Kräuter & Pilze im Winter

Väterchen Frost

Hier am Niederrhein haben wir in der kalten Jahreszeit nur sehr wenig Schnee, dafür aber umso mehr Regen. Das nasskalte Wetter, gepaart mit der frühen Dunkelheit, läßt die Leute spätestens Mitte Januar sehnsüchtig den Frühling erwarten. Dafür überwintern hier die Wildgänse aus Sibirien und Skandinavien – für sie ist es bei uns südseemäßig 😉 Wir müssen uns alle noch ein wenig gedulden, bevor die ersten Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge und Narzissen ihre Köpfchen aus der Erde stecken. Für alle, die es kaum noch aushalten, hier ein paar Tips für die kalte Jahreszeit:

Vogelmiere (Stellaria media)

Auch der Winter hält einige Möglichkeiten für uns bereit, draußen Kräuter und Pilze zu sammeln. Kräuter?! Jaaaaa! So z.B. die Vogelmiere – sie wächst sogar noch unter einer dichten Schneedecke. Ihr könnt dieses Vitamin reiche Wildkraut Salaten, Suppen, Quark und Smoothies beimengen. Vogelmiere enthält Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Schleim, Zink und ätherische Öle. Im Frühjahr ist ihr Wirkstoffgehalt am höchsten und aufgrund ihrer breiten Anwendungsmöglichkeiten gegen die unterschiedlichsten Beschwerden eignet sie sich dann auch wunderbar als Kraut für die Frühjahrskur. Vogelmiere wächst als Bodendecker in größeren Ansammlungen am Wegesrand und kommt häufig vor.

Judasohr (Auricularia auricula-judae)

Wo wir schon beim Essen sind, nicht nur im Herbst ist Pilzzeit! Das Pilze sammeln gestaltet sich im Winter sogar etwas einfacher, wie ich finde, denn viele Winterpilze können nicht mehr so leicht mit anderen verwechselt werden, einfach aufgrund ihrer Erscheinung in der kalten Jahreszeit! Zu den essbaren Winterpilzen gehören das Judasohr und der Samtfussrübling. Das Judasohr erkennt man gut an seiner Ohrmuschelform und daran, dass es bevorzugt an Totholz von Holunder wächst. Es hat seinen Namen daher, dass sich Judas nach seinem Verrat am Holunder erhangen haben soll und dabei ist ihm das Ohr angerissen, autsch. Wenn auch die wabbeligen Judasohren erstmal so gar nicht schmackhaft aussehen, so haben viele von euch sie sicher schon einmal gegessen – in chinesischen Gerichten nämlich, wo sie regelmäßig mit enthalten sind!

Samtfussrübling (Flammulina)

Der Samtfussrübling ist aufgrund seiner Wuchsform (in Ansammlung) und seiner Vorliebe für Baumstümpfe und eben den Winter ebenfalls geeignet für`s Sammelkörbchen. Sein Stiel ist bräunlich bis gelblich. Ein Tip noch – wenn die Ausbeute mal klein ist, können die Pilze auch einfach getrocknet werden. Ich lasse sie einfach an der Luft trocknen und bewahre sie danach an einem dunklen Ort auf. So kann man mit ihnen alle möglichen Gericht aufpeppen.

Kiefer

Dann wären da natürlich noch die immergrünen Koniferen, aus deren Nadeln sich köstliche Tees und Badezusätze herstellen lassen. Hier muss man nur aufpassen, dass man nicht an die giftigen Vertreter unter ihnen gerät, z.B. Eiben, und einige Zypressenarten. Zypressen erkennt ihr an ihrem „schuppigen“ Nadelaufbau. Weibliche Eiben tragen rote Beerenfrüchte, aber bei den männlichen müsst ihr auf die Form der Nadeln achten. Sie haben außerdem auch oftmals einen bräunlichen, abblätternden Stamm, aber bitte zur Sicherheit in ein gutes Bestimmungsbuch schauen! Der Wacholder gehört auch zu den Zypressengewächsen und sehen seine „Blätter“ aus, wie auf dem Foto und wächst er inStrauchform bis 3m Höhe, dann Finger weg – so sieht der giftige Sadebaum aus (der eigentlich ein Strauch ist!), dessen Beeren den Wacholderbeeren sehr ähneln.

Am wenigstens falsch machen kann man mit den Kiefern. Ein Bad auf Kiefernnadeln tut den Atemwegen und der Muskulatur gut. Es schmeichelt auch der Seele, wenn man die Augen schließt und das Gefühl hat, in einem stillen Wald zu liegen…ich hoffe, der Artikel hat die Lust geweckt, auch in der melancholischen Januarzeit nach draußen zu gehen und sich mit der Natur zu verbinden.

Zypressengewächs

Wacholder

 

Tierkreiszeichen Steinbock in der Astromedizin

Ich starte die kleine astromedizinische Reihe hier im Blog mit dem Steinbock, da er den Übergang zum neuen Jahr begleitet. Der Widder wäre das Zeichen, welches das astrologische Jahr einleitet. In der Astromedizin werden den Tierkreiszeichen bestimmte Körperbereiche und Krankheiten zugeordnet. Die Planeten hingegen repräsentieren Organe und Organsysteme. Dass mir aber jetzt bitte keine/r denkt, irgendwelche der genannten Beschwerden bekommen zu müssen, nur weil er/sie Steinbock ist! Man sollte auch vorsichtig sein, wenn es um Prognosen in dem Bereich geht – nicht den Teufel an die Wand malen – die Dinge können sich auf so unterschiedliche Art und Weise manifestieren. Da man Pflanzen, Steine und Tiere ebenfalls Planeten zuordnen kann, läßt sich für eine Erkrankung ein individuell passendes Kraut, Mineral/Metall oder Tier finden. Wer aber denkt, dem Steinbock helfen nun automatisch auch die dem Saturn zugeordneten Kräuter, der irrt. Um die entsprechenden Pflanzen auszuwählen, nutzt man die Signaturenlehre – die Zeichensprache der Natur.

Jean Limburg: “Der anatomische Mensch“, aus dem Stundenbuch des Jean Duc de Berry (Très Riches Heures du Duc de Berry ), 15. Jahrhundert – Musée Condé, Chantilly, Ms. 65

  • Steinbock Zeit: 21. Dezember bis 20. Januar – Winteranfang
  • Element: Erde
  • Modus: kardinal – Haus 10
  • Herrscher: Saturn
  • Körpersysteme: Haut, Haare und Knie. Zähne. Gelenke, vor allem der Knie. Knochen und das Skelettsystem. Vordere Hypophyse. Gallenblase. Energiereserven verarbeiten und pflegen. Regulation der Körpersysteme, insbesondere durch das Hormonsystem. Antiperistaltische Bewegung.
  • Ungleichgewicht und Krankheiten: 
    Zu viel Kälte, Verengung. Mangel an Feuchtigkeit. Langsamer Stoffwechsel und langsam wirkende oder chronische Krankheiten. Hautbeschwerden. Gelenkschmerzen und -schäden sowie Knieverletzungen wie Frakturen. Zahn und Zahnerkrankungen. Chronische Gewebeinfektion. Schlechte Verdauung aufgrund von zu schwachem „Verdauungsfeuer“. Mangelnde Kalziumaufnahme. Koliken und Babys mit niedriger Vitalität (die mit dem Alter an Vitalität zunehmen). Imbalance von Hormonen mit Bezug zur Hypophyse. Taubheit. Parkinson-Krankheit. Krankheiten, die durch Verspannungen und Feuchtigkeitsmangel im Körper entstehen. Rheuma und Arthritis. Gangrän und Gicht. Krätze und Läuse. Bindehautentzündung. Parasitäre Krankheiten. Depression und Melancholie. Sehr körperbewusst, manifestiert sich u.U. als Eitelkeit, Unsicherheit, Selbstzweifel und die Beschäftigung mit „korrekter“ Kleidung und Erscheinung.
    Starr, restriktiv und kontrollierend. Zynismus. Mangel an Vorstellungskraft.
  • Heilmittel für unausgeglichene und / oder geschwächte Steinböcke: Verdauungsfördernde Tonika wie Bitter-, Leber- und Gallenblasentonika, sowie Kräuter, die nahrhaft, wärmend und ölig sind. Lernen, wie man seine eigene Welt verwaltet, nicht die aller anderen. Andere Ideen anerkennen. Den Unterschied zwischen der Forderung nach Verantwortlichkeit und der Durchsetzung von Konformität verstehen. Lachen!
  • Geschenke des Steinbocks: Selbsterhaltung, Selbstbestimmung, Selbstkontrolle, traditionell, fleißig, bodenständig, Mitgefühl, Vertrauen, Verantwortlichkeit, systematische Denkweise, Zuverlässigkeit, Geduld, Humor, Erweckung sozialer Gerechtigkeit.
  • Die Natur in der Steinbock Zeit: Immergrüne Pflanzen wie Fichten, Tannen, Wacholder. Pflanzen, die im Winter blühen oder Früchte hervorbringen – z.B. Efeu, Mistel und Schwarze Nießwurz. Als kardinales Erdzeichen leitet der Steinbock den Winter ein. Die Qualität der Steinbockzeit sagt „ich muss haushalten, um über den Winter zu kommen“.

Bald geht es weiter mit dem Wassermann!

Wenn du mehr über die Astrologie als Tor zum eigenen Wohlbefinden erfahren möchtest, dann schau hier!

Hinweis: Die Deutung des Geburtshoroskops nach astromedizinischen Gesichtspunkten dient dem historischen Interesse und der Information. Keinesfalls soll damit eine medizinische Aussage getroffen werden.

Jahresvorschau 2019!

Hallo ihr Lieben,

als allererstes möchte ich euch noch ein frohes neues Jahr 2019 wünschen! Long time no see – für alle, die mir nicht in den sozialen Netzwerken folgen, war es lange Zeit still im Blog. Ich glaube, der letzte Beitrag war von Mai 2018. Wie ihr seht, erstrahlt die Homepage in neuem Glanz, passend zum Beginn eines neuen Jahres! Mittlerweile ist mein kleiner Kräuterzwerg knappe 5 Monate alt und hält uns gut auf Trab! Er ist ein super Baby, lacht viel und wickelt alle um den Finger, weiss aber auch schon so richtig, was er will 😉 Das letzte Jahr war ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Es schien fast so, als wäre jedes schöne Ereignis zugleich auch von einer Katastrophe begleitet worden. Ende gut, alles gut, das wäre schön – aber das Leben ist zyklischer Natur und wir müssen uns auch in 2019 auf das stete auf und ab gefasst machen.

Meine Jungs auf Tour!

In diesem Beitrag möchte ich euch eine kleine, astrologische Jahresvorschau bieten, ein wenig auf den Wechsel der Monknotenachse eingehen (wer Infos braucht, was eine Monknotenachse ist, der kann meinen letzten Beitrag dazu hier lesen) und etwas aus dem Nähkästchen plaudern, wie sich bestimmte Ereignisse am Firmament hier unten auf der Erde ganz praktisch auswirken können.

Die Jahresvorschau ist eine Prognosemethode der Mundanastrologie, d.h., hier wird die Auswirkung der himmlischen Konstellationen für das Kollektiv, nicht, wie in der Deutung der Geburtshoroskope, für das Individuum vorgenommen. Es ist die älteste Form der Sterndeutung, lange bevor Horoskope für wichtige Persönlichkeiten erstellt wurden. Stellt euch vor, wie vor vielen tausend Jahren die ersten Sterndeuter auf einsamen Berggipfeln den Nachthimmel beobachtet und den Stand der „Wandersterne“, also der 7 mit bloßem Auge sichtbaren Planeten, ins Verhältnis gesetzt hatten mit den Ereignissen auf der Erde. Wie standen die Sterne bei Krieg und Frieden, wie bei Mißernten und Mastjahren, wie beim Beginn einer neuen Herrschaftsperiode? So nahm alles seinen Anfang.

Hallenhaus Halde Norddeutschland

Momentan befinden wir uns in der Kluft zwischen zwei Finsternissen. Die letzte partielle Sonnenfinsternis am 06. Januar war in Deutschland nicht sichtbar, aber die Mondfinsternis am 21. Januar wird es sein. Beide markieren den Übergang zwischen der Monknotenachse Wassermann/Löwe hin zu Steinbock/Krebs. Das alte ist noch nicht ganz vergangen, während das neue schon seine Schatten voraus wirft. Schatten ist hier auch ein passender Begriff, denn tatsächlich hat der südliche Mondknoten etwas verschleierndes oder schattenhaftes.

Jupiter ist zum Ende des letzen Jahres in sein Heimatzeichen Schütze gewechselt. Diese positive Grundstimmung begleitet uns durch 2019, und wir werden sie auch benötigen. Der Schütze hat große Ziele und Visionen – er zielt stets ein wenig höher, als das Ziel, denn die Erdanziehungskraft ist eine ganz reale Naturerscheinung, die alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück bringt. Es ist ein Jahr voll großer Pläne, die auch entsprechend unterstützt werden. Allerdings kann der Schütze auch übers Ziel hinaus schießen – dann nämlich, wenn Jupiter ein Quadrat zu Neptun bildet und dieser den Vorhaben eine vernebelte, unrealistische Note verleiht. Einfach ab und zu einen Realitätscheck durchführen.

Dem wohlwollenden großen Riesen steht gleich eine ganze Armada von kosmischen Übeltätern entgegen 😦 Saturn, Pluto und der südliche Monknoten – alle im Steinbock. Ich nenne es „die Unterwelt Trinität“ 😉 Der Begrenzer der Zeit, Saturn, in seinem Domizil. Pluto, der Unterweltgott nicht weit davon entfernt. Und beide werden unterstützt vom schattenhaften Südknoten. Hier wollen die ewig gestrigen krampfhaft an alten Mustern und Traditionen festhalten – und sei es so wie bei den Lemmingen! Auch auf Kosten von massiver (Natur)Zerstörung, sozialer Ungerechtigkeit und Tradition um der Tradition Willen.

Dem entgegen steht die nährende Kraft im Zeichen Krebs, wo wir den nördlichen Mondknoten ausmachen können. Hier muss nicht alles durchstrukturiert und logisch sein, auch nicht zweckdienlich. Hier ist Platz für die Dinge, die uns nahe stehen, sei es die Familie und das eigene Heim, sei es der Ort, an dem wir leben – man schützt nur, was man liebt – aus dieser Position heraus agiert der Krebs und ich sehe das ein bißchen in Richtung „think global – eat local“ oder im Sinne von „wenn jeder vor der eigenen Türe kehrt, ist es überall sauber“. Das hat nichts mit wegsehen oder Egoismus zu tun, sondern mit „nach Hause kommen“, da etwas zum guten verändern, wo man sich gerade befindet.

My home is my castle ; äh, schön wär´s!

Auf persönlicher Ebene kann sich dies z.B. durch einen Wechsel der Prioritäten zeigen – mehr Fokus auf die Dinge richten, die mir wirklich wichtig sind – und weniger auf „aber das gehört sich so oder das bin ich anderen schuldig“.

Zum Beginn des Jahres wandert dann auch noch Mars durch sein Heimatzeichen Widder! Whose house?! Achtet darauf, durch welches Haus dieser Transit geht – da ist Dampf unterm Kessel! The boys are back in town! Bei mir ist es das 8. Haus und auch noch in Konjunktion zu meinem Geburts Mars – falls jemand Venom gesehen hat – das entspricht ungefähr diesem Gefühl „Schei… – ich hab dem Kerl gerade den Kopf abgebissen!“ Die Häuser zeigen uns, in welchem Lebensbereich etwas passiert. Ich nutze das System der Ganzzeichenhäuser, da ich hauptsächlich von der hellenistischen Astrologie geprägt bin und es für mich die besten Ergebnisse liefert.

Auf Instagram habe ich vor kurzem eine kleine Reihe zu den Tierkreiszeichen in der Astromedizin gestartet. Den Anfang bildete der Steinbock, denn auch, wenn das astrologische Jahr mit dem Eintritt der Sonne ins Tierkreiszeichen Widder beginnt, so können wir doch die „Macht des gregorianischen Kalenders“ nicht leugnen und da ist nunmal Jahreswechsel mitten im Zeichen des Steinbocks 😉 Wenn es Zeit wird für den Wassermann, dann veröffentliche ich den Steinbock auch hier im Blog – und natürlich die folgenden Zeichen. Für alle, die mehr an Kräuterthemen interessiert sind – auch da ist ein Beitrag geplant – Winterpilze und wildsammeln in der kalten Jahreszeit, nomnomnom…Also bis ganz bald!

 

Warum Kessel & Kerze?

Hallo ihr Lieben, ich hoffe, euch geht es gut! Ich weiss…ich habe lange nichts von mir hören lassen…wo war ich also in der Zwischenzeit? Na hier, am Niederrhein 😉 Beschäftigt mit kleinen Naturforschern und Kräuterwanderungen, Baumbegegnungen und Tierspurdetektiven 🙂 Aber natürlich ist das nicht der einzige Grund für die lange Abwesenheit im Blog, denn auch mein Privatleben hat einige Veränderungen erfahren. So habe ich zwischenzeitlich geheiratet und trage seit einigen Monaten einen kleinen Kräuterkrümel im Bauch herum 😉 Manche Outdoor Aktivität muss ich nun etwas einschränken, während mein Fokus wieder mehr auf der Erwachsenenbildung und zukünftig auch wieder auf Online Beratungen liegen wird. Ab August werde ich eine Pause bis zum kommenden Frühjahr einlegen und mich in dieser Zeit ganz der neuen Aufgabe widmen, Mutter zu sein (puh, wischt Schweißperlen von der Stirn!)

Heilstein Trio für Darm, Leber & Nieren: Smaragd, Serpentin & Prehnit

Um wieder hier im Blog anzuknüpfen, dachte ich, ich erzähle euch einfach, wieso meine Seite überhaupt Kessel & Kerze heißt. Da ist ja nix mit Kräutern drin (ha! aber…) Wer hier länger mitliest, der weiss, dass ich neben meiner Arbeit als Kräuterpädagogin auch Themen wie Astrologie und Heilsteine mit einbinde. Die Astromedizin hat es mir auch angetan, aber im Titel versteckt sich eigentlich ein uraltes, magisch-mystisches System, welches jahrtausendelang all diese wundervollen Einzeldisziplinen miteinander verknüpft hat – die Alchemie! Im Kessel der Verwandlung werden die Dinge durch Erhitzen (z.B. Kerzen-Flamme) getrennt, vermischt und neu zusammen gesetzt. Alchemie ist Männersache – so höre ich es oft von Teilnehmerinnen meiner Kräuterführungen. Das stimmt nicht so ganz – die erste Alchemistin soll eine Frau gewesen sein. Ihr Name war Maria und sie wirkte im alten Ägypten.

Der pflanzliche Teilbereich der Alchemie nennt sich Spagyrik (nach Paracelsus) und eine Besonderheit der spagyrischen Mittel ist die Anfertigung nach astrologisch berechneten Gesichtspunkten, sowie die Herstellung und Zugabe von pflanzlichen Kristallen, welche man durch den Kalzinationsprozess gewinnt. Diese stehen für das stofflich-körperbetonte Prinzip in der Alchemie und fehlen in den meisten herkömmlichen Präparaten. Spagyrische Medizin heilt auf allen Ebenen, der körperlichen, der geistigen und der seelischen Ebene. Die Alchemisten reden dann neben dem Sal noch vom Merkur und Sulfur. Neben der Arbeit im Labor (oder der eigens dazu umfunktionierten Küche) ist den Alchemisten aber vor allem der innere Prozess der Verwandlung wichtig. Außenstehende mögen denken, die Alchemisten wollten nur Blei in Gold verwandeln oder suchten ständig den Stein der Weisen (ich suche meine Heilsteine öfters, aber das liegt daran, dass meine Stubentiger sie so gern unters Bett kicken). Doch im Grunde ist die Alchemie ein Weg zur Selbsterkenntnis und Heilung. Und die meisten Kräuterbegeisterten, die ich kenne, sind selbst den Weg der inneren Heilung und Verwandlung gegangen, bevor sie sich entschieden haben, andere an ihrer Begeisterung teilhaben zu lassen.

Orte in der Natur sind oft schon heilsam, wenn man bloß still an ihnen verweilt

Jetzt wisst ihr also, warum es hier im Blog so still war. Wenn ich euch mit dieser kleinen Einführung neugierig gemacht habe, könnt ihr mir gern eure Fragen in die Kommentare schreiben. Und wenn ihr Interesse an mehr Information habt, schreibt mir, wie ihr euch einen Kurs oder eine Einzelberatung vorstellen würdet. Vielleicht wäre ein ebook auch eine Option? Ich wünsche euch einen herrlich grünen, sonnigen und nach Blüten duftenden Mai! Bis bald!

Die Reise in die inneren Welten

In meinem Teil der Welt haben die Herbststürme das farbenprächtige Laub von den Bäumen geweht und der Regen webt Schleier aus feinen Tröpfchen. Schleier sind das Thema im November, wenn das Zeichen Skorpion herrscht und dessen Giftstachel die Sonne lähmt, so dass sie nicht mehr die Kraft hat, hoch über dem Horizont aufzusteigen. Wir sprechen dann davon, dass die Schleier zwischen den Welten dünner werden. Am 23. November trat die Sonne in das Tierkreiszeichen Schütze ein. Alles Leben in der Pflanzenwelt hat sich in die Erde zurück gezogen und träumt mit den Steinen. 

Die Schütze Zeit ist die Zeit der größten Dunkelheit und der größten Sehnsucht nach dem Licht. Tief unten in der Erde ruht das Leben und träumt von seiner Wiedergeburt. Wir können Kerzen anzünden, uns Geschichten vorlesen und mit Kräutertees und Heilsteinen in unseren inneren Welten zurück ziehen. Alte Mythen wie die des germanischen Lichtgottes Baldur und der griechischen Persephone lehren uns die Notwendigkeit einer Reise in die Unterwelt. Alles Leben verläuft in Zyklen und unser nächster Zyklus ist die Winterzeit mit ihrer Stille und Kälte.

Die Immergrünen Pflanzen sind es jetzt, die uns daran erinnern, dass das Leben nie ganz erlischt. Kiefern und Fichten als ätherische Öle in Badewasser und Duftlampe oder als köstliche Vitamin-C Lieferanten in Tees, Kräutersalz und Kräuterzucker kräftigen unsere Abwehr, während Anis und Zimt Gewürze die Vorfreude auf die Wintersonnenwende und Weihnachten bringen. Zugleich sind es auch diese typischen Weihnachtsgewürze, die uns dabei helfen, die üppigen Speisen in diesem Zeitraum besser zu verdauen und beruhigend auf die Nerven einwirken 😉 

Auch, wenn das Wetter nicht mehr so einladend erscheint, lohnt sich ein Spaziergang durch die schlafende Natur. Die Geister des Ortes können uns besonders in der Vorweihnachtszeit lehren, wo unser innerer Ruhepol zu finden ist. Jetzt, wo die Bäume ihre kahlen Äste gen Himmel strecken und uns die frühe Dunkelheit den klaren Sternenhimmel offenbart, sehen wir das Wesentliche.

Bei uns am Niederrhein bekommen wir jedes Jahr Besuch aus Skandinavien und Sibirien – die Wildgänse nutzen die milderen Temperaturen in unserer Region, um hier zu überwintern, Das abendliche „Gänselauschen“ in den Rhein Auen ist immer ein kleines Spektakel! So findet sich in jeder Region eine Besonderheit, die es einem ermöglicht, sich auf vielen Ebenen mit dem Land und der Natur zu verbinden. 

In dieser dunklen Jahreszeit war es unseren Vorfahren besonders wichtig, sich gegen die Unholde des Winters, gegen Geister und Krankheitsdämonen zu schützen. Geister sind hier nicht bloß in Bezug auf die Seelen Verstorbener zu deuten, sondern auch wir Lebenden erschaffen Geister, die uns in Form von schlechten Gewohnheiten oder dem Stau des Lebensflusses begegnen können. Vielleicht stecken wir in einem Teil unseres Lebens fest, so als würde uns jemand dort gefangen halten.

Für solche Fälle gibt es schöne Rituale der Heilung. Hämatit (Rohstein) als Stein des Blutes mit seinem hohen Eisengehalt kann über einen Zeitraum von 7 Tagen in Wasser gekocht und der Absud getrunken werden. Ein solches Dekokt hat oft durchschlagenden Erfolg und vertreibt, wie wir aus vielen alten Überlieferungen wissen, böse Geister. Vielleicht liegt es an der Farbe des Lebens, dem leuchtenden Rot oder auch der Verbindung zu Mars, der wiederum mit unserem Blut und der Lebenskraft in Verbindung steht. Eisen erdet ungemein – schließlich finden wir es im Innern der Erde und es macht uns zu Erdgebundenen 🙂

 

 

Wie finde ich das passende Heilkraut?

Wer kennt die folgende Situation? Man möchte nicht länger ausschließlich auf chemische, pharmazeutische Medikamente zurück greifen, sondern die eigene Gesundheit mit natürlichen Mitteln wieder herstellen. Am Beispiel von Kopfschmerzen würden die meisten Menschen deshalb wie folgt vorgehen – anstelle einer Kopfschmerztablette trinkt man nun Weidenrindentee. Zu der Erkenntnis, dass Weidenrinde schmerzlindernd wirkt, kommt man häufig durch einfaches suchen im Internet oder nachschlagen in entsprechenden Büchern. Unter Stichpunkt Kopfschmerz tauchen Kräuter wie Baldrian, Mädesüss, Lindenblüten, Weidenrinde u.v.m. auf. 

Diese Methode kann funktionieren, muss aber nicht. Wer nach einer halben Stunde noch immer von Kopfschmerzen geplagt wird, der denkt entweder, ok – ich probiere ein anderes Kraut aus – oder – Kräuter wirken vielleicht doch nicht oder sind zu schwach.

Aber warum wirkt der Weidenrindentee bei Person A und nicht bei Person B? Sehen wir uns zuerst an, wie viele Gründe es für Kopfschmerzen geben kann (Liste ist nicht vollständig):

  • Stress
  • Muskelverspannung
  • zu wenig Schlaf oder schlechte Schlafqualität
  • Nahrungsmittel Unverträglichkeiten
  • Hormonelles Ungleichgewicht (PMS)

Ein großer Unterschied zwischen der Schulmedizin und der Kräuterkunde besteht im Ansatz. Die Schuldmedizin behandelt symptombezogen. Kräuterkunde versteht den Menschen als ein komplexes Individuum und betrachtet ihn ganzheitlich. Der ganze Mensch mit seiner Konstitution, seinen Gewohnheiten und seinem Umfeld wird betrachtet. Ich werde immer wieder gefragt, welches Kraut ich wofür empfehle und ernte des öfteren hoch gezogene Augenbrauen, wenn ich antworte „so einfach ist das nicht“. Heilung ist viel komplexer als ein Pflaster auf eine Wunde zu kleben. Aber ich mache absolut niemandem einen Vorwurf, denn die mangelnde Aufklärung und unser reduktionistisches Denken liegen der Situation zugrunde. Die meisten Menschen wissen nicht einmal mehr um die wundervollen Möglichkeiten einer ganzheitlichen Kräuterkunde. 

Während wir weiter oben nach den Gründen für das Symptom Kopfschmerz gesucht haben, sehen wir uns nun den Menschen hinter dem Symptom an. Person A könnte folgende Eigenschaften besitzen:

  • Leicht reizbar
  • Laute Stimme
  • Trockene Haut
  • Wacht nachts oft auf
  • Treibt exzessiv Sport

Person B besitzt vielleicht folgende Eigenschaften:

  • Tagesmüdigkeit
  • Fettiges Haar
  • Kann sich nur schwer für neues begeistern
  • Spricht leise und sehr langsam
  • Bewegt sich wenig

Person A und B sind hier in unserem Beispiel sehr unterschiedlich beschreiben – A würde man in der 4 Elementelehre als warm und trocken einordnen, B bei kalt und feucht. Genau diese Einteilung von kalt, warm, trocken und feucht finden wir auch in den Pflanzen. Hier geht es allerdings nicht um eine messbare Temperatur, sondern um das empfinden, welches der Genuss der Pflanze in uns auslöst. Eine Gurke wird ganz andere Empfindungen auslösen, als eine Pepperoni, ein Melissentee ganz andere als ein Tee mit Ingwer. Verbinden wir nun die Qualitäten in den Pflanzen mit der Konstitution im Menschen, wird es uns viel leichter fallen, ein Kraut zu ermitteln, welches mit viel größerer Genauigkeit nicht bloß zu unserem Symptom paßt, sondern zu uns als Mensch.

Die 3. Säule dieser Heilmittelerkenntnis finden wir, indem wir unterscheiden, ob unsere Symptome akuter oder chronischer Natur sind. Wie lange habe ich schon diese Beschwerden? Ist es nur die alljährliche Erkältung, die mich erwischt hat oder bestehen die Beschwerden schon länger? In aktuten Fällen greifen wir wohl eher zu einem Kraut, welches genau entgegen wirkt, d.h. wir suchen uns ein Kraut mit den Eigenschaften kalt und feucht, wenn wir hohes Fieber und trockene Haut haben. Bei chronischen Beschwerden können wir nicht immer so vorgehen – hier gilt oftmals der Ansatz, dem die Homöopathie folgt – gleiches heilt gleiches. 

Die antike Elementelehre zeigt uns auch die Wichtigkeit der Einbeziehung unserer Sinne an. Geruch und Geschmack von Kräutern sind essentiell – sind sie es doch, die uns erste Erkenntnisse zur innewohnenden Qualität liefern. Ihre Vervollkommnung fand diese alte Lehre jedoch erst in Verbindung mit der Astrologie zu Zeiten des Paracelsus. Hier verschmolzen die Methoden der Antike mit dem Wissen des fahrenden Volkes, der Kräuterweiblein und Bauern und mit neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft.

Schon während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin zeichnete sich ab, was ich heute in meine Arbeit mit Kräutern integriere. Ein Teil meiner Prüfung bestand aus der Wahl von 3 Literatur Epochen, die detalliert abgefragt wurden. Ich wählte u.a. die Renaissance. Dort begegneten mir Agrippa von Nettesheim, Nicholas Culpepper und Paracelsus. Gelehrte an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter – nicht davor zurück schreckend, das Wissen des Altertums zu bewahren und wie in einem alchemistischen Prozess zu einer wundervollen Heilkunst zu verbinden. Obwohl mein Hauptaugenmerk damals auf der Literatur lag, übten diese Menschen eine große Faszination auf mich aus und das bis heute. Sie hinterließen uns das Wissen von Pflanze, Mensch & Kosmos, sowie die antike Lehre von den Qualitäten in Menschen und Pflanzen. Wenn wir uns dieses Wissen wieder aneignen, eröffnet sich eine neue Art der Kräuterkunde.

Jeder Mensch ist ein kleines Universum.

Die Bedeutung der Mondknoten

In diesem Beitrag möchte ich einen Blick auf die Mondknoten und ihre Bedeutung in der Astrologie werfen. Im April diesen Jahres hat sich die Mondknotenachse zu Wassermann südlich und Löwe nördlich verschoben. So bleibt sie bis Ende 2018 bestehen. Etwa alle 19 Jahre erlebt der Mensch die Rückkehr jener Mondknotenachse, unter deren Einfluss er geboren wurde. Die Mondknoten spielen vor allem in der Evolutionären Astrologie eine große Rolle, da sie unsere (karmische) Grundprägung und unsere „Medizin“ bedeuten. Der südliche Mondknoten beschreibt die negativ gelebte Seite des jeweiligen Tierkreiszeichens, der nördliche gibt die Richtung für positive Veränderung durch das jeweilige Zeichen vor. Allgemein kann man dieser Achse aus Sicht der Mundanastrologie (die ursprüngliche Astrologie, wie sie in Mesopotamien ab ca. 3000 vor Christus betrieben wurde) schon vieles entnehmen, mit dem sich die Menschheit in den kommenden anderthalb Jahren konfrontiert sehen wird. Aber zum Glück auch den Ausweg aus der Misere.

 

 

  • Zu allererst – was sind Mondknoten?

Unter Mondknoten versteht man keinen Himmelskörper, wie Planeten oder Asteroiden, sondern Schnittpunkte der Mondumlaufbahn mit der Ekliptik, also der (scheinbaren) Umlaufbahn der Sonne um die Erde. Wir wissen natürlich, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, aber trotzdem betrachten wir Sonnenaufgang und Untergang und die Bahn, welche die Sonne während ihrer Reise durch den Tag zurück legt, von der Erde aus. Genauso betrachten wir auch die Bahn des Mondes um die Erde – und an jener Stelle, wo sich beide Bahnen, die der Sonne und die des Mondes kreuzen, finden wir die Mondknoten. Ich verlinke euch an dieser Stelle zu einer Grafik, die das ganze noch einmal verdeutlicht: Mondknoten grafisch dargestellt

  • Die Achse Fische / Jungfrau

Südlicher und nördlicher Mondknoten liegen sich stets gegenüber, d.h., betroffen sind immer die beiden Tierkreiszeichen, die sich gegenüber liegen. Mondknoten sind außerdem stets rückläufig. Bevor nun die Achse zu Wassermann/Löwe gewechselt ist, befand sie sich in Fische/Jungfrau. An dieser Stelle ein kurzer Rückblick zur Zeitqualität dieser Konstellation. Eingangs hatte ich schon erwähnt, dass der südliche Mondknoten (also hier Fische) die negativ gelebte Seite des jeweiligen Tierkreiszeichens aufzeigt. Was also sind die negativen Seiten des Tierkreiszeichens Fische? Der Fisch ist der Archetyp des Mystikers. Er besitzt die Fähigkeit, bis zum Grund des kollektiven Unbewussten hinab zu tauchen und dessen Geheimnisse zu verstehen, aber auf eine intuitive Art und Weise. Er verbindet sich sozusagen mit dem Weltenmeer des Unterbewußtseins. Im negativen Sinne ist er Meister der Manipulation. Um zu gefallen, ist er bereit (bewußt oder unbewußt) Lügen zu verbreiten, um an sein Ziel zu gelangen. Er verschleiert, lügt und betrügt, flüchtet sich in Scheinwelten – vielleicht auch mit Hilfe von Alkohol und Drogen, und erschafft ein Netzwerk aus Halbwahrheiten und Vernebelung. Eben die negative Auslebung der ihm gegebenen Eigenschaften. Auf gesellschaftlicher Ebene können wir die vergangenen anderthalb Jahre, von April rückwärts zum Beispiel durch Medienmanipulation und bewusst gestreute Falschnachrichten interpretieren. Ebenso konnte ein Anstieg im Konsum von Alkohol und bewusstseinsbeeinflussenden Mitteln verzeichnet werden.

Schauen wir nun auf den nördlichen Mondknoten, welcher die Lösung oder zuerst einmal die Herausforderung darstellt, um positive Veränderung herbeiführen zu können. Dort finden wir das Tierkreiszeichen Jungfrau – pragmatisch, nüchtern, und humanitär. Die positiv gelebten Eigenschaften der Jungfrau Energie liegen also im Faktencheck verborgen. Stimmt das, was ich da gelesen habe? Was ist die Quelle dieser Information? Die Welt mag nicht perfekt sein, aber ich muss meinen Beitrag leisten. Und in dieser praktischen Sicht auf die Dinge lag der Schlüssel zum Umgang mit den Problemen dieser Mondknotenachse verborgen.

  • Die Achse Wassermann / Löwe

Im April nun hat sich die Achse hin zum südlichen Mondknoten im Wassermann und hin zum nördlichen Mondknoten im Löwen verschoben. Schauen wir zuerst auf das Tierkreiszeichen Wassermann und die archetypische Bezeichnung. Einige Stichworte wären Rebell, Außenseiter, Forscher und Revolutionär – seiner Zeit voraus, ein großer Denker und Weltverbesserer. Doch hat der Wassermann auch seine dunklen Seiten, wie Dissoziation und Erstarrung. Kann er gefühlsmäßig nicht ertragen, was er mitansehen muss, beginnt er zu dissoziieren, abzuschalten, bis hin zu einer absoluten emotionalen Erstarrung. Im positiven haben wir es hier mit dem Sanitäter zu tun, der aufgrund seiner emotionalen Abgrenzung einen kühlen Kopf bewahrt, das Unfallopfer körperlich betreut, ohne durch dessen offensichtliches Leid berührt zu werden (zumindest für den Moment nicht). Doch der südliche Mondknoten wird leider nicht positiv gelebt, sondern negativ. Ganz neutral beschrieben, erwartet uns in den kommenden anderthalb Jahren eine gefühlsmäßige Abschottung, wie sie bspw. durch ein Trauma ausgelöst werden kann. Die Ereignisse in der Welt wirken lähmend auf Individuen und die Gesellschaft als ganzes. Die Reaktion darauf wird sehr wahrscheinlich in der kollektiven Ernüchterung münden, die besagt, dass wir sowieso nichts mehr ändern können und deshalb gleich jeden Versuch unterlassen.

Und dann kommt der Löwe. Der nördliche Mondknoten im Tierkreiszeichen Löwe kann wirklich als „Erlösung“ gedeutet werden. Der Löwe trägt die wärmende Kraft der Sonne im Herzen. Er lebt mit Leidenschaft die Dinge aus, die ihm wichtig sind. Anstatt wie blockiert an den Problemen der Welt zugrunde zu gehen, sucht der Löwe gezielt nach Möglichkeiten, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern! Der nördliche Mondknoten im Löwen tut dies mit Anmut und Freude – er handelt, anstatt nur zu reden oder zu denken. Just do it. Die Lösung liegt also im Entdecken der eigenen Macht verborgen und die Freude, die uns eine Aufgabe „für den guten Zweck“ oder auch für unser eigenes Wohlbefinden schenken kann, trägt das Potenzial in sich, wie ein Funken im Herzen eines Einzelnen beginnend zu einem wahren Lauffeuer auf gesellschaftlicher Ebene anzuwachsen.

  • Die Sterne machen geneigt – persönlich und auf der Bühne des Lebens

Als ich im letzten Beitrag Von Macht und Ohnmacht über die eigene Macht schrieb, die jeder von uns inne hat, war mir noch gar nicht bewusst gewesen, dass mein persönlicher Mondknoten seine zweite Wiederkehr erfuhr. Die aktuelle Mondknotenphase ist nämlich meine Geburtsmondknotenachse und wieder einmal bin ich fasziniert von Astrologie als ganzem. Wir alle „leben“ unser Horoskop – aber auf welcher Bewusstseinsstufe? Wie ist das Schicksal jedes einzelnen und die persönliche Macht jedes einzelnen mit dem Gewebe der Welt verbunden? Wenn es zu diesem Beitrag Fragen gibt, oder ihr vielleicht Wünsche zu Blogbeiträgen rund ums Thema Astrologie habt, lasst es mich wissen. Und bis dahin lebt ihr hoffentlich mehr die positive Seite der Mondknotenachse unserer Zeit 😉

 

Grab in der Erde und greif nach den Sternen!

Die meisten von uns haben alle schon einmal den Satz „Wie oben, so unten“ gehört. Doch was steht eigentlich dahinter und woher stammt dieser Satz? Die Alechmisten beriefen sich wohl als erste darauf. Der sagenumwobene, ägyptische Gelehrte Hermes Trismegistos soll eine Smaragd Tafel besessen haben, auf der er seine wichtigsten Leitsätze eingemeißelt hatte. Der erste Satz auf dieser Tafel ist „Wie oben, so unten“. „Unser Vater die Sonne, unsere Mutter der Mond“ heißt es weiter. Wie ihr mittlerweile wisst, ist eine meiner größten Leidenschaften das bauen von Brücken zwischen den alten Mysterien und der modernen Herangehensweise in der Kräuterkunde. Bloße, seelenlose Stoffkunde war einfach nie meins, obwohl in mir auch eine neugierige Wissenschaftlerin lebt.

Die Mistel – ein Geschöpf zwischen Himmel & Erde – trägt deutliche Merkur Signaturen (Götterbote, der zwischen Himmel, Erde & Unterwelt hin- und herreisen konnte = sein nordisches Gegenstück wäre der Gott Odin). Nachweisliche Wirkung auf das Herz – Merkur regiert Lunge, Nervensystem und Rhythmen wie ein-und ausatmen, Herzschlag (Stichwort nervöse Herzbeschwerden)

 

Im Laufe der Jahre konnte ich eines dieser alten Wissensgebiete, nämlich die Astrologie, mit der Kräuterkunde verbinden. Wie oben, so unten. In diesem Beitrag möchte ich ein bißchen mehr darauf eingehen, wie man mithilfe der Astrologie weg vom Symptom und hin zum Menschen gelangen kann.

Die Frage, die ich immer wieder höre, sei es in Workshops, bei Kräuterführungen oder während eines Kurses, ist folgende: Welches Kraut kann ich für welches Leiden einsetzen? Und die Frage ist verständlich. Selbst die Kräuterfachleute, die wissen, dass sie nicht heilkundlich tätig werden dürfen, tappen in dieselbe Falle und denken eindimensional „Symptom xy = Kraut xy“ – und es ist verständlich. Verständlich, weil uns das fehlende Glied genommen wurde, um eine ganzheitliche Kräuterkunde zu erlernen. GANZheitlich. Hier kommt Astrologie ins Spiel, denn wenn man sich tiefgehend damit beschäftigt, erkennt man irgendwann, dass es sich tatsächlich um eine universelle Sprache handelt.

Die traditionelle, westliche Kräuterkunde kennt 4 sogenannte Qualitäten, welche sowohl im Menschen, als auch in der Pflanzen vorkommen: Warm, Kalt, Trocken und Feucht – diese 4 Qualitäten finden wir in den 4 Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser wieder. Auf psychischer Ebene sind es die Temperamente Cholerisch (Feuer), Melancholisch (Erde), Sanguinisch (Luft) und Phlegmatisch (Wasser). Als nächstes finden wir in der Astromedizin (im Zeitalter der Renaissance war es selbstverständlich, dass jeder Arzt zugleich auch Astrologe war!) eine Einteilung der 12 Tierkreiszeichen nach Körperregionen, sowie eine Zuordnung der sieben klassischen Planeten zu Organen und Organsystemen (Uranus, Neptun und Pluto wurden erst später entdeckt und gelten als sog. Generationsplaneten oder auch höhere „Solarbewusstsein“).

Wir finden diese Zuordnungen auch in den Pflanzen und können zum Beispiel durch Standort, Wuchsform, pflanzliche Inhaltsstoffe und Wirkungsweise Rückschlüsse auf die astrologischen Analogien/Gleichnisse ziehen – und umgekehrt! Das Geburtshoroskop eines Menschen ist Teleskop und ein Mikroskop in einem – es bildet den Himmel mit seinen Gestirnen zum Zeitpunkt unserer Geburt ab und ermöglicht uns zugleich einen Blick in die Tiefen unserer Seele und auch unseres Körpers (die Evolutionäre Astrologie arbeitet sogar mit dem Karma). Wir finden diese Herangehensweise auch in vielen anderen Traditionen wieder – z.B. im Ayurveda oder in der Traditionellen chinesischen Medizin. Warum üben diese Traditionen eine so große Faszination auf unsere westliche Kultur aus? Schlägt man ein Buch über Ayurveda auf, dann springt man nicht gleich bei den Inhaltsstoffen rein, nein – man erfährt etwas über die Schöpfung, die Entstehung der Welt – die Seele – in diesen Systemen ist Platz für Spiritualität!

Die westliche Kultur, die Traditionelle westliche Kräuterkunde – sie hat (hatte) ebenso Platz für diese Ebene. Wir finden sie in den alten Mysterienschulen, bei den Alchemisten (Stichwort Spagyrik), in der Kabbalah und in der Astrologie. Wir müssen uns nur trauen, sie wieder zu entdecken.

 

Von Sternenkulten & gefallenen Engeln

Unsere Geschichte von Sternenkulten & gefallenen Engeln führt uns so weit zurück in die Vergangenheit, dass selbst die ältesten Überlieferungen sich ihrer nur erinnern. Wir stehen in einer kargen Landschaft, übersäht von Megalithbauten, wie Stonehenge und Pömmelte, im heutigen Gebiet des Iran. Wir befinden uns am Ende der letzten Eiszeit. Die steinernen Megalithbauten dienten als Stern Observatorien, ebenso als Begräbnisstätten mit einem lebendigen Ahnenkult. Die Menschen glaubten daran, dass ihre Ahnen die Gestalt von Raubvögeln annehmen würden und man ihnen auf einsamen Berggipfeln begegnen konnte. schwanenfederhuehnergott

Wir machen einen Zeitsprung und begegnen den im babylonischen Exil lebenden Juden, welche während ihres Aufenthaltes in Babylon ab ca. 539 v.Chr.  mit der Religion der Magi (etymoligische Wurzel des heutigen Wortes Magie…) in Berührung kamen. Die Priesterkaste der Magi verehrte himmlische Wesen von glänzender Gestalt, Lichter am Nachthimmel, Sterne die lehrten. Hinweise auf ein „himmlisches Konzil“ zeichnen Yahwe als ein einstmals bloßes Mitglied dieses himmlischen Konzils, einen Windgott, den anderen gleichgestellt. Aus diesen frühen Einflüssen des Judentums entwickelte sich später die christliche Religion des einen Gottes, der über die Engel herrscht und dem sie als himmlische Botschafter dienen.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

In den Büchern Henoch  finden wir die Geschichte der gefallenen Engel. Diese als Wächter bekannten „Söhne Gottes“ erblickten die Töchter der Menschen und schlossen einen Pakt, demnach einer von ihnen, Shemhayza, die Schuld auf sich nehmen würde, sollte diese Verbindung je geahndet werden. Und sie wurde geahndet. Durch die Verbindung von Engeln und Menschen erblickten die Nephilim das Licht der Welt. Diese werden als riesenhafte Wesen beschrieben, mit besonderen Kräften ausgestattet und ihre Gräber glaubte man in den steinernen Ruinen der Megalithbauten zu erkennen. Die Nephilim brachten großes Leid über die Menschheit, woraufhin Gott die Sintflut schickte, um sie für immer vom Antlitz der Welt zu tilgen.

Die Wächter jedoch lehrten die Menschentöchter die Heilkunde, das graben von Wurzeln, die Kräuterkunde, das schmieden von Metall und die Herstellung von Kosmetik (Lidschatten aus geriebenen Mineralien). Sie lehrten sie ebenso die „dunklen und gefürchteten Künste“ (Abtreibung, schwarze Magie und die Weissagung mittels der Kunde vom Lauf der Gestirne – die Astrologie). Für dieses Vergehen wurde einer der Wächter, Azazeel kopfüber an einem Baum aufgehangen und seiner Seele beraubt – man warf diese an den Nachthimmel und dort sehen wir sie noch heute in Gestalt des Sternbildes Orion…

Hallenhaus Halde Norddeutschland

Hallenhaus Halde Norddeutschland

Die Beschreibung der Söhne Gottes mit einem Gewand, welches an Federn erinnert und dem Gesicht einer Viper erweckt den Eindruck einer anthropomorphen Gestalt. In den Büchern Henoch unternimmt besagter Henoch (ein von der Erde in den Himmel „Entrückter“) eine Reise in die 7 Himmelreiche, die aufgrund ihrer Beschreibung stark an den Seelenflug oder die Astralreise eines Schamanen erinnert. Auch hier begegnet uns das Bild eines „Mantels aus Federn“ (so beschreibt Henoch die beiden Engel am Fuße seines Bettes), wie ihn die Ahnen von Eingangs des Artikels getragen hatten, um in Gestalt eines Raubvogels ihre Seele ausfliegen zu lassen.

Der „gefallene“ Engel (sie gingen nieder am Berg Harmon -„aber wir werden sterblich wie Menschen und fallen wie einer der Prinzen“ Psaml 82) bezeichnet die Inkarnation himmlischer Lehrer in Fleisch und Blut. Der Fall ist nicht gleichzusetzen mit der anschließenden Strafe und Verbannung oder gar dem Höllensturz. Die „Strahlenden“ stürzten freiwillig.

Himmelstreppe Halde Norddeutschland

Himmelstreppe Halde Norddeutschland

Die Masse an Material zu diesem Blogbeitrag läßt nur einen kurzen Auszug zum Thema zu. Ich habe deshalb einige Quellenangaben für euch dagelassen, sollte jemand Lust auf eigene Recherchen haben. Wissen führt zu noch mehr Wissen und Fragen oft zu noch mehr Fragen. Was ich mit meinem Beitrag bezwecke, ist, zu zeigen, woher ich komme, was mein Ansatz für meine Arbeit ist und worauf alles fußt, was mich belebt und begeistert. Meine Angebote gründen auf Recherche, auf einer tiefen Liebe zur Mythologie und der Erkenntnis, das je weiter wir in der Geschichte der Menschheit und der Religionen zurück reisen, wir irgendwann zu einem gemeinsamen Ursprung finden. Jede Geschichte ist mehr als die Summe ihrer Teile und manchmal finden wir Antworten an Orten, an denen wir nie zu suchen geträumt hätten.

Quellen:

1. & 2. Buch Henoch

Die Bibel

Julia & Derek Parker „Astrologie kompakt“

Peter Grey „Lucifer Princeps“

Andrew Collins „From the ashes of angels – the forbidden Legacy of a fallen race“