht vergönnt. Aufgrund der immergrünen Fichtenwälder war es aber auch ohne Schnee alles andere als trostlos um diese Jahreszeit. Geplant war diese innere Reise zu den Nibelungen nicht, doch kurz vor Abfahrt las ich in einem Buch von der Höhle mit Namen „Hohler Stein“, welche sich genau an unserem Urlaubsort befand! Dort geht die Sage, dass der Sohn Hagen von Tronjes aus der Thidrekssage den König Attala mithilfe einer List in die Höhle gelockt und dort lebendig begraben hat. Er hatte dem König vom Goldschatz der Nibelungen erzählt, der dort gelagert worden sein sollte und ihn so hineinlocken können. Hohler Stein

Ein Skelettfund, aufgrund der Bronzereifen und eines Runenrings auf das 6. Jahrhundert nach Christus datiert, ließ die Historiker eine mutige These aufstellen. Sie vermuteten aufgrund der Funde im Hohlen Stein eine Verbindung der Nibelungen und der Thidrekssage mit tatsächlich statt gefundenen, geschichtlichen Ereignissen. Die Nibelungensage nimmt ihren Anfang in meiner Heimat, denn Siegfried von Xanten wohnte nur einen Steinwurf entfernt – in eben jenem Ort am Niederrhein, der heute bekannt ist durch den Archäologischen Park und seine grossartigen Funde aus einer Zeit, in der hier die römische, keltische und germanische Kultur wie in einem Schmelztiegel zusammenfloss. So verbrachte ich die Tage mit der Rekonstruktion alter Ortsnamen und der Suche nach dem Schatz der Nibelungen…

Baumgeister

Baumgeister

Wenn ich am Rheinufer sitze und den großen Fluss betrachte, dann stelle ich mir manchmal vor, das Rheingold würde einfach so vor meinen Füssen angeschwemmt. Mein Schatz, gebürtiger Berliner und „Rucksack-Niederrheiner“, ist auch von Anfang an der Faszination des mächtigen Flusses erlegen und wir verbringen im Sommer viel Zeit an seinen Ufern. Für mich ist die Verbindung zu diesem Fleckchen Erde sehr tief. Man muss manchmal erst etwas verlieren, bevor man seinen wahren Wert erkennen kann. Alt ist die Geschichte dieses Landes…oftmals unheimlich. Hier war alles ein einziges grosses Moor, und noch heute kann man in dunklen Erlenhainen die alte, dunkle Magie fühlen.

Einstimmen...

Einstimmen…

Nebengang

Egal, wohin ich gehe, immer begleitet mich die Geschichte des Landes. Auch an anderen Orten. Immer ist das, was ich glaube, eng verknüpft mit den Geistern des Ortes, mit den alten Göttern, mit den Ahnen. Ich habe immer das Gefühl, mehr lernen zu wollen, als mein Gehirn aufnehmen kann 😉 Vielleicht sollte ich mir eine „größere Festplatte“ einbauen lassen, haha! Zur Zeit nehmen ja einige von euch lieben Lesern und Leserinnen das Thema „sei die Hexe, die du sein willst“ auf. Ich hatte mich zeitweise von dem Begriff entfernt, bis eine liebe Freundin in einem anderen Zusammenhang meinte, lass die Leute entscheiden, wie sie dich nennen wollen. Vor einigen Tagen habe ich mir diesen Begriff zurück erobert. Ich bin eine Traumwandlerin, eine Kräuterkundige, eine Giftmischerin und eine Heilerin. Ich liebe die verschiedenen Divinationstechniken und kenne die Dunkelheit, ebenso wie das Licht. „Though my soul may set in darkness it will rise in perfect light. I have loved the stars too fondly to be fearful of the night“. Habt ein schönes Wochenende ihr Lieben. Wir lesen uns.

Verborgenes Wissen in der Edda

Wo soll ich anfangen? Die Edda ist eine Sammlung von Heldenliedern, Göttersagen und Spruchweisheiten der Nordischen Mythologie. Wenn wir heute von der Edda sprechen, meinen wir meist den Sammelband der älteren und der jüngeren Edda in einem Buch. Die ältere Edda war bereits mindestens 400 Jahre alt, als sie im Jahre 1643 dem isländischen Bischof übergeben und von diesem zum König von Dänemark geschickt worden war. Bis auf wenige fehlende Seiten war sie gut erhalten. Der dänische König Frederik nannte die Sammlung Codex Regius.

Ein Grund dafür, warum so wenige von uns spirituell Interessierten sich mit der eigenen, germanischen Mythologie beschäftigen, ist neben dem offensichtlichen Grund, namentlich der verklärten Nazi-Ideologie auch jener, dass man uns von Kindesbeinen an eingebläut hat, es handele sich hier lediglich um nette Geschichten, die man sich zum Zeitvertreib erzählt hat. In unserer heutigen Gesellschaft herrschen zumindest in der westlichen Welt zwei große Lager: Die Christen und die Atheisten. Die einen verteufeln die heidnischen Vorstellungen, die anderen belächeln sie.

Dem isländischen Gelehrten Snorri Sturlussen (1179 bis 1241), der im 13. Jahrhundert für den norwegischen König Hakon Hakonarson die Norwegischen Königssagen verfasste, haben wir es zu verdanken, dass das Wissen um die Dichtung der damaligen Zeit bewahrt werden konnte. Snorri zeigt auf, dass die Sprache der alten Völker voll von dichterischen Parabeln (Gleichnissen) steckte. Snorri lebte zu einer Zeit, in welcher die Fähigkeit der Deutung der alten Dichtkunst aus der Erinnerung des Volkes zu schwinden begonnen hatte. Kaum jemand wusste die Metaphern der altnordischen Dichtung noch zu interpretieren. Zitat: „Ich schrieb dieses Buch, damit junge Studenten der Dichtkunst das verstehen können, welches in Runen verborgen liegt“.

Sein Lehrbuch für Skalden (altnordische Bezeichnung für Dichter) teilt sich in 3 Teile, wobei die ersten beiden Teile den Fokus auf die Metaphern und Interpretationen alter Mythen und Sagen legt. Zusammenfassend sprechen wir also von der älteren Edda und meinen jene Sammlung alter Heldenlieder, Göttersagen und Spruchweisheiten, die wahrscheinlich zum ersten mal von Mönchen im 13. Jahrhundert gesammelt und aufgeschrieben worden waren, dann für 400 Jahre im Verborgenen gehalten wurden und im 17. Jahrhundert wieder aufgetaucht sind, während die jüngere Edda, Snorri Sturlussens Buch über die Interpretation alter nordischer Dichtkunst ist. EdelsteinThorhammer

Nach dieser kurzen Einführung möchte ich gern anhand eines Beispiels aufzeigen, was wir erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennen (oder gar auf den vierten, denn die Regeln der Dichtkunst gehen bis in die vierte Ebene hinein). Es war einmal vor vielen Jahren…da diskutierte ich in einem Forum mit Gleichgesinnten über die Götter, zu denen wir eine besondere Verbindung spüren…als ich mit dem germanischen Baldur um die Ecke kam, erntete ich Gelächter (in Form von augenverdrehenden Smileys!) und Worte wie „Ausgerechnet Baldur! Der Blondgelockte Schönling!“ Es sollten Jahre vergehen, bis ich herausfand, warum „ausgerechnet Baldur“…

In der Edda erfahren wir, dass Baldur der Sohn Odins und seiner Frau Frigg ist. Was bedeuten diese Namen? Odin ist jener Gott, der den Menschen sowohl den Atem, die Dichtkunst, als auch den Wissensdurst geschenkt hat. Er ist verheiratet mit Frigg, der, „die alles weiss, aber nicht spricht“. Aus dieser Verbindung geht Baldur hervor, der „strahlende“, englisch „bold“ = tapfer. Sein Palast steht in Breidablik, was soviel bedeutet wie Weitblick. Wenden wir Snorris Wissen um die Interpreation altnordischer Dichtkunst an, so erkennen wir, dass Baldur als Sohn von Odin und Frigg für eine mutige, weltoffene Einstellung und das Lichte und Gute steht. Daran kann ich erstmal nicht schlechtes finden 😉

Doch Baldur stirbt durch die Hand seines blinden Bruders Hödur (Ignoranz und blinde Aggression), angestiftet wurde Hödur von Loki (der Leidenschaft in ihrem dunklen Aspekt). Dieses Ereignis ist der Anfang vom Ende und wird zu Ragnarök, dem Ende der Welt führen. Nach Ragnarök, so geht die Sage, wird Baldur wieder auferstehen. Allein die Geschichte um „Balders Drauma“ ist voll von Metaphern und Parabeln und ich weiss nicht, wie es euch geht, aber für mich ergeben sie Sinn. Einen tiefen Sinn, der sich mit einem animistischen Weltbild absolut vereinbaren läßt. Will ich mich mit Odin verbinden, höre ich auf meinen Atem, den Wind oder hauche Texten Leben ein. Will ich dasselbe mit Baldur tun, übe ich mich in Toleranz und Weltoffenheit und gehe mutig meinen Weg, alles helle, manchmal einfach das Licht selbst, ist Baldur.

Das hier war nur ein kleines Beispiel, ein einfaches für den Anfang. Etwas, auf das man so nebenbei stößt, wenn man recherchiert, alt-isländisch lernt und auf das eigene Bauchgefühl hört. Es ist auch als Ermutigung gedacht für jene, denen manchmal die Fakten oder die Worte fehlen und die doch innerlich fühlen, dass das, woran sie glauben, wichtig und wertvoll ist. In diesem Sinne – startet gut in die Woche 🙂

 

Von Wiedergängern & Wechselbälgern – Ein Halloween Post

Am Sonntag hatte ich meine Kräuterführung zum Thema Ahnenzeit. Schwerpunkt waren die Ursprünger von Halloween und Allerheiligen. Zwischenzeitlich wurde es recht düster und gruselig, besondern an der Wegkreuzung im Wald, unter alten Buchen. Die Menschen aus vergangenen Jahrhunderten begegneten ihren Ahnen einerseits mit Liebe und Respekt, andererseits mit Ehrfurcht und Angst. Wenn ein Mensch gestorben ist, traf man die nötigen Vorkehrungen, damit er den Weg auf die andere Seite fand und niemanden mit sich nahm. Manchmal jedoch kamen sie wieder…

Nach dem Tod wurden die Spiegel verhangen, die Uhren angehalten und die Totenwache mit Holunderblütentee und vielen Tabus belegt, begangen. Der Abtransport der Leiche unterlag strengen Regeln, so musste unbedingt darauf geachtet werden, dass der Tote mit den Füssen zuerst hinausgetragen wurde, da er sonst womöglich wieder zurückkehren konnte. Auf Türschwellen durfte niemals Halt gemacht werden, denn in diesen Zwischenräumen konnte sich die Seele des Verstorbenen möglicherweise verheddern und steckenbleiben. Doch wie kam es zum Glauben an die Wiedergänger, an lebende Tote?

Die Wissenschaft spricht von einem Phänomen, bei dem der Verwesungsprozess eines Leichnams stoppt, wodurch sich unter Ausschluss von Sauerstoff das Hautfett in eine Art Wachs umwandelt. Leichen, die schon längst verwest sein müssten, erscheinen noch „frisch“ im Vergleich zu denen, die den normalen Zerfallsprozess hinter sich haben. Trat nun eine solche Wachsleiche zutage, etwa, weil durch eine Überschwemmung der Sarg wieder zur Oberfläche getrieben wurde, dann stellten die Leute mit Entsetzen fest, dass es sich hier um einen Wiedergänger handeln musste. Ein Wesen, welches die Angehörigen heimsucht, Angst und Schrecken verbreitet und sie sowohl in ihren Träumen verfolgt, als auch in physischer Gestalt quält. IMG_1944

So, wie man keine natürliche Erklärung für eine Wachsleiche fand, hatte man auch keine für ein Kind, das nicht wuchs oder mit einer Behinderung zur Welt kam. Ein Neugeborenes sollte in eine Wiege aus Birkenholz gelegt werden, in welche man 3mal die Berkana Rune ritzte. Dies sollte das Baby vor dem Feenvolk schützen, welches ansonsten eines ihrer Kinder gegen das Menschenkind austauschen und selbiges in ihr Reich entführen würde. Man sprach bei diesen „Feenkindern“ von einem Wechselbalg. Ihr Schicksal war grausam, denn befand man ein Kind für ein Wechselbalg, wurde es ausgesetzt und dem Tode überlassen. Schon kurz nach der Geburt befand die Hebe-Ahnin (heute Hebamme – damals zumeist eine germanische Priesterin) ein Neugeborenes für lebensfähig und hob es auf oder befand es für zu schwach und kränklich, was das Aussetzen zur Folge hatte.

Samhain ist nicht nur Kürbis schnitzen und seichter Spuk. Es ist ein Totenfest. Machen wir nicht den Fehlern, es zu verniedlichen. Um es ganz zu erfahren, sollten wir uns erlauben, in seine dunklen Tiefen einzutauchen und uns gleichsam an seiner wilden Romantik erfreuen. Ich wünsche euch allen ein durch und durch gruseliges, wildes und berührendes Samhain.

 

Luzifer & Prometheus

Ein kleines Mißverständnis in der Bibel setzte Luzifer, den fallenden Stern, mit dem Satan gleich, der gleich ein Drittel der Sterne mit sich gerissen haben soll. Es ist ein wenig kompliziert, aber auch ein babylonischer König, der die fixe Idee hatte, sein Königreich noch über dem des lieben Gottes, nämlich über dem Sternenzelt selbst, zu errichten, spielt noch mit hinein. Luzifer ist ein lateinischer Name, während die Ursprünge der Bibel im hebräisch/griechischen zu finden sind. Luzifer war der Morgenstern (bis man herausfand, dass er auch der Abendstern ist) und sein Name war mehr ein Titel, als dass man in ihm eine Person oder Gottheit sah. Er war der Lichtbringer – vor Sonnenaufgang leuchtete er am Himmel und leitete den Tag ein. Am Tage sieht man bekanntlich besser als in der Nacht und in diesem Sinne ist Luzifer derjenige, der Licht ins Dunkel bringt.

Später setzte man ihn dann mit dem gefallenen Engel gleich, und schießlich mit Satan, dem Drachen und Verderber der Menschheit. Und was sagt uns das? Viele Köche verderben den Brei… 😉 Heutzutage sehen Anhänger Luzifers (buh! – versteckt eure Kinder und rennt, so schnell ihr könnt!) diesen ähnlich wie den griechischen Prometheus. Auch dieser fiehl bei den Göttern in Ungnade, als er sich entschloss, den Menschen das Feuer zu bringen, nachdem Zeus es ihnen vorenthalten hatte. Sie hatten nicht genug gebetet und geopfert und Prometheus erster Streich bestand darin, einen Deal auszuhandeln – die Menschen durften das Fleisch der geopferten Tiere behalten und die Götter bekamen das Blut und die Knochen. Das reichte Zeus aber nicht und so war´s vorbei mir dem Feuer. Feuer steht hier nicht nur für die Wärme, den Schutz und die Helligkeit, sondern auch für den Funken der Erkenntnis. Wenn Prometheus nun heimlich emporsteigt und seine Fackel am Wagenrad des Sonnengottes entzündet, um es den Menschen zu schenken, dann schenkt er ihnen das Wissen, wie man Feuer macht. Dafür wurde er gefangen, an einen Felsen gekettet und jeden Tag aufs Neue frass ein Adler seine Leber.

Luzifer ist ein Archetyp, der für Wissen steht. Und für Mitgefühl. Prometheus trug den Beinamen Lucifer und sogar Jesus trug diesen Namen. Glaubt keiner? Ein wenig Recherche bringt „Licht ins Dunkel“. Wenn ich im vorherigen Post vom Teufel geschrieben habe, dann bedeutet das nicht, dass ich den Teufel anbete. Es bedeutet, dass mir das Prinzip Luzifers am Herzen liegt. Alles daran. Seine Außenseiterrolle, seine guten Absichten, sein Einsatz für frei zugängliches Wissen und gegen Ignoranz, bis hin zu seiner Aufopferung. Es ist das Prinzip, frei von der eingefärbten Brille, die wir so oft über den Augen tragen. Ich mag solche Beispiele – sie konfrontieren uns mit unseren vorgefassten Meinungen und auch mit unseren Ängsten. Intoleranz und Hass wachsen auf dem Urgrund von Angst und Ignoranz am allerbesten.

Die Rauhnächte

Hier sind wir also, mitten in den Rauhnächten. Die Weihnachtstage sind vorüber, das neue Jahr liegt vor uns. Am Tage glitzert der frisch gefallene Schnee im Licht der neu geborenen Wintersonne und nachts im blassen Schein des Neumondes. Jede der 12 Rauhnächte steht stellvertretend für einen Monat des kommenden Jahres. Was man in diesen Nächten träumt, soll sich der Überlieferung nach im jeweiligen Monat ereignen. Die Rauhnächte entstehen durch die Differenz des Sonnen- und Mondjahres. Das Mondjahr mit seinen ca. 354 Tagen und das Sonnenjahr mit seinen 365 Tagen bilden die Grundlage für die Zeit zwischen den Jahren, in welcher allerhand Brauchtum zu finden ist.  20141228_115633_resized

Die Winterstürme, die typisch für diese Zeit sind, brausen nachts um die Häuser und es braucht nur ein wenig Fantasie, um sich vorzustellen, wie die Wilde Jagd dort draußen durch die Nacht fegt! Die verlorenen Seelen, angeführt von Odin oder Frau Holle, reißen die Unvorsichtigen mit sich, verheddern sich in der Wäsche (weshalb man zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche aufhängen soll) und sorgen für allerlei Spuk und Grusel. Die Menschen räuchern Beifuss, Wacholder und Harze, orakeln und beobachten das Wetter, um zu erahnen, wie das Wetter im nächsten Jahr wird. 20141228_115601_resized

Die Kerzen auf unserem Adventskranz sind heruntergebrannt, nur eine steht in der Mitte und symbolisiert die wiedergeborene Sonne. Eine wunderschöne Regenbogen Glaskerze. Die Nordmanntanne mit ihrer außen goldenen und innen roten Spitze bleibt uns noch bis ins Neue Jahr als immergrüner Hoffnungsträger erhalten. Auf dem Couchtisch habe ich einen kleinen Frau Holle Altar eingerichtet (ihren Ehrentag feiern wir am 06. Januar zum ersten mal anstelle der heiligen 3 Könige). Über der Eingangstür hängt die neue Mistel, geweiht an Heiligabend. Die Mistel als Zwischenwesen – zwischen Himmel und Erde. Die alte Mistel haben wir verbrannt und ihre Asche dem Fluss übergeben. 20141228_115521_resized

Ich hatte wunderschöne Festtage, interessante Begegnungen und ich habe viel neues ausprobiert. Man könnte auch sagen, ich bin zur Küchenhexe mutiert, aber das schon in der Vorweihnachtszeit. Wenn ich nicht gerade Salben gekocht oder Cremes gerührt habe, dann war ich mit Essen machen beschäftigt (der Festtagsbraten war dieses Jahr Ente in einer Senf-Honigkruste mit Orangensauce, Klößen und Apfelrotkohl – oh mein Gott – gut dass es Beifuss gibt, wenn man sich hoffnungslos überfressen hat!), habe Rotweinkräutersalze hergestellt, Halsbalsam, Kräuterliköre und Tinkturen angesetzt. Ich war auch viel an der frischen Luft, trotz Schneegestöber und Regen. Und ich habe tolle Bücher gelesen, bzw. bin dabei 😉 Storl´s „Die alte Göttin und ihre Pflanzen“, Früh´s „Rauhnächte – Märchen, Bräuche, Aberglaube“ und einige schöne Blogeinträge.

Heute Abend geht es zu einer Veranstaltung über die Rauhnächte, mitten im Wald, mit Räuchern, Ritualen und einer Nachtwanderung. Brrrrr… das wird schön kalt, wir haben jetzt schon -4°C ! Aber darauf freue ich mich total! Der Schnee wird unter unseren Füßen knirschen und wir werden mit Fackeln „bewaffnet“ die Dunkelheit erhellen. Dabei muss ich an die Kenaz-Rune denken. So wie es jetzt ist, ist es gut. Ich habe das Gefühl, 2015 wird ein aufregendes, wunderbares Jahr voller neuer Erfahrungen! Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch!